Abstieg vertagt: Schalke 04 blamiert sich gegen SV Darmstadt 98

Der SV Darmstadt hat mit einem Last-Minute-Sieg gegen desolate Schalker die einzige Chance genutzt, den vorzeitigen Abstieg noch abzuwenden.
| dpa/AZ
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Jerome Gondorf (l) jubelt nach seinem Treffer zum 2:1 mit Artem Fedetskyy
dpa Jerome Gondorf (l) jubelt nach seinem Treffer zum 2:1 mit Artem Fedetskyy

Der SV Darmstadt hat mit einem Last-Minute-Sieg gegen desolate Schalker die einzige Chance genutzt, den vorzeitigen Abstieg noch abzuwenden.

Darmstadt – Darmstadt 98 hat den vorzeitigen Bundesliga-Abstieg noch einmal abgewendet und dem FC Schalke 04 einen großen Sprung Richtung Europa-League-Plätze verbaut. Durch Tore von Mario Vrancic in der 11. Minute und Jerome Gondorf in der Nachspielzeit gewann der Tabellenletzte am Ostersonntag überraschend mit 2:1 (1:1). Im Falle eines Unentschiedens oder einer weiteren Niederlage der "Lilien" wäre die Rückkehr in die Zweite Liga auch rechnerisch nicht mehr zu vermeiden gewesen. Der Spanier Coke hatte mit seinem ersten Tor in seinem dritten Bundesliga-Spiel nach 75 Minuten für den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Für Schalke war nur drei Tage nach ihrem 0:2 in der Europa League bei Ajax Amsterdam ein arger Rückschlag im Kampf um die Europa-League-Plätze. Mit einer Leistung wie dieser lässt sich der Rückstand im Viertelfinal-Duell mit den Niederländern in der zweiten Partie am kommenden Donnerstag kaum noch drehen. In der Fußball-Bundesliga fiel die Mannschaft von Markus Weinzierl auf Rang elf zurück, statt auf den siebten Platz vorzurücken.

Die Niederlagen der Konkurrenten aus Freiburg, Köln oder Mönchengladbach konnte Schalke somit nicht nutzen. In der letzten Minuten mussten die Schalke mit zehn Spielern auskommen, weil Thilo Kehrer wegen einer Notbremse die Rote Karte (82.) sah.

Die Gäste hatten vor 17 400 im ausverkauften Stadion von Anbeginn mehr vom Spiel, vergaben aber zunächst selbst beste Chancen. Guido Burgstaller verschoss nach 58 Minuten sogar einen Foulelfmeter: Michael Esser im Tor der Gastgeber reagierte glänzend und wehrte den schlecht geschossenen Ball mit dem linken Fuß abwehrte. Er wurde damit von den Anhängern begeistert gefeiert. Schon in Halbzeit eins hatten Torjäger Burgstaller mit einem Kopfball und Donis Avdijaj mit einem Schuss aus Nahdistanz ihre Einschussmöglichkeiten überhastet vergeben.

Dem Treffer der Gastgeber durch das vierte Saisontor von Vrancic ging ein schöner Spielzug über Gondorf und Marcel Heller voraus. Vrancic war nach einer Wadenverletzung vor dem Spiel gerade wieder fit geworden. Darmstadt, das die letzten vier Bundesliga-Spiele verloren hatte, wehrte sich mit einfachen Mitteln, versuchte sich mit Kontern und verdiente sich mit kämpferischem Einsatz den dritten Sieg in der Rückrunde. Euphorisch feierten die Fans dem Last-Minute-Treffer von Gondorf in der 93. Minute.

Bei den Gästen steckte das schwere Spiel in Amsterdam (0:2) noch in den Knochen, auch fehlten fünf prominente Namen fehlen in der Stammformation: Benedikt Höwedes (Wadenverletzung), Matija Nastasic (gelbgesperrt), Klaas-Jan Huntelaar (Magen-Darm-Grippe) mussten gänzlich passen, Nabil Bentaleb und Alessandro Schöpf hatten zunächst nur auf der Bank gesessen, wurden erst spät eingewechselt.

"Es war ein echt ungutes Gefühl am Morgen, weil ich wusste, heute kann der Abstieg passieren", räumte der verletzte Peter Niemeyer im TV-Sender Sky ein. "Ich hoffe, es entsteht nach dem Abstieg hier eine Aufbruchstimmung und wir greifen in der 2. Liga wieder richtig an", äußerte der Verteidiger trotz des noch aufgeschobenen Abstiegs.

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