Ismael-Aus beim Club nur noch Formsache

Das Aus von Trainer Valérien Ismael beim 1. FC Nürnberg war am Montag nur noch Formsache. Aber auch Sportvorstand Martin Bader gerät wieder in die Kritik
| SID
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Das Aus von Trainer Valérien Ismael beim 1. FC Nürnberg war am Montag nur noch Formsache. Aber auch Sportvorstand Martin Bader gerät wieder in die Kritik.

Nürnberg - Dass Valérien Ismael beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg nach nur vier Monaten entlassen wird, war rund um den Club am Montag keine Frage mehr. Es ging nur noch um das Wann. Am Abend traf sich der Aufsichtsrat des fränkischen Traditionsvereins zu einer außerordentlichen Sitzung - mit einer klaren Tendenz.

Die Leistung der Mannschaft liefere "keine Argumente mehr", sagte der neue Aufsichtsrats-Boss Thomas Grethlein bereits der Bild: "Wir befinden uns in einer sehr kritischen Lage."

Sogar Sportvorstand Martin Bader, der selbst auch in der Kritik steht, rückte nun vom 39 Jahre alten Franzosen ab. Die Situation bereite "schon viele Bauchschmerzen. Eine Ergebniskrise ist immer auch das Resultat schlechter Leistungen. Wir sind nicht blauäugig und können die Tabelle lesen", sagte Bader.

Mit nur vier Siegen aus 13 Spielen, dafür aber sieben Niederlagen, steht der 1. FCN in der 2. Liga nur auf dem enttäuschenden 14. Rang. Die sofortige Rückkehr ins Oberhaus nach dem achten Abstieg erscheint derzeit Utopie zu sein.

Dem früheren Abwehrspieler Ismael wird beim neunmaligen deutschen Meister nicht mehr zugetraut, die Wende zum Besseren zu schaffen. Das blamable 1:2 beim SV Sandhausen sorgte nun für eine weitere Eskalation der ohnehin schon angespannten Situation. Der zunächst als Interimslösung gehandelte Abteilungsleiter Wolfgang Wolf, früher bereits Coach in Nürnberg, will den Posten nicht übernehmen. "Ich stehe auf keinen Fall zur Verfügung, auch nicht übergangsweise", sagte der 57-Jährige am Montag dem kicker. Die Bild brachte derweil den Schweizer René Weiler, der aktuell ohne Verein ist und zuvor den FC Aarau trainierte, ins Gespräch.

Ein Trainerwechsel koste den Verein zwar wieder "einen Haufen Geld", sagte FCN-Finanzvorstand Ralf Woy (55) der Bild, "aber wichtig ist, dass der sportliche Absturz verhindert wird".

Ab 18.00 Uhr tagte der Aufsichtsrat um Grethlein, um die Personalie Ismael zu beraten. Man musste sich aber wieder einmal auch mit einem von Aufsichtsrats-Mitglied Günther Koch eingereichten Antrag auf eine Abwahl des Vorstands befassen - zum vierten Mal innerhalb der letzten Monate. Doch Bader ("Ich bin kritikfähig"), dem die verfehlte Personalpolitik angelastet wird, stand angeblich nicht zur Disposition. Dem Gremium hatte er schon im Vorfeld der Sitzung signalisiert, "dass ich der Letzte bin, der sich der Verantwortung entzieht, wenn man eine personelle Veränderung vorhat".

Doch schon bei der Mitgliederversammlung vor einigen Wochen hatte der 46-Jährige, der seit elf Jahren beim Club tätig ist, Rückendeckung erhalten. Klar sei aber auch, betonte Bader, "dass du in den nächsten Wochen und Monaten nicht ohne jegliche Kompetenz, ohne jegliche Verantwortung, ohne jegliche Substanz arbeiten kannst".

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