Samaras: Schuhcreme für den richtigen Durchblick

Vor dem EM-Viertelfinale gegen Deutschland ist der Offensivspieler aber der große Hoffnungsträger seiner Landsleute.
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Vor dem EM-Viertelfinale gegen Deutschland ist der Offensivspieler aber der große Hoffnungsträger seiner Landsleute.
dpa Vor dem EM-Viertelfinale gegen Deutschland ist der Offensivspieler aber der große Hoffnungsträger seiner Landsleute.

In Griechenland würde es Georgios Samaras keine drei Monate aushalten. Der Rummel wäre ihm zu groß. Vor dem EM-Viertelfinale gegen Deutschland ist der Offensivspieler aber der große Hoffnungsträger seiner Landsleute.

Warschau - Als Georgios Samaras 2006 zu Manchester City wechselte, hatte er ein großes Problem: Er konnte nicht kochen. Auf seine Mutter aber konnte sich der griechische Nationalspieler verlassen. Sie begleitete ihren Sohn auf die Insel, auf sein Lieblingsessen Spaghetti musste Samaras nicht verzichten. Einfacher wäre es gewesen, der 27-Jährige würde in seiner griechischen Heimat seinem Beruf nachgehen. Doch der Offensivspieler vom schottischen Meister Celtic Glasgow würde es nicht einmal für „drei Monate probieren“.

Samaras möchte auf den Rummel verzichten: „Es ist verrückt in Griechenland. Es ist besser, meine Ruhe in Glasgow zu haben.“ Ob der 1,92 große Samaras in Griechenland, England oder den Niederlanden spielte, machte in einer Hinsicht keinen Unterschied. Der Mann mit dem schulterlangen Haar ist aufgrund seines unermüdlichen Einsatzes immer Publikumsliebling. Das war er auch schon in seiner Zeit beim SC Heerenveen (2002 bis 2006), wo er am Ende an der Seite des Bundesliga-Torschützenkönigs Klaas-Jan Huntelaar stürmte.

„In Heerenveen starb meine Jugend. Dort lernte ich, ein Mann, ein Profi zu sein“, sagte Samaras über die vier Jahre in den Niederlanden. Dass er ein richtiger Mann ist, will Samaras auch im EM-Viertelfinale am Freitag in Danzig (20.45 Uhr/ZDF) gegen den dreimaligen Europameister Deutschland zeigen. Es wäre ein Traum, Deutschland zu schlagen, sagte Samaras: „Wir spielen nicht für uns, sondern für elf Millionen Griechen.“ Samaras gilt dabei als großer Hoffnungsträger. Er ist lauf- und kampfstark, verfügt über ein gutes Auge für seine Mitspieler und kann die Bälle in der Spitze behaupten.

„Er hat in Schottland gelernt, sich zu behaupten. Er ist der Anspielpunkt in der Offensive, der den Ball halten kann. Diese Rolle hat er zuletzt perfekt interpretiert“, sagte Angelos Charisteas, Siegtorschütze im EM-Finale 2004 gegen Portugal, dem Fachmagazin kicker. Einziges Manko von Samaras: Mangelnde Torgefahr. Sieben Treffer in 57 Länderspielen lassen die gegnerischen Abwehrreihen und Torhüter nicht gerade erzittern. Dabei greift Samaras vor den Spielen immer zu einem besonderen Trick, um den Durchblick zu haben: Er schmiert sich für den perfekten Halt Schuhcreme in die Haare. Wem's gefällt...

Weitere Eigenarten sind nicht bekannt. Samaras muss nicht im Blickpunkt stehen. Er trinkt keinen Alkohol, verzichtet auf Clubbesuche. Dass er am Freitag gegen Deutschland aufläuft, verdankt er einer Entscheidung in der Jugend. Sein Vater ist Australier, Samaras konnte zwischen beiden Nationalmannschaften wählen – und entschied sich für Griechenland. Das EM-Viertelfinale wird ein Höhepunkt seiner Karriere, und Kämpfer Samaras glaubt an die Chance des Außenseiters: „In den K.o.-Spielen kann alles passieren. Wir haben unsere Chance, die wir nutzen wollen. In einem Spiel kann alles passieren.“

 

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