Auf Traumstart folgt Null-Punkte-Woche

Vor einer guten Woche durfte der 1. FC Nürnberg noch auf die kurzfristige Tabellenführung spekulieren. Es folgten drei Niederlagen und ein Absturz ins Niemandsland.
| AZ Sportredaktion
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Vor einer guten Woche durfte der 1. FC Nürnberg noch auf die kurzfristige Tabellenführung spekulieren. Es folgten drei Niederlagen und ein Absturz ins Niemandsland.

Der groteske Fehler von Marcos Antonio setzte einer Null-Punkte-Woche beim 1. FC Nürnberg die Krone auf. Der kapitale Bock des bemitleidenswerten Debütanten in der ersten Minute
gegen den VfB Stuttgart leitete nicht nur das 0:2 (0:1) ein, sondern stand beispielhaft für acht Tage, in denen die Franken den Traumstart in die Bundesliga-Saison zum Muster ohne Wert werden
ließen. „Wir haben jetzt hoffentlich das letzte Geschenk verteilt“, murrte Trainer Dieter Hecking nach der dritten Niederlage in Serie. Marcos Antonio hatte er nach 16 Minuten mit der Auswechslung erlöst.

Hecking ist ja eigentlich ein Freund der Zwischentöne. Der Tanz zwischen den Extremen geht dem Club-Coach auf die Nerven. Für ihn ist nicht gleich alles schlecht nach einer verlorenen Spiel. So wie bei Siegen nicht alles gut ist. „Das Schwarz-Weiß-Denken ist mir einfach zuwider“, sagte der 48-Jährige auch am Samstag. 

Hecking geht zumeist analytisch vor, in der Regel nicht so emotional wie nach der selbst für ihn konsternierenden 1:4-Schlappe bei Hannover 96. Fehler und Probleme spricht er fraglos deutlich an.
Und beim Club haben sich wider Erwarten zuletzt eine Menge Fehler eingeschlichen. „Ich werde niemals etwas schönreden, denn solche Fehler stechen ins Auge“, sagte Hecking. Er meinte natürlich die Aussetzer von Marcos Antonio, er meinte aber auch die ähnlich gravierenden Patzer von Per Nilsson gegen Hannover vier Tage zuvor.Die Probleme seiner Mannschaft habe er schon länger im Blick, fügte er an. Wenn eine Mannschaft tief stehe, so wie der VfB, dann fehlten Ideen, Druck und Genauigkeit. Nun muss Hecking sich aber zunächst über die Defensive Gedanken machen, wieder Stabilität vermitteln. Er will daran arbeiten, „die Fehler zu minimieren.“

Dabei hätte es doch auch so schön weitergehen können wie zu Beginn der Spielzeit. Der neue Japaner Hiroshi Kiyotake brillierte, Standards waren eine stetige Bedrohung für den Gegner, sogar dem deutschen Meister Borussia Dortmund bot Nürnberg Paroli. Der fränkische Pessimismus wich einer auffälligen Begeisterung. Aber plötzlich schlichen sich überraschend diese derben individuellen Fehltritte ein.

So ist die Saison der Franken bisher zweigeteilt und ähnelt einer Achterbahnfahrt. Dem für Club-Verhältnisse traumhaftem Start mit sieben Punkte aus den ersten drei Partien folgte eine englische
Woche voller Pleiten und mit null Punkten. „Nach so einem Start kann man nicht davon reden, dass wir eine zufriedenstellende Woche gespielt haben“, gab Hecking zu.

Immerhin interpretierte er die Leistung gegen Stuttgart wieder als Schritt „in die richtige Richtung.“ Denn nach dem Desaster in seiner niedersächsischen Wahlheimat hätten gegen die Schwaben
„Engagement und Bereitschaft“ gestimmt. Daher reagierte Hecking auch gereizt auf die Frage, ob einige Spieler denn in einem Tief seien. „Wenn einer fünf Mal sch... spielt, dann hat er ein Tief“, zürnte er. Das will Hecking jetzt aber unbedingt vermeiden.

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