Auftaktsieg für Heidenheim - Absteiger Paderborn patzt

Simon Terodde kam, sah und traf: Mit zwei Toren im Favoritenduell mit Fortuna Düsseldorf sorgte der Torjäger für Erleichterung beim Hamburger SV. Für Freude allerorts sorgte die Rückkehr der Zuschauer.
| Von Holger Schmidt, dpa
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Simon Terodde (M) war der gefeierte Mann beim HSV-Sieg gegen Düsseldorf.
Simon Terodde (M) war der gefeierte Mann beim HSV-Sieg gegen Düsseldorf. © Daniel Bockwoldt/dpa
Düsseldorf

Erleichterung in Hamburg und Hannover, Ernüchterung in Düsseldorf und Freudentränen über die Rückkehr der Fans: Der Auftakt in der 2. Fußball-Bundesliga hat für viele Emotionen gesorgt.

Vor allem wegen der nicht mehr ganz leeren Ränge. "Das war Gänsehaut pur. Ich hatte glasige Augen, als wir rausgekommen sind", sagte Trainer Mersad Selimbegovic von Jahn Regensburg, jenem Verein, der mit 3011 Zuschauern am bisherigen Wochenende die meisten begrüßen durfte. Ein Geisterspiel war nur das von Aufsteiger Würzburg gegen Aue (0:3). Aue ist vor dem Montags-Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem FC St. Pauli überraschend erster Tabellenführer.

In Hamburg sahen immerhin 1000 Zuschauer, wie der HSV beim direkten Treffen der vermeintlichen Top-Favoriten gegen Fortuna Düsseldorf dank der Torgarant Simon Terodde mit 2:1 gewann. Und sich für das 1:4-Debakel im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden mit dem Fan-Angriff durch Abwehrspieler Toni Leistner ansatzweise rehabilitierte. Man habe zeigen wollen, "dass es nicht so viel Spaß macht, gegen uns zu spielen", sagte der aus Osnabrück gekommene Trainer Daniel Thioune. Deshalb seien "alle sehr erleichtert, ich insbesondere als Trainer auch".

Hoffnung, dass der einstige Bundesliga-Dino im dritten Anlauf die Rückkehr in die erste Liga schaffen könnte, machte vor allem Terodde. Der 32-Jährige, in der Bundesliga mehrfach gescheitert, aber 2016, 2017 und 2019 für drei verschiedene Vereine Torschützenkönig der 2. Liga, wurde beim Liga-Debüt für den HSV mit beiden Treffern zum Matchwinner. "Simon hat bestätigt, dass er weiß, wo der Rahmen steht", sagte Thioune: "Da gehören aber noch mehr Spieler dazu."

Bei Absteiger Düsseldorf herrschte dagegen Frust. "Das war nicht gut von uns", sagte Torjäger Rouwen Hennings. Und Torhüter Florian Kastenmaier analysierte: "Jetzt wissen wir, wo wir stehen." Vor den nächsten drei - scheinbar lösbaren - Aufgaben gegen Würzburg, in Kiel und gegen Regensburg steht man auf jeden Fall erst mal unter Druck.

Der war in Hannover nach radikaler Kader-Kur und Aufstiegs-Ansage von Präsident Martin Kind schon in der gesamten Sommerpause hoch. Umso beruhigender wirkte der Sieg gegen Karlsruhe. Trotz mäßiger Leistung. "Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht, aber 2:0 gewonnen. Das muss man auch erst mal hinkriegen", sagte Torhüter Michael Esser. Der musste im Vorjahr gehen, weil 96 Ex-Weltmeister Ron-Robert Zieler zurückholte - um diesen nun wegzuschicken und Esser zurückzuholen.

Der 1. FC Nürnberg, der den Wiederaufstieg in der Vorsaison noch weit deutlicher verpasste und fast durchgereicht wurde, startete mit einem 1:1 in Regensburg in die Saison. Im Duell der potenziellen Geheimfavoriten besiegte der SV Sandhausen dank dreier Treffer von Neuzugang Daniel Keita-Ruel Darmstadt 98 mit 3:2. Darmstadts neuer Coach Markus Anfang war frustriert. Sein Team sei "in allen Belangen besser" gewesen: "Aber wir haben selbst entschieden, dass das Spiel so ausgeht."

Der Vorjahres-Dritte Heidenheim gewann zum Auftakt 2:0 gegen Aufsteiger Braunschweig beim Liga-Debüt von Eintracht-Trainer Daniel Meyer. Marco Grote begann als Thioune-Nachfolger in Osnabrück mit einem 1:1 in Fürth. Düsseldorfs Mitabsteiger Paderborn verlor mit 0:1 in Kiel.

© dpa-infocom, dpa:200920-99-638038/3

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