Lukas Podolski: Fußballer, Sympathieträger, Spaßvogel

Er stand bei der Weltmeisterschaft zwar erst zehn Minuten auf dem Platz - aber Lukas Podolski ist dennoch nicht aus der Nationalmannschaft Deutschlands wegzudenken. Allein durch seine lockere und spitzbübische Art weiß der gebürtige Pole die Herzen der Fans zu erobern.
| (stk/spot)
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Wenn er nicht gerade Fußball spielt, ist Lukas Podolski für seine witzigen Streiche bekannt. Letztes Opfer: Bastian Schweinsteiger
SpotOn / Onlineredaktion Wenn er nicht gerade Fußball spielt, ist Lukas Podolski für seine witzigen Streiche bekannt. Letztes Opfer: Bastian Schweinsteiger

Beim Spiel Deutschland gegen Ghana glänzten andere Spieler. Trotzdem scheint Lukas Podolski bei der Jubiläumsausgabe der Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien so wichtig wie nie zuvor. Der 29-jährige "Kölsche Jung" ist schon seit Wochen bester Laune - und weiß damit auch seine Nationalmannschafts-Kollegen anzustecken. Er hält die Stimmung im deutschen Domizil hoch und lenkt mit seinen Lausbubenstreichen vom Lagerkoller ab. Dabei hatte Prinz Poldi nicht immer so viel zu lachen: Die Anfangszeit als polnischer Einwanderer in Deutschland war alles andere als ein Zuckerschlecken für ihn und seine Familie.

Von 2006 bis 2009 spielte Lukas Podolski für den FC Bayern München. Alles über den deutschen Rekordmeister lesen Sie in diesem Buch

Podolski war gerade einmal zwei Jahre alt, als seine Eltern beschlossen, dem Heimatort Gleiwitz im Süden Polens den Rücken zu kehren, um in Deutschland ihr Glück zu suchen. In seinem Buch "Dranbleiben! Warum Talent nur der Anfang ist" schildert der Fußballer die Schwierigkeiten dieser Umsiedlung: "Wir hatten kaum Geld, keine gemeinsame Wohnung und verstanden nicht ein Wort von dem, was die Leute sagten. Es war für alle sehr schwierig, bis wir endlich unsere eigene Wohnung im Wohnpark beziehen konnten."

Über jede sprachlichen Grenzen erhaben war für Podolski aber stets der Fußball. Nicht einmal die Geldsorgen der Eltern konnten ihn vom Trainingsplatz fernhalten, auch wenn ihn hin und wieder zum Schwarzfahren verleitete: "Ganz selten kam es vor, dass gar nichts ging, weil zum Beispiel der Tank leer und das Geld knapp war. Dann hatte ich die Wahl, das Training ausfallen zu lassen oder schwarz mit der Bahn zu fahren. Ich will es mal vorsichtig ausdrücken: Beim Training war ich immer dabei!", schreibt der Fußball-Star in seiner Biografie.

Das disziplinierte Ackern auf dem Fußballplatz zahlte sich schnell aus: 2003 unterschrieb er beim 1.FC Köln seinen ersten Profivertrag, am dritten Spieltag erzielte er gegen Hansa Rostock bereits sein erstes Bundesligator. Die "Geißböcke" stiegen zwar trotz seiner zehn Treffer am Ende der Saison ab, dennoch markierte seine Torausbeute einen Rekord. Kein 18-Jähriger hatte in der Geschichte der Bundesliga so viele Tore in einer Spielzeit erzielt. In der darauffolgenden Saison wurde er dann nicht nur Torschützenkönig der 2. Bundesliga, sondern avancierte bei den Köln-Fans auch zum ultimativen Publikumsliebling und stieg zur Galionsfigur des traditionsreichen Vereins auf - die Rheinmetropole lag ihrem "Prinz Poldi" zu Füßen.

Sein Talent erkannte auch der deutsche Rekordmeister FC Bayern München. Für zehn Millionen Euro wechselte er 2006 an vom Rhein an die Isar, kam aber nie über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus. Einer dreijährigen Rückkehr an alte Wirkungsstätte in Köln folgte dann der große Sprung auf die Insel. Der englische Klub FC Arsenal verpflichtete ihn 2012, für den er seither die Fußball-Schuhe schnürt und in 53 Einsätzen 19 Tore erzielte.

In der Nationalmannschaft laufen ihm auf der linken Offensivseite zwar mit Marco Reus (25) oder André Schürrle (23) jüngere Kicker langsam den Rang ab. Seiner bisweilen infantilen Heiterkeit tut das aber zu keiner Zeit Abbruch. Im Vorfeld der WM postete er einen Schnappschuss von Kumpel Bastian Schweinsteiger, wie dieser gerade ahnungslos im Flieger schlummert. Wenig später revanchierte Schweini sich mit einer ähnlichen "Schlafie"-Attacke. Gäbe es eine Weltmeisterschaft im Verbreiten von guter Laune, Podolski hätte sie schon längst gewonnen.

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