Augsburg-Torwart Gikiewicz tobt nach Niederlage in Mainz

Der FC Augsburg erlebt ein Debakel bei Mainz 05. Torwart Rafal Gikiewicz hält nach dem spielerischen Offenbarungseid nicht mit harter Kritik hinterm Berg: "Das hat nichts mit Fußball zu tun gehabt."
| Von Andreas Schirmer, dpa
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Jonathan Burkardt (l) köpft den Ball zum 3:0 ins Tor von Augsburgs Torwart Rafal Gikiewicz (r).
Jonathan Burkardt (l) köpft den Ball zum 3:0 ins Tor von Augsburgs Torwart Rafal Gikiewicz (r). © Uwe Anspach/dpa
Mainz

Der Augsburger Torwart Rafal Gikiewicz war nach dem 1:4 (0:3)-Debakel beim FSV Mainz 05 außer sich vor Zorn.

"Wenn wir so weiterspielen, sind wir ab Sommer in der Zweiten Liga. Wir haben wie ein Abstiegskandidat gespielt", schimpfte der 33-jährige Pole nach der Freitagabend-Partie der Fußball-Bundesliga. "Das hat nichts mit Fußball zu tun gehabt."

Die Gäste kassierten schon in der ersten halben Stunde drei Tore von Karim Onisiwo (10. Minute), Stefan Bell (15.) und Jonathan Burkardt (26.). Nach dem Wiederanpfiff gelang dem eingewechselten Andi Zeqiri (69.) zwar der Anschlusstreffer, doch Burkardt beendete mit seinem zweiten Treffer (71.) endgültig jede Hoffnung auf eine Wende.

Schlussmann wütend

"Wir zeigten fast gar nichts in der ersten Halbzeit und hätten fünf, sechs Tore bekommen können", sagte Gikiewicz und berichtete, dass es in der Halbzeit "ein bisschen lauter" geworden sei und "ein paar Flaschen" kaputtgegangen seien. "Zum Glück bin ich kein Trainer, sonst hätten alle elf Spieler in der Kabine bleiben müssen", befand der wütende Schlussmann. "Wenn man so nach der Länderspielpause gegen Bayern München gespielt hätte, hätte es 0:10 gestanden."

Auch Kapitän Jeffrey Gouweleeuw war nach dem Abpfiff auf der Palme. "Fakt ist, wenn wir so spielen, holen wir keine Punkte", prophezeite der Niederländer und bestätigte, dass es in der Halbzeit in der Kabine hoch hergegangen sei. "Das war schon ein bisschen Krieg. Das muss auch sein", sagte der Innenverteidiger. "Wenn nach so einer Halbzeit nichts passiert, ist auch nicht gut." Überhaupt: "Das Problem ist, dass wir zu wenig reden und auch auf dem Platz zu wenig kommunizieren. Das wir einige Baustellen haben ist klar." Allerdings hofft er noch auf eine Besserung. "Wir müssen positiv bleiben. Wir sind immer noch am Anfang der Saison - zum Glück."

Stinksauer war auch Chefcoach Markus Weinzierl. "Die Mannschaftsleistung war nicht akzeptabel und im Vorfeld anders besprochen", befand er mit düsterer Miene. "Wir sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen, mit einer Zweikampfquote von 40 Prozent zur Pause kannst du kein Bundesligaspiel bestreiten." Die zweite Halbzeit sei etwas besser ausgefallen, "aber das ist auch nicht der Rede wert".

Ziel: 20 Punkte bis zum Winter

Die Augsburger stecken nun mit nur sechs Punkten aus neun Spielen erstmal in der Abstiegszone fest. Nächste Gegner sind der VfB Stuttgart, der VfL Wolfsburg und Bayern München. "Man muss 20 Punkte bis zum Winter haben, sonst ist wieder bis letzten Spieltag Abstiegskampf", meinte Gikiewicz. Bis zur Winterpause sind in den verbleibenden Partien noch 24 Punkte zu vergeben.

Versöhnlichere Wort kamen vom Sportdirektor. "Ich habe das Gefühl, dass alle zusammenhalten", sagte Stefan Reuter. Dennoch betonte er: "Wir sind alle unzufrieden mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind."

© dpa-infocom, dpa:211023-99-703609/3

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