Russlands Elf macht Tschechien platt

Nur eine Viertelstunde schonten die Russen das tschechische Team, dann wirbelten sie los zu einem spektakulären EM-Auftakt. 4:1 für Russland - trotz Spitzen-Torhüter Petr Cech.
| SID
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Die Russen brachten Tschechien ins Schwitzen und stiegen mit einem lässigen 4:1 in die EM ein.
firo sportphoto Die Russen brachten Tschechien ins Schwitzen und stiegen mit einem lässigen 4:1 in die EM ein.

Breslau -  „Bolschoi“ in Breslau: Leichtfüßig wie die legendären Ballett-Tänzer hat die russische Nationalmannschaft ihren ersten EM-Gegner Tschechien schwindelig gespielt. Die Wirbelwinde der Sbornaja ließen selbst dem Weltklasse-Torhüter Petr Cech beim 4:1 (2:0) keine Chance. Russland setzte sich mit seiner Gala an die Spitze der Gruppe A, Polen und Griechenland hatten sich zuvor im Eröffnungsspiel 1:1 (1:0) getrennt. Für die Tschechen war es eine Lehrstunde: Nie zuvor hatten sie in einem EM-Spiel vier Tore kassiert.

„Du kannst mit Herz spielen, aber wenn du so verlierst, ist das natürlich bitter“, sagte Tschechiens Abwehrspieler Michal Kadlec. Der Profi von Bayer Leverkusen erinnerte sogar an 1996, um wieder ein wenig Hoffnung bei seinen Landsleuten zu wecken: „Damals haben wir in der Vorrunde gegen die Deutschen verloren und kamen doch ins Finale. So müssen wir es diesmal wieder machen.“

Russlands Trainer Dick Advocaat jubelte ausgelassen. „Es gibt keine Garantien für das zweite Spiel, deshalb ist ein Sieg im ersten so wichtig“, sagte der Niederländer. „Wir müssen einige kleine Fehler verbessern und dann das Gleiche noch mal machen.“

Ein paar Minuten lang warteten die Russen im Stadion von Breslau ab. Die 15.000 lautstarken tschechischen Anhänger waren bester Dinge. Doch dann legte sich die Mannschaft von Advocaat (64), der nach der EM den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven übernimmt, ihren Gegner zurecht. Erst traf Alan Dsagojew vor 40.803 Zuschauern gegen heillos verwirrte Tschechen (15.), dann legte Roman Schirokow nach (24.). Das 1:2 (52.) durch den künftigen Wolfsburger Vaclav Pilar war nur ein kleiner Schönheitsfehler: Nach vielen vergebenen Chancen trafen erneut Dsagojew (79.) und der eingewechselte Roman Pawljutschenko (82.).

Dabei hatten die Tschechen zunächst wacher gewirkt und das Spiel in den ersten Minuten bestimmt; vor dem Tor von Wjatscheslaw Malafejew blieb es aber ruhig. Dessen Vorderleute lauerten erst einmal vergeblich auf Konter, machten dann aber ernst: Zunächst leitete Alexander Kerschakow den Ball knapp am Tor von Cech vorbei (14.). Nur wenige Augenblicke später köpfte der Angreifer von Zenit St. Petersburg freistehend an den Pfosten, aus dem Hintergrund konnte Dsagojew schießen, Dsagojew schoss – und traf.

„Cech-ien“? Wirkte zunehmend chancenlos, die Abwehr sah unorganisiert aus und war dem schnellen Angriffsspiel der Russen, die 15 Spiele in Serie nicht verloren haben, nicht gewachsen. Und der Halbfinalist der EM 2008, der sich damals dem späteren Europameister Spanien hatte beugen müssen, legte nach. Der erst kurz vor Turnierbeginn zum Kapitän ernannte Andrej Arschawin sezierte mit einem präzisen Pass die Hintermannschaft der Tschechen, Roman Schirokow lief ungehindert in den Ball hinein und lenkte ihn ins Tor.

Sie waren eigentlich gut ins Spiel gekommen, doch in der Tat waren die Tschechen mit den beiden Gegentreffern vor der Pause noch gut bedient. Gegen die schnellen Schirokow und Arschawin sahen sie aus, als hätten sie Blei in den Schuhen. Auch die Bundesliga-Profis Roman Hubnik (Hertha BSC), Kadlec und Petr Jiracek (Wolfsburg) sowie Pilar waren nur träge Statisten. Die russischen Fans starteten nach 40 Minuten „La Ola“ – nur der tschechische Block verweigerte die Mitwirkung.

Die tschechischen Spieler immerhin rafften sich nach der Pause kurzzeitig auf, nevten die russischen Primaballerinas mit aggressivem Zweikampfverhalten – und hatten Erfolg. Eine Unachtsamkeit in der bis dahin gut sortierten Abwehr der Sbornaja, und nach einem schönen Pass von Plasil umkurvte Pilar schon den russischen Torhüter. Hoffnung keimte wieder auf bei den Tschechen, sie mühten sich, sie kämpften. Doch die Russen wirkten souverän, schlugen zurück, tanzten wieder – und wäre Kerschakow nicht so fahrlässig mit seinen vielen Chancen umgegangen, hätte es „Cech-ien“ noch viel schlimmer erwischt.

 

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