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AZ exklusiv: Keine Einsätze der Behörde ICE während der WM

Wie sicher wird dieses Turnier angesichts der Unruhen in den USA und Mexiko? Die AZ hat sich im innersten Fifa-Zirkel umgehört – Fans vor Ort müssen sich auf strenge Kontrollen einstellen.
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Die umstrittene US-Behörde ICE ist wegen ihres harten Vorgehens gegenüber Migranten in der Kritik. Bei der WM soll sie sich nach AZ-Infos aber zurückziehen.
Die umstrittene US-Behörde ICE ist wegen ihres harten Vorgehens gegenüber Migranten in der Kritik. Bei der WM soll sie sich nach AZ-Infos aber zurückziehen. © IMAGO/Edna Leshowitz

Es ist das Thema, das viele Fußballfans neben den hohen Ticketpreisen besonders umtreibt vor dem Start der WM am 11. Juni: Wie sicher wird das Turnier sein angesichts der innenpolitischen Unruhen in den USA und der Bandenkriminalität im Land von Co-Gastgeber Mexiko?

Wenn man sich in Fifa-Kreisen umhört, wird schnell klar, dass die Herausforderungen nie so groß waren wie vor dieser WM. Allein schon deshalb, weil das Turnier in drei Ländern stattfindet: Neben den USA und Mexiko trägt auch Kanada Spiele aus. Drei Nationen mit ganz unterschiedlichen Rahmenbedingungen – wobei Kanada mit Abstand der sicherste Ort ist. Von den anderen beiden WM-Gastgebern konnte man das in der Vergangenheit nicht unbedingt behaupten.

Der Iran steht während der WM besonders im Fokus

Die geopolitische Lage ist weiter ein großes Thema. Nie zuvor in der WM-Geschichte kam es vor, dass sich ein Gastgeberland mit einem Teilnehmerland im Krieg befindet – wie jetzt die USA mit Iran.

"Der Iran wird an der WM 2026 teilnehmen. Und natürlich wird der Iran in den USA spielen", sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino Ende April auf dem Kongress des Weltverbandes in Vancouver. US-Präsident Donald Trump meinte daraufhin, dass es "okay" für ihn sei, "wenn Gianni das sagt". Infantino sei "fantastisch, er ist ein Freund von mir."

US-Präsident Donald Trump und Fifa-Boss Gianni Infantino.
US-Präsident Donald Trump und Fifa-Boss Gianni Infantino. © Suzanne Plunkett

Im März hatte Trump Iran allerdings noch von einer Teilnahme abgeraten und Sicherheitsbedenken angeführt. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio sagte, dass die Entscheidung über eine WM-Teilnahme bei Iran liege. Gleichzeitig betonte er: "Das Problem mit dem Iran wären nicht die Sportler. Es wären einige der anderen Leute, die sie mitbringen wollen."

Iran trägt seine Vorrundenspiele in den USA aus

Nach AZ-Informationen soll Iran fix dabei sein und seine WM-Vorrundenspiele wie geplant in den USA austragen – in Inglewood nahe Los Angeles und in Seattle. Restriktionen bei der Einreise, so heißt es, werde es nicht geben. Das gelte auch für andere Länder, die nicht auf der grünen Liste stehen – wie etwa Haiti oder Irak. Ob es letztlich auch so kommt, wird man erst während des Turniers sehen.

Am Kongress in Vancouver nahm der iranische Verband etwa gar nicht teil. Präsident Mehdi Tadsch wurde auf dem Weg nach Vancouver laut iranischen Medienberichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen. Auch bei der WM-Auslosung im Dezember 2025 in Washington war die Delegation Irans nicht anwesend.

Nicht zuletzt wegen des Konflikts zwischen den USA und Iran hört man aus gut informierten Kreisen, dass ein "Restrisiko" bei der WM bestehe. Das Turnier in Katar vor vier Jahren sei "in Sachen Sicherheit die einfachste WM gewesen. Das wird jetzt anders." Auch deshalb, weil viel mehr Fans aus Ländern der Teilnehmer vor Ort sein werden als in Katar.

So wird während der WM für die Sicherheit gesorgt

Daher wurde die "White House Task Force" gegründet, die eng mit US-Bundesbehörden zusammenarbeitet: mit dem Secret Service, FBI und dem Heimatschutzministerium. Im Bereich Terrorabwehr soll es mehr Maßnahmen geben als bei anderen Weltmeisterschaften, rund um die Stadien läuft aber das gewohnte Fifa-Programm ab.

Im Detail: Der Weltverband setzt auf elektronisches Ticketing und ein Akkreditierungssystem mit Background-Check. Jeder durchläuft einen Sicherheitscheck in seinem Heimatland, bevor er eine Akkreditierung erhält. Eine Besonderheit in den USA ist die "clear bag policy": Anders als in Deutschland darf man keinen Rucksack mit ins Stadion nehmen. Es ist nur ein durchsichtiger Beutel erlaubt – ähnlich wie am Flughafen im Handgepäck. Dazu gibt es in den Stadien Bodyscanner und Röntgengeräte. Vor jedem Spiel werden die Arenen unter anderem mit Sprengstoffhunden durchsucht.

Sollte es doch mal eine Sicherheitswarnung geben, kann schnell ein Lockdown gestartet werden. Dann kommen nur noch akkreditierte Personen oder Lieferanten, die vorher überprüft worden sind, in die Stadien. So weit soll es aber nicht kommen. Die Fifa hofft auf ein friedliches Turnier – und freundliche Bilder, die um die Welt gesendet werden.

AZ-Info: Behörde ICE soll sich während der WM zurückziehen

Dazu passt: Wie die AZ erfuhr, wurde der Fifa von US-Seite zugesichert, dass sich die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE (United States Immigration and Customs Enforcement), die teilweise übertrieben hart gegen illegale Migranten vorgeht, während des Turniers zurückzieht und nicht öffentlichkeitswirksam auftritt.

Und auch in Mexiko gibt es enge Absprachen zwischen der Fifa und der Regierung um Präsidentin Claudia Sheinbaum. Nach dem Mord an Kartell-Boss Nemesios Oseguera Cervantes alias "El Mencho" im Februar durch das mexikanische Militär war es in vielen Teilen des Landes zu Gewaltausbrüchen gekommen. Inzwischen hat sich die Lage beruhigt.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum.
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. © IMAGO/Luis Barron

Während der WM soll kein Kartell-Boss eliminiert werden

Wie die AZ erfuhr, hat die Fifa vor Ort Gespräche mit der Präsidentin, dem Militär und der Polizei geführt. Es wurde zugesichert, dass während der WM kein Kartell-Boss eliminiert werden soll. Das fußballverrückte Mexiko will sich von seiner besten Seite zeigen – und hohe Einnahmen durch die WM kommen letztlich auch wieder den Kartellen zugute. Traditionell geht die Kriminalitätsrate nach unten während einer WM, das war schon in Südafrika, Brasilien und Russland so. Und diesmal? Allein in Mexiko setzt die Regierung auf 100.000 Sicherheitskräfte, darunter 20.000 Soldaten. Ein Turnier wie jedes andere wird diese WM nicht.

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