Alfred Dorfer: "Reus ist wie Falco"

Der Wiener Kabarettist Alfred Dorfer über das Bruderduell – und welche DFB-Kicker welchen Legenden der Österreicher ähneln.
| Matthias Kerber
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Welche DFB-Star ähneln welchen Promis? Alfred Dorfer macht für die AZ den Check.
az Welche DFB-Star ähneln welchen Promis? Alfred Dorfer macht für die AZ den Check.

Der Wiener Kabarettist Alfred Dorfer über das Bruderduell – und welche DFB-Kicker welchen Legenden der Österreicher ähneln.

AZ: Herr Dorfer, das Länderspiel zwischen Deutschland und Österreich steht an, aus kabarettistischer Sicht gesprochen: wie viel "tu felix, Austria" steckt im österreichischen Fußball?

ALFRED DORFER: Wir befinden uns in einer unbekannten Hochgefühlslage. Dass wir gegen die Deutschen aber nichts reißen, ist eh klar. Und wir schicken fast alle Österreicher wie den Alaba nach Deutschland. Die Österreicher unterwandern die deutsche Bundesliga.

Eine schleichende, feindliche Übernahme?

So was von schleichend!

Wann waren Sie denn zuletzt so richtig fußballnarrisch in Ihrer Kickkarriere?

Naja, ich hab’ ja unterklassig gespielt, so in der Kreisliga. Und das auf einer Position, die man wohl wegen mir abgeschafft hat. Ich war Libero. Nachdem ich den gespielt habe, hat die Fußballwelt entscheiden: Diese Position braucht kein Mensch.

Früher hat man sich in Österreich damit getröstet, dass wenn man im Fußball schon keine Chance hat, man im Skifahren die Deutschen zumindest abhängt. Auch die Zeiten sind vorbei.

Echt? Fahren die Deutschen Ski? Auch noch erfolgreich?

Maria Höfl-Riesch, Felix Neureuther?

Das muss man genauer analysieren, als eben nur das Ergebnis zu sehen. Bei der Höfl-Riesch leisten wir Entwicklungshilfe, die wohnt in Salzburg und trainiert bei uns mit.

Wie viel Piefke steckt in der österreichischen Volksseele? Oder ist das eine GaB?

GaB?

Größte anzunehmende Beleidigung!

(lacht) Wir haben sicher in unserer Volksseele ein paar Defizite, deren Lösungen wir in den Deutschen sehen – und die wir gerne hätten. Stringenz und so. Aber zu den Bayern sehe ich eigentlich kaum einen Unterschied.

Waren Sie verwundert, dass die Deutschen zur beliebtesten Nation der Welt gewählt wurden?

Nachdem ich gehört habe, dass die Umfrage in Deutschland in Auftrag gegeben wurde, nicht mehr. Sonst schon. Aber um im Fußball zu bleiben: Ich habe kein Feindbild gegenüber den Deutschen. Ich bin vom Fußball so begeistert. Ich habe aber was dagegen, wenn die Italiener mit ihrem Antifußball, den sie so lange gespielt haben, erfolgreich sind.

Es gibt viele berühmte Österreicher. Lassen Sie uns mal schauen, ob es Äquivalente im deutschen Fußball gibt.

Gerne.

Arnold Schwarzenegger.

Da denke ich an Miro Klose. Für mich ist das einer der besten Stürmer der Welt, der immer unterschätzt wird.

Was hat das mit Schwarzenegger zu tun?

Wenn Sie mich so direkt fragen: eher nichts.

Das kann ja heiter werden: Wolfgang Amadeus Mozart?

Das ist für mich der Götze, ein großer Künstler, der mit seiner Genialität über Özil steht. Genie, Wahnsinn – alles da.

Sigmund Freud?

Das kann nur der Lahm sein. Wie der nach Spielende – gerade, wenn es nicht gelaufen ist – alles analysiert: Irrsinn. Über den Wahrheitsgehalt will ich aber nichts sagen.

Hans Moser.

Das ist das Original der Originale. Das kann nur der Beckenbauer sein. Auch schon fast ein Österreicher.

Damit wären wir bei Hermann Maier.

Das kann nur der Schweinsteiger mit seiner Durchsetzungskraft sein. Wenn Sie mir da nicht zustimmen, kommen wir beide nie mehr zusamm’.

Wer wäre Falco?

Die Coolness vom Falco, die hat nur der Marco Reus. Dem schaust schon gerne zu, selbst, wenn er nicht spielt.

Peter Alexander?

Eindeutig der Mario Gomez.

Dann halt der DJ Ötzi?

Der sucht seinesgleichen. Vielleicht der Podolski, aber die Begründung hierfür muss sich jeder selber ausdenken, da wäre die Zunge zu scharf fürs allgemeine Wohlbefinden.

Kaiser Franz Joseph I.?

Das strahlt was Graue-Eminenz-Mäßiges aus, das ist der Heynckes. Falls Sie jetzt noch fragen, wer die Rolle der Sissi übernehmen kann, verweigere ich die Aussage, da kommen wir ja noch in Fahrwasser, um Himmels willen. Da kann ich nur sagen: Bis hierher und keinen Schritt weiter.

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