Prototyp mit kleinen Fehlern

Bei der Amtseinführung von Michael Wiesinger und Armin Reutershahn wurde viel vom "Leverkusener Modell" gesprochen. Beim Prototyp aller Trainerduos blättert nach gut einem Jahr jedoch langsam der Lack ab.
| Christian Lehnhart
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Gehen ab dem Sommer nach gut einem Jahr Zusammenarbeit wieder getrennte Wege: Leverkusens Trainerduo Sascha Lewandowski (l.) und Sami Hyypiä.
dpa Gehen ab dem Sommer nach gut einem Jahr Zusammenarbeit wieder getrennte Wege: Leverkusens Trainerduo Sascha Lewandowski (l.) und Sami Hyypiä.

Nürnberg/Leverkusen - Als man sich beim 1. FC Nürnberg kurz vor Weihnachten 2012 nach einem neuen Übungsleiter für die Profimannschaft umsehen musste - Trainer Dieter Hecking wechselte quasi über Nacht vom Club zum VfL Wolfsburg - trat schnell eine Lösung in den Vordergrund, die in der Bundesliga bis dato eher ungewöhnlich erschien.

Ein Trainerduo, bestehend aus dem damaligen FCN-U23-Coach Michael Wiesinger und Hecking-Assistent Armin Reutershahn, sollte ab der Rückrunde die Geschicke des 1. FCN lenken.

Vom "Leverkusener Modell" war die Rede. Zwei Männer an der Linie, die sich die Betreung der Mannschaft aufteilen. Was beim Werksklub aus Leverkusen seit April 2012 (scheinbar) wunderbar funktionierte, sollte auch beim Club das Erfolgrezept für das Erreichen des Saisonziels 'Klassenerhalt' sein.

Das neue Nürnberger Trainer-Tandem arrangierte sich mit der geteilten Aufgabe, auch weil von Beginn an die Rollenverteilung zwischen Wiesinger und Reutershahn klar abgesteckt wurde. Während sich Reutershahn um große Teile des aktiven Trainings kümmert, ist Wiesinger das Gesicht der Mannschaft, unter anderem Ansprechpartner für die Medien. Und von Beginn an der Mann mit dem letzten Wort. "Würden Armin und ich uns auf etwas nicht einigen, wäre ich derjenige, der die letzte Entscheidung treffen würde", betonte Michael Wiesinger mehrfach. "Aber das ist bisher noch nie der Fall gewesen, weil wir beide auf einer Wellenlänge liegen."

Anders der Fall beim Prototypen aus Leverkusen. Teamchef Sami Hyypiä und Trainer Sascha Lewandowski führen gleichberechtigt die Bayer-Truppe. "Eine Doppelspitze jeden Tag zu leben ist schwierig", erklärte Lewandowski deshalb vor einigen Wochen im ZDF-Sportstudio. Die Konsequenz: Trotz erfolgreicher Saison mit Tabellenplatz drei wird Lewandowski - einst wie Nürnberg-Kollege Michael Wiesinger vom Nachwuchs-Trainer zum Profi-Coach aufgestiegen - nach Ablauf dieser Spielzeit das Trainergespann verlassen und wieder in die Jugendarbeit zurückkehren. Teamchef Sami Hyypiä wird die Bayer-Profis somit ab kommender Saison alleinverantwortlich betreuen.

Beim Club hingegen deutet einiges auf eine Weiterführung des Trainerduos Wiesinger/Reutershahn auch in der Saison 2013/14 hin. "Es spricht viel dafür", so Manager Martin Bader zu Beginn der Woche. "Aber wir haben immer gesagt, dass wir die komplette Rückrunde in die Bewertung mit einfließen lassen."

Bleiben Wiesinger und Reutershahn noch drei Spieltage, um auch die letzten Zweifler zu überzeugen. Drei Spieltage, in denen das Trainertandem den Takt für eine gemeinsame FCN-Zukunft vorgeben möchte.

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