Bayern-Jäger Bremen verliert in Hannover

Eine Gala-Vorstellung von Mohammed Abdellaoue hat Werder Bremens Jagd auf die Tabellenspitze abrupt gestoppt.
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Matchwinner: Hannovers Mohammed Abdellaoue jubelt über seinen Treffer zum 3:1 gegen Bremen.
dpa Matchwinner: Hannovers Mohammed Abdellaoue jubelt über seinen Treffer zum 3:1 gegen Bremen.

Eine Gala-Vorstellung von Mohammed Abdellaoue hat Werder Bremens Jagd auf die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga abrupt gestoppt.

Hannover - Mit einem verwandelten Foulelfmeter (2.) sowie zwei Treffern aus dem Spiel heraus (38. und 60.) führte der Torjäger Hannover 96 zu einem 3:2 (2:1) gegen die Hanseaten und beendete Bremens Serie von zuvor fünf Partien ohne Niederlage fast im Alleingang. Für Werder, das mit einem Sieg zumindest nach Punkten zu Tabellenführer Bayern München aufgeschlossen hätte, trafen Marko Arnautovic (45.+3) und Claudio Pizarro (83.).

Für Arnautovic war die Begegnung nach 78 Minuten beendet. Referee Guido Winkmann (Kerken) zeigte ihm nach einem groben Foulspiel die Rote Karte.

„Drei Tore sind fantastisch, es war ein fantastischer Abend“, sagte der überragende Abdellaoue und ergänzte: „In der zweiten Halbzeit war Bremen stark, aber wir haben es geschafft, die Begegnung über die Bühne zu bringen.“

Bremens Trainer Thomas Schaaf war dagegen mächtig angefressen von der Vorstellung seines Teams: „Wir haben nicht gut gespielt, weil wir vom Kopf her nicht bereit waren, die richtigen Dinge zu tun.“

Ein Blackout von Bremens Philipp Bargfrede begründete vor 49.000 Zuschauern in Hannovers ausverkaufter Arena das frühe 1:0 der Niedersachsen. Der Mittelfeldspieler brachte den nur wenig aussichtsreich positionierten Lars Stindl im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Winkmann entschied ohne zu zögern auf Strafstoß. Werder-Schlussmann Sebastian Mielitz, der erneut den gesperrten Nationaltorhüter Tim Wiese vertrat, hatte bei Abdellaoues Schuss keine Abwehrchance.

Hannover auch defensiv meist stabil

Die Gäste suchten sofort nach einer Antwort. Zwar ließen die Bremer Ball und Gegner phasenweise gut laufen, insgesamt waren die Aktionen der Hanseaten aber zu umständlich und besaßen nur wenig Durchschlagskraft. Einzig Pizarro brachte den Ball in der Anfangsphase zweimal halbwegs gefährlich in Richtung 96-Tor (8. und 10.). Allerdings präsentierte sich Hannover in der Defensive auch äußerst stabil. Neben Karim Haggui ließ Innenverteidiger Emanuel Pogatetz, der trotz Rückenschmerzen eine gute Partie zeigte, kaum etwas anbrennen. Auch im Spiel nach vorn waren die Gastgeber zielstrebiger und cleverer.

Ein glänzend vorgetragener Konter brachte schließlich den zweiten Treffer ein. Jan Schlaudraff setzte Abdellaoue in Szene, der Norweger mit marokkanischen Wurzeln entwischte seinem Bewacher Sebastian Prödl und spitzelte den Ball auch noch an Mielitz vorbei ins Netz. Abdellaoue verletzte sich bei seinem fünften Saisontor leicht, zeigte sich nach einer kurzen Behandlungspause aber schnell wieder topfit und hätte weiter erhöhen können.

Abdellaoue schon vor der Pause kurz vor drittem Tor

Werder-Verteidiger Andreas Wolf konnte den Stürmer aber im letzten Moment noch entscheidend stören, Schlaudraff lupfte den Abpraller anschließend knapp über das Tor (42.). Die Bremer ließen sich von dem drohenden dritten Gegentreffer nicht schocken. Nach einer Ablage von Pizarro traf Arnautovic kurz vor dem Pausenpfiff zum 1:2. Nach dem Seitenwechsel nahm die ohnehin schon temporeiche Begegnung noch weiter an Fahrt auf. Zunächst traf Pizarro aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten des 96-Tores (47.), dann lenkte Schlaudraff auf der Gegenseite einen Schuss von Christian Pander an die Innenseite des Aluminiums. In der Folgezeit kämpften beide Mannschaften weiter mit offenem Visier und reihten Chance an Chance. Treffsicherheit bewies erneut Abdellaoue. Kurz nach seinem dritten Tor wurde der Matchwinner unter dem Jubel der 96-Fans ausgewechselt. In der 83. Minute machte es Pizarro mit seinem Treffer zum 2:3 noch einmal spannend. Doch zu mehr als zum Anschlusstreffer sollte es nicht reichen.

 

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