Der große Basti – ein echter Chef!

AZ-Kolumnist Andreas Brehme ist begeistert vom deutschen Team – neben Gomez hat ihn Bayerns Mittelfeldstar beeindruckt. Er sieht Schweinsteiger schon auf Augenhöhe mit Xavi und Lampard.
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München - Haben Sie gestern vor dem Anpfiff zufällig auch in die Augen unserer Nationalspieler gesehen? Haben Sie Nervosität oder Angst entdecken können? Eben! Es gibt einfach so Fußball-Abende, da weißt du als Spieler ganz genau, dass du dieses Spiel nicht verlieren wirst. Gestern war so einer. Die Holländer hatten vielleicht zehn, höchstens 15 Minuten lang eine klitzekleine Chance, dieses Spiel für sich zu entwickeln. Doch dann war es für sie vorbei. Danach haben unsere Jungs die Partie komplett an sich gerissen und einfach mitreißend gespielt.

Dass sie nach einer Stunde beim Stand von 2:0 ein wenig das Tempo herausgenommen und die Holländer ein bisschen haben mitspielen lassen, ist doch nur verständlich. Vielleicht haben sie sich aber etwas zu sehr zurückgezogen, das wird wahrscheinlich auch Jogi Löw bei den Spielern ansprechen. Das Gegentor hätte nicht sein müssen und hat die Partie unnötig spannend gemacht und Löws Nerven etwas überstrapaziert, aber so etwas kann immer passieren. Van Persie hatte bei der Szene auch Glück, dass er Badstuber so verladen konnte.

Wie auch immer: Wir stehen nun nach nur zwei Spielen im Viertelfinale, und wenn nichts Verrücktes passiert gegen Dänemark, werden wir diese Todesgruppe als Sieger verlassen. Natürlich waren Marios Tore gestern allererste Sahne. Beide waren technisch ganz stark. Rumpelfüße, wie ihm ja oft vorgeworfen wird, hat er jedenfalls nicht. Nicht, wenn er so gut drauf ist wie gestern.

Noch mehr als Mario hat mir gestern aber Bastian Schweinsteiger imponiert. Und das nicht nur wegen seiner zwei absoluten Weltklasse-Torvorlagen. Wobei diese zwei Pässe aus dem Fußgelenk natürlich sehr, sehr schön waren, das sind Dinger, die wirklich nur die Besten können, Mesut Özil oder Andrea Pirlo etwa oder David Beckham früher. Oder Xavi. Den Spanier bezeichnet Bastian ja neben Frank Lampard als sein Vorbild.

Aber aufblicken zu ihnen, das muss er schon lange nicht mehr. Bastian ist selbst zum Vorbild geworden. Er ist einer der wertvollsten Mittelfeldspieler Europas, ach was, der ganzen Welt. Er hat das Spiel an sich gerissen, die Partie nach dem Gegentor wieder beruhigt. Auch sein Freistoß kurz vor der Pause, der war ganz groß! Schade, dass daraus kein Tor entstanden ist.

Gegen Portugal war Bastian auch mir noch zu unauffällig und statisch, aber man darf nicht vergessen, dass er lange verletzt war in dieser Saison und sich so auch das verlorene Champions-League-Finale nicht im Training aus dem Kopf kicken konnte.

Doch wie mir scheint, war das gar nicht nötig. Basti hat die Niederlage auch so weggesteckt – wie es sich gehört für einen Fußballer, der nicht nur Führungsspieler sein will, sondern es wirklich ist. Ganz groß – ein echter Chef.

 

 

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