Bayer-Stürmer Kießling: "Rucksack von 50 Kilo"

Das Ziel Pokalfinale hatte Bayer Leverkusen offensiv ausgegeben. Umso größer war nach dem Aus gegen Bremen die Enttäuschung - das Scheitern in den wichtigsten Spielen könne kein Zufall mehr sein.  
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Für Bayer Leverkusen kam im Spiel gegen Bremen so einiges zusammen: In der 41. Minute zeigte Schiedrichter Wolfgang Stark (links) Bayer-Akteur Wendell (2. von rechts) die rote Karte.
dpa Für Bayer Leverkusen kam im Spiel gegen Bremen so einiges zusammen: In der 41. Minute zeigte Schiedrichter Wolfgang Stark (links) Bayer-Akteur Wendell (2. von rechts) die rote Karte.

Das Ziel Pokalfinale hatte Bayer Leverkusen offensiv ausgegeben. Umso größer war nach dem Aus gegen Bremen die Enttäuschung - das Scheitern in den wichtigsten Spielen könne kein Zufall mehr sein.

Leverkusen - Stefan Kießling war genervt, frustriert und er bediente sich ungewöhnlich oft drastischer Worte. Seit fast zehn Jahren spielt der 32-Jährige nun bei Bayer Leverkusen, doch beim 1:3 (1:2) im DFB-Pokal gegen Werder Bremen schien dem Torjäger endgültig klar geworden zu sein: Mit Bayer wird er wohl keinen Titel mehr gewinnen.

"Das war gar nichts von uns. Und das ist in so einer Situation scheiße", sagte Kießling nach der verdienten Niederlage gegen den Abstiegskandidaten. Den Titel oder mindestens das Finale hatten sie bei Bayer im Vorfeld klar als Ziel formuliert, doch zum dritten Mal in Folge scheiterten sie im Viertelfinale im eigenen Stadion.

Und so bleibt das bittere Urteil bestehen: Das einzig Konstante bei Bayer Leverkusen ist das Versagen im entscheidenden Moment. Auch Kämpfer Kießling war nach den schwachen 90 Minuten bewusst, dass das Scheitern in den wichtigsten Spielen bei Bayer kein Zufall mehr sein kann.

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Schließlich passiere es "immer in solchen Spielen. Und in Phasen, wo Du denkst, es kann nicht passieren, weil wir gefestigt wirken". Leistungskonstanz ist nach wie vor nicht vorhanden.

"Vielleicht haben wir uns zu viel vorgenommen", äußerte Kießling, der 2013 als Bundesliga-Torschützenkönig zumindest einen individuellen Titel gewonnen hatte: "Ich hatte das Gefühl, dass jeder einen Rucksack von 50 Kilo auf dem Rücken hat. Und im Pokal kannst Du solche scheiß Niederlagen leider nicht mehr gerade biegen."

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Solch markiger Worte bedienten sich die Bayer-Bosse am Dienstagabend nicht. Doch Ausflüchte gab es nach der erschreckend schwachen Leistung keine. "Wir haben es nicht gut gemacht und hatten den Sieg deshalb auch nicht verdient", sagte Sportchef Rudi Völler lapidar.

Und Geschäftsführer Michael Schade, der sich den ersten Titel seit 1993 schon beim Amtsantritt auf die Fahne geschrieben hatte, ergänzte mit leiser Stimme: "Wir sind alle maßlos enttäuscht. Wir wollten nach Berlin und ins Rampenlicht. Aber wir haben es einfach nicht hingekriegt."

Auch Trainer Roger Schmidt gestand den verdienten Bremer Sieg ein - und indirekt auch ein mentales Problem. Sein Team sei "nicht über 90 Minuten im Pokalmodus" gewesen und sei "dafür bestraft worden, dass wir uns zu sicher gefühlt haben", sagte Schmidt.

 

Chicharito fällt aus

 

Verteidigen musste sich der Bayer-Coach dafür, dass er beim Stande von 1:2 in der 57. Minute in Unterzahl (Wendell hatte in der 41. Minute Rot gesehen) für den verletzten Torschützen Javier Chicharito Hernández (Faserriss in der Gesäßmuskulatur) in Kyrgiakos Papadopoulos einen Abwehrspieler statt eines Stürmers brachte.

Das sei "taktisch gut aufgegangen", behauptete der 48-Jährige - obwohl sein Team sich kaum Chancen herausspielte und in der 83. Minute durch einen Konter noch das 1:3 durch Florian Grillitsch kassierte. Chicharito steht am Samstag in Darmstadt nicht zur Verfügung.

Zuvor hatten Santiago Garcia (31.) und der 37 Jahre alte Claudio Pizarro (42., Foulelfmeter) das Spiel für Werder gedreht. "Diesen Drive müssen wir nun mit in die Liga nehmen", sagte Kapitän Clemens Fritz. Am Samstag empfängt der Tabellen-16. den 17. Hoffenheim zum wichtigen Kellerduell.

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