Jürgen Kohler zum WM-Aus: "Mir tun die Jungs leid" - AZ-Kolumne WM-Viererkette - Das sagt der Weltmeister zum WM-Aus

Jürgen Kohler, der Weltmeister von 1990, schreibt über das historische WM-Aus der Nationalmannschaft und die deutsche Zweikampfschwäche.
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Weltmeister Jürgen Kohler: "Mir tun die Jungs leid"
dpa Weltmeister Jürgen Kohler: "Mir tun die Jungs leid"

Nun herrscht erstmal die Traurigkeit. Die ganze Nation wird traurig sein, ich natürlich auch. Denn die deutsche Mannschaft hatte eigentlich mehr Potenzial. Nur hat sie das eben schon seit mehreren Monaten nicht mehr abgerufen. Was wir in Russland von der Nationalmannschaft gesehen haben, war kein Ergebnis dieses Turniers, sondern der Monate zuvor.

Bereits seit zwei Jahren: Mangelnde Zweikampfführung 

Das Team hatte über ein, zwei Jahre seine Defizite, die nicht ausgemerzt werden konnten, zum Beispiel die mangelnde Zweikampfführung. Ich predige diese Schwäche schon seit langer Zeit und wurde dafür immer belächelt. Klar kann man durch bestimmte Taktiken die ein oder andere Schwäche auffangen, aber wenn du in der Weltspitze oben dabei sein willst, musst du die Grundprinzipien beherrschen. Und die Keimzelle jedes Fußballspiels ist eben die Eins-gegen-Eins-Situation, offensiv wie defensiv.

Internationale Pressestimmen zum WM-Aus:

Kohler: "Mir tun die Jungs leid"

Dennoch, mir tun die Jungs leid und ich muss sie auch etwas in Schutz nehmen. Ich kann mich noch sehr gut an die WM ’94 in den USA erinnern. Da haben wir gegen Südkorea knapp mit 3:2 gewonnen. Zwar kamen wir ins Viertelfinale, aber auch da gab es einige Spieler, die nicht in Turnierform gekommen sind. Und so war es diesmal in Russland eben auch. Viele Spieler hatten nicht mal ihre Normalform erreicht – und dann reicht es eben auch nicht, um gegen solche Gegner zu bestehen.


In der AZ-Viererkette zur WM schreiben täglich im Wechsel 1990-Weltmeister Jürgen Kohler, Kickbox-Queen Christine Theiss, 2002-Vizeweltmeister Bernd Schneider und Meisterlöwe Fredi Heiß exklusiv für die Abendzeitung.

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