Aufsteiger zittern vor Abstieg: Nur ein Sieg zählt

Im Mai 2010 feierten sie noch gemeinsam den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga - nun zittern beide vor dem Abstieg.
| dpa
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Kaiserslautern -  Für Kaiserslautern und St. Pauli zählt im direkten Duell jeweils nur ein Sieg. Der 1. FC Kaiserslautern träumt von der Rettung, der FC St. Pauli hofft auf seine letzte Chance. Mit einem Sieg im Duell der Aufsteiger können die "Roten Teufel" am Freitagabend den Verbleib in der Fußball-Bundesliga vorzeitig perfekt machen und die Kiez-Kicker aus Hamburg fast schon zurück in die "Zweitliga-Hölle" schicken. "Wir müssen nach wie vor sehr hart dafür arbeiten, uns den Ligaverbleib zu verdienen. Das geht am besten mit drei Punkten gegen St. Pauli", formulierte FCK-Trainer Marco Kurz das klare Ziel.

Mit 37 Punkten ist die Ausgangsposition der Pfälzer fast schon komfortabel. "Wir befinden uns auf einem guten Weg, unser Ziel von 40 Punkten zu erreichen. Wir wollen unseren Fans gegen St. Pauli einen Heimsieg schenken. Mit einem Dreier dürfte der allerletzte Schritt zum Klassenerhalt gelungen sein", sagte Mittelfeldantreiber Christian Tiffert.

Die Gäste stehen als Tabellenletzter mit nur 29 Zählern dagegen gehörig unter Druck - zumal sie die mit 49 780 Fans ausverkaufte "Festung" Fritz-Walter-Stadion in bisher elf Anläufen nicht stürmen konnten. Trainer Holger Stanislawski hofft daher auf ein Ende der schwarzen Serie. "Auf dem Betzenberg haben wir noch nie etwas geholt. Aber wir haben auch 33 Jahre kein Derby gewonnen", meinte er und verwies auf das 1:0 am 16. Februar beim Hamburger SV.

Es war der vorerst letzte Saisonsieg des FC St. Pauli, der in den folgenden neun Spielen nur noch einen Punkt holte. Die Stimmung am Millerntor ist daher längst gekippt. "Der Blick auf die Tabelle fühlt sich nicht gut an", räumte Verteidiger Ralph Gunesch zerknirscht ein. Und der zum Bankdrücker mutierte Ex-Torjäger Marius Ebbers meinte: "Wenn wir in Kaiserslautern verlieren, dann weiß ich, dass es so gut wie gelaufen ist."

Um die letzte Chance beim Schopf zu packen, geht Stanislawski neue Wege. Der im Sommer zum Ligarivalen 1899 Hoffenheim wechselnde Coach reiste schon am Mittwoch mit seinem Team in ein Kurz-Trainingslager. Nicht dabei waren neben einem halben Dutzend Langzeitverletzten auch Fabian Boll, Rouwen Hennings und Thomas Kessler. Mittelfeldakteur Boll laboriert an einem doppelten Bänderriss im Fuß, Stammtorhüter Kessler an Oberschenkelproblemen. Offensivmann Hennings meldete sich kurzfristig mit einer Schambeinentzündung ab.

Trotz der Personalprobleme des Rivalen erwarten die Lauterer keinen Spaziergang. "Die Sache ist noch lange nicht gegessen. Auf uns wartet ein knallhartes Spiel mit Haken und Ösen", prophezeite Kurz. Sein Widerpart bestätigte dies indirekt: "90 Minuten lang ist alles erlaubt, was zum Erfolg führt - und dazu gehört auch psychologische Kriegsführung", sagte Stanislawski.

Die Pfälzer, die auf Mittelfelddribbler Ivo Ilicevic und Rechtsverteidiger Florian Dick verzichten müssen, sind durch den starken Auftritt der Hamburger vor zwei Wochen in Wolfsburg (2:2) zusätzlich gewarnt. Zumal sie selbst vor heimischer Kulisse in dieser Saison keine Bäume ausgerissen haben. Kurz fordert von seinen Mannen daher Leidenschaft und Power: "Wir müssen über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung bringen. Wir gehen nicht ins Spiel, um abzuwarten, sondern um die Initiative zu ergreifen."

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