Spott aus England und Brasilien: Stimmen zur historischen WM-Pleite

Nach dem peinlichen Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM wollen sich die Verantwortlichen des DFB und der Nationalelf erst wieder nach der Rückkehr nach Deutschland zur Situation äußern. Auch in der Personalie Joachim Löw dauert's.
| az, dpa
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Da fehlen einem die Worte: Die Leistung der deutschen Nationalmannschaft ist kaum erklärbar.
dpa Da fehlen einem die Worte: Die Leistung der deutschen Nationalmannschaft ist kaum erklärbar.

Moskau - Nach der für 15.30 Uhr (Ortszeit) geplanten Ankunft der verspäteten Sondermaschine auf dem Frankfurter Flughafen bestehe für Medienvertreter die Möglichkeit, im Ankunftsbereich (TOR 13) Reaktionen zu erhalten, hieß es. Wer dann sprechen wird, teilte der Verband nicht mit. Eine Abschluss-Pressekonferenz im WM-Quartier in Watutinki hingegen gibt es nicht mehr. Lediglich unmittelbar nach dem Abpfiff hatten sich einige Spieler und Verantwortliche - sichtlich unter Schock stehend - zu Wort gemeldet.

Eine Entscheidung über die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw soll einem Bericht der "Sport Bild" zufolge erst in den kommenden Tagen fallen. Das Magazin zitierte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Donnerstag mit den Worten: "Ich habe gestern Abend mit Jogi Löw gesprochen. Wir sind so verblieben, dass wir in den nächsten Tagen besprechen, wie es weitergeht." (Lesen Sie hier: Das sagen deutsche Ex-Nationalspieler zum WM-Aus)

Während der DFB also bislang zum Enttäuschenden Turnier (und der Frage nach Löws Zukunft) schweigt, sind andere weitaus weniger zurückhaltend. So fragte beispielsweise der brasilianische Sportsender Fox Sports Brasil auf Twitter: "Was ist schlimmer? Eine 1:7-Niederlage oder in der Vorrunde auszuscheiden?" Und ein brasilianischer Comedian erinnerte an einen Toni-Kroos-Tweet vom 1. Januar des vergangenen Jahres. Der Weltmeister hatte damals "Feliz 2017" gewünscht und dabei die Zahlen 1 und 7 durch die brasilianische und deutsche Flagge ersetzt. Nun folgte die Replik mit "Feliz 2018" – wobei die 2 durch die südkoreanische und die 0 durch die deutsche Flagge ersetzt wurde.

"Für so 'ne Leistung hätte mein Trainer mich früher nach Hause laufen lassen"

Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder konnte das Abschneiden und Ausscheiden der Nationalmannschaft unmittelbar nach Abpfiff noch gar nicht fassen: "Ich brauche jetzt einen Drink… Oder zwei – und mit Blick auf die Tabelle mit Deutschland als Gruppenletztem: Kann mich mal bitte jemand kneifen?" Noch deutlicher wurde Degenfechterin Imke Duplitzer: "Für so 'ne Leistung hätte mein Trainer mich früher nach Hause LAUFEN lassen – aus BUDAPEST!!!!"

Gary Lineker, britische Fußball-Legende, musste seine zum geflügelten Wort gewordene Weisheit über den deutschen Fußball nun, nach 28 Jahren, neu formulieren: "Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Spieler rennen 90 Minuten lang einem Ball hinterher und am Ende gewinnen die Deutschen nicht mehr. Die vorherige Version, dass Deutschland gewinnt, ist nun Geschichte." Und der aktuelle britische Chef-Coach Gareth Southgate stellte verwundert fest: "In diesem Turnier haben sie in den drei Spielen zusammengenommen nur etwa eineinhalb Minuten geführt. Es war ungewohnt zu sehen, dass sie so große Probleme haben."

Sogar Hasan Ismaik, jordanischer Investor des TSV 1860 München, äußerte sich zum deutschen WM-Aus. In einem Facebook-Posting bezeichnete er sich als "großen Fan und Bewunderer des deutschen Fußballs", der jetzt "traurig und deprimiert" sei. Er hofft, dass "der DFB jetzt seine Lehren aus diesem Ausscheiden zieht" - und bleibt natürlich trotz seines plötzlichen Interesses für die Nationalmannschaft, einmal Löwe, immer Löwe.

Internationale Pressestimmen zum WM-Aus:

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