DFB-Elf wartet: Nordirland träumt von magischer Nacht

Außenseiter Nordirland wittert gegen den Weltmeister eine Sensation. "Wir haben 30 Jahre auf einen solchen Erfolg gewartet", heißt es beim EM-Debütanten, der vor drei Jahren noch gegen Luxemburg verlor.
| sid
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Die Nordiren Niall McGinn (rechts) und Josh Magennis feiern das 2:0 gegen die Ukraine.
dpa Die Nordiren Niall McGinn (rechts) und Josh Magennis feiern das 2:0 gegen die Ukraine.

Paris - Edelfan Rory McIlroy fliegt mit dem Privatjet ein, die Titanic-Fanzone in Belfast meldet ausverkauft, die Spieler träumen von einer historischen Nacht. Wenn Nordirlands "Dorf-Fußballer" am Dienstag in ihrem größten Spiel seit 30 Jahren auf den Weltmeister Deutschland treffen, steht das kleine, einst so zerrissene Land vereint hinter seiner "grün-weißen Armee".

"Die Bühne ist bereit, Paris eine tolle Stadt, das Stadion fantastisch und der Gegner der Weltmeister in einem großen Turnier. Geht es besser?", fragt Kapitän Steven Davis vor der Partie im Pariser Prinzenpark (18 Uhr/ARD und im AZ-Liveticker) in seiner Kolumne im "Belfast Telegraph". Antwort überflüssig.

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Kaum zu glauben: Noch vor drei Jahren blamierte sich Nordirland in der WM-Qualifikation gegen Luxemburg mit 2:3. Jetzt spielt die "Green and White Army" erstmals bei einer EM, hat mit dem 2:0 gegen die Ukraine bereits Geschichte geschrieben und will nun noch mehr.

Das Achtelfinale ist zum Greifen nahe. "Wir haben 30 Jahre auf einen solchen Erfolg gewartet", sagt Gerry Armstrong. Der heute 62-Jährige schoss bei der WM 1982 das Tor zum legendären 1:0-Sieg gegen Gastgeber Spanien, vier Jahre später war Nordirland letztmals bei einem großen Turnier dabei.

 

 

"Die EM-Qualifikation war schon das Wunder. Alles, was noch kommt, ist eine fantastische Zugabe", so Armstrong im SZ-Interview. "Wir sind ein kleines Land, ein Dorf im Grunde, in dem jeder jeden kennt", sagt Armstrong.

1,8 Millionen Einwohner hat Nordirland, das Jahrzehnte unter den Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten litt. Heute ist die Lage bedeutend ruhiger. "Die Welt sollte sich an uns ein Beispiel nehmen", sagt Armstrong, auch der Fußball habe mit seiner verbindenden Kraft Anteil am Frieden.

 

 

Golfstar McIllroy kommt

Und so steht am Dienstag ein ganzes Land hinter dem "Dorf", wenn es gegen den Weltmeister geht. Sogar Golfstar McIlroy reist direkt von den US Open nach Paris. Als Deutschland als Gegner gezogen wurde, twitterte er vollmundig: "Wenn die Republik sie schlagen kann..." und spielte auf das 1:0 der Iren gegen Deutschland im Oktober an.

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In der Weltrangliste steht Nordirland als 25. acht Ränge vor dem Nachbarn. Und jetzt? Das DFB-Team solle sich in Paris auf einen Kampf einstellen, sagte Jamie Ward: "Wir sind ein hart arbeitendes Team, lassen dem Gegner nicht viel Zeit am Ball. Das wird für die Deutschen vielleicht etwas ungewohnt", sagt der Stürmer: "Wahrscheinlich sorgen sie sich nicht besonders um uns - aber wir werden ihnen Probleme bereiten."

Mittelfeldspieler Corry Evans hofft derweil auf weitere Tränen. Nach dem Sieg gegen die Ukraine habe sein älterer Bruder Jonny, ebenfalls Fußball-Profi, in seinen Armen geweint. "Er ist eindeutig der emotionale Teil der Familie", erzählte Evans: "Mal schauen, wie das nach dem Deutschland-Spiel aussehen wird."

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