Gruppe C: Gipfeltreffen für Spanien und Italien

Zum Auftakt der Gruppe C kreuzen die beiden letzten Weltmeister Spanien und Italien die Klingen. Für Irland und Kroatien ist im zweiten Spiel des Tages derweil verlieren verboten.
| SID
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Noch sind die amtierenden Welt- und Europameister entspannt beim Training. Wenn sie auf Italien treffen, wird es erst für das Spitzenteam.
dapd Noch sind die amtierenden Welt- und Europameister entspannt beim Training. Wenn sie auf Italien treffen, wird es erst für das Spitzenteam.

Zum Auftakt der Gruppe C kreuzen die beiden letzten Weltmeister Spanien und Italien die Klingen. Für Irland und Kroatien ist im zweiten Spiel des Tages derweil verlieren verboten.

Danzig/Posen - Das Kräftemessen der Fußball-Großmächte Spanien und Italien überstrahlt zum Auftakt der Gruppe C alles. Dabei könnte vor dem Duell des Welt- und Europameisters Spanien mit den von einem Wett- und Manipulationsskandal gebeutelten Italienern am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF) in Danzig die Ausgangslage unterschiedlicher nicht sein. Im Schatten des Gipfeltreffens geht es derweil für die Außenseiter Irland und Kroatien in Posen (20.45 Uhr/ZDF) fast schon um alles.

Zunächst aber richten sich die Scheinwerfer auf die Partie der letzten beiden Weltmeister. Die erfolgsverwöhnten Spanier müssten sich eigentlich um nichts sorgen, tun aber genau das. Dafür lässt sich die – mal wieder – skandalumwitterte Squadra Azzurra durch nichts aus der Ruhe bringen – und versetzt damit die Spanier in Alarmzustand.

„Es scheint so, dass Italien mit anderen Dingen beschäftigt ist, aber das ist nicht so. Wenn sie angeschlagen sind, sind sie am gefährlichsten“, sagte Spaniens Innenverteidiger Gerard Pique: „Ich bin sicher, es wird ein sehr harter Brocken.“

Der 25-Jährige ist nicht der Einzige, der den Zeigefinger hebt. Das gesamte Trainingsgelände des Welt- und Europameisters im polnischen Gniewino ist mit Warnungen übersät. „Die Vergangenheit macht dich nicht zum Champion. Demut schon“, heißt es etwa auf einem der zahlreichen Plakate. Die Botschaft ist klar. Nicht Italien, nicht Frankreich, auch nicht Deutschland: „Unser größter Gegner“, sagt Kapitän Iker Casillas, „sind wir selbst.“

Bei den Italienern könnte man derweil angesichts des Wett- und Manipulationsskandals sowie der Verletzungssorgen in der Defensive eine gewisse Unruhe vermuten. Doch schlechte Stimmung, Scandalo? Fehlanzeige. Ob im kleinen Ristorante, beim Espresso an der Bar oder beim Training: Im Lager des viermaligen Weltmeisters wird viel gelacht. Der Wettskandal wird ausgeblendet, so gut es eben geht.

Das ist ganz im Sinne von Trainer Cesare Prandelli. „In den Tagen im Trainingslager wurde über alles mögliche gesprochen, nur nicht über Fußball. Das ist nicht normal“, sagt der Coach der Azzurri, der viel lieber über Taktik, den Gegner oder das Wetter redet. Dabei hat Prandelli noch viel mehr Probleme: Seine Abwehr fällt fast komplett aus, Kapitän Gianluigi Buffon muss sich gegen Verdächtigungen wehren, die Resultate stimmen nicht.

Vielleicht liegt die Ruhe daran, dass Skandale vor großen Turnieren schon beinahe Routine sind. Vor der WM 1982 saß Stürmer Paolo Rossi eine zweijährige Sperre ab, fuhr trotzdem mit – und wurde Torschützenkönig und Weltmeister. Oder 2006: Der Manipulationsskandal um Juventus Turin löste in der Heimat ein Beben aus – Marcello Lippis Mannschaft stürmte trotzdem zum WM-Titel in Berlin

Auch im Duell der beiden Gruppen-Außenseiter zwischen Irland und Kroatien (20.45 Uhr/ZDF) steht ein Italiener im Fokus: Irlands Nationaltrainer Giovanni Trapattoni. Der ehemalige Bayern- und VfB-Trainer wird mit 73 Jahren und 85 Tagen den EM-Altersrekord von Otto Baric (Kroatien/71 Jahre und 2 Tage) brechen. Doch Altersmüdigkeit verspürt Trap noch nicht: „Zum Aufhören müssen sie mich prügeln.“

Bei den Kroaten sind derweil die Verletzungssorgen groß. Der Neu-Wolfsburger Ivica Olic und der Hamburger Ivo Ilicevic sind verletzungsbedingt bereits abgereist. Nach dem „Schock für mich und uns alle“, wie Trainer Slaven Bilic sagte, ist die Stimmung im Lager der Kroaten trübe. Von der notwendigen Lockerheit vor dem seit Wochen in den kroatischen Medien als „Schlüsselspiel“ bezeichneten Duell mit den kampfstarken Iren ist nichts zu spüren.

 

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