WM-Trainerkarussell: Jobgarantie für Joachim Löw, Aus für Hector Cuper

Der erste Coach ist gefeuert, der nächste praktisch entmachtet, die Verhandlungen über Vertragsverlängerungen sind eröffnet. Und Bundestrainer Joachim Löw erhält schon vor dem Vorrundenfinale eine Jobgarantie.  
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Jorge Sampaoli (links) scheint bei den Argentiniern bereits entmachtet, Joachim Löw (Mitte) soll weiter DFB-Cheftrainer bleiben - und Hector Cuper ist bei den Ägyptern schon raus.
dpa Jorge Sampaoli (links) scheint bei den Argentiniern bereits entmachtet, Joachim Löw (Mitte) soll weiter DFB-Cheftrainer bleiben - und Hector Cuper ist bei den Ägyptern schon raus.

Der erste Coach ist gefeuert, der nächste praktisch entmachtet, die Verhandlungen über Vertragsverlängerungen sind eröffnet. Und Bundestrainer Joachim Löw erhält schon vor dem Vorrundenfinale eine Jobgarantie.

Kasan - Der erste Rauswurf, die erste Entmachtung, die erste Vertragsverlängerung, die erste Jobgarantie: Die Vorrunde ist noch nicht zu Ende, da kommt das Trainerkarussell bei der Fußball-WM schon in Schwung.

Für Hector Cuper war bereits einen Tag nach der dritten Niederlage mit Ägypten und Starstürmer Mohamed Salah Schluss. Der Argentinier muss nach gut drei Jahren seinen Posten bei den Pharaonen räumen. Die Regierung will sogar eine Untersuchung wegen des schlechten Abschneidens einleiten. 

Noch an der Seitenlinie steht sein Landsmann Jorge Sampaoli, doch beim Vizeweltmeister Argentinien geben längst Superstar Lionel Messi und der gar nicht mehr so heimliche Chef Javier Mascherano die Richtung vor. "Der Trainer will wissen, was die Spieler auf dem Platz fühlen", umschrieb Mascherano, der "Jefecito", der kleine Chef, die Machtverhältnisse.

Vor Südkorea-Spiel: Jobgarantie für Joachim Löw

Beim 2:1-Zittersieg gegen Nigeria, der gerade noch das Vorrunden-Aus abwendete, konnte es jeder sehen: Die Entscheidungen fällen Messi und seine "Amigos", Sampaoli schaut zu. Dabei hat der 58-Jährige eigentlich den längsten Vertrag aller 32 WM-Trainer. Er läuft bis 2022 - wie bei Marokkos französischem Coach Herve Renard, dem Tunesier Naabil Maaloul und Bundestrainer Joachim Löw.

Renard scheiterte zwar mit den Nordafrikanern in der Vorrunde, sah beim 2:2 gegen den Titelaspiranten Spanien aber ein versöhnliches WM-Ende. Der 49-Jährige darf voraussichtlich weitermachen.

Eine Jobgarantie erhielt Löw - schon vor dem Vorrundenfinale gegen Südkorea (Mittwoch, 16 Uhr im AZ-Liveticker).

"Wir haben uns im DFB-Präsidium vor der WM für die Vertragsverlängerung entschieden, weil wir der Auffassung sind, dass der Umbruch, den es nach der WM unabhängig vom Ausgang des Turniers geben wird, von niemandem besser gestaltet werden kann als von Jogi Löw", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". "Er hat vor einem Jahr beim Confed Cup bewiesen, dass er junge Spieler zu einem beeindruckenden und spielerisch herausragenden Team formen kann. Diese Gründe gelten für das Präsidium nach wie vor."

Saudi-Arabien: Trotz WM-Aus weiter mit Pizzi

Bereits verlängert wurde der Vertrag von Juan Antonio Pizzi als Nationaltrainer Saudi-Arabiens - trotz des frühen Ausscheidens. Der gebürtige Argentinier bleibt bis zum Ende der Asienmeisterschaften 2019 im Amt. Nach dem 0:5-Debakel im Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Russland hatten sich die Saudis gesteigert und das Turnier mit einem 2:1-Erfolg gegen Ägypten abgeschlossen.

Trotz auslaufenden Vertrags Nationaltrainer bleiben soll auch der Portugiese Carlos Queiroz im Iran. Der 65-Jährige ist seit 2011 im Amt und führte das Team Melli zum zweiten Mal in Folge zur WM. In Russland feierten die Iraner ihren ersten WM-Sieg seit 20 Jahren, sie verpassten nach dem 1:1 gegen Europameister Portugal nur denkbar knapp die K.o.-Runde.

Queiroz wird im Iran regelrecht verehrt, die Journalisten applaudieren regelmäßig nach seinen Ausführungen - manchmal geht ihm die Heldenverehrung allerdings zu weit. "Superman gibt es nur im Comic", merkte er schmunzelnd an. Auch Perus Coach Ricardo Gareca soll einen neuen Vertrag erhalten, signalisierte der Verband. "Wir werden alles in Ruhe analysieren, jetzt ist nicht der Moment, diese Entscheidung zu treffen", sagte der Argentinier.

Island würde gerne Heimur Hallgrimsson behalten, der 51-Jährige will sich aber erst "eine Woche oder zwei Zeit nehmen und darüber nachdenken". Er hatte die Wikinger zu ihrer WM-Premiere geführt.

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