Felix freut sich auf die Mädels

Neureuther steigt in die WM ein. Der Lokalmatador sagt: „Da ist uns einiges zuzutrauen.”
| Thomas Becker
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GARMISCH-PARTENKIRCHEN - Als Felix Neureuther den Modus des nächsten Medaillenwettbewerbs erklären soll, gerät er doch ein wenig ins Schwimmen. „Also, Parallel-Riesenslalom, 16 Nationen, es fahren zwei Frauen und zwei Männer, und es werden Punkte verteilt. Wenn zum Beispiel unser erstes Mädel gewinnt und wir die zweite Paarung verlieren, steht's praktisch 1:1, dann haben die den Ausgleich geschossen. Wenn der Dopfer Fritz mit Bestzeit gewinnt, steht’s 2:1, und wenn ich die letzte Begegnung verlieren sollte, der Fritz aber die schnellste Zeit hat, dann sind wir weiter.”


Einspruch vom Chef: „Stimmt nicht”, meint DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier – und hat natürlich Recht: Bei Punktgleichheit werden die besten Zeiten einer Frau und eines Mannes addiert, und die Nation mit der niedrigeren Gesamtzeit kommt eine Runde weiter. „Das war aber letztes Jahr nicht so”, sagt Neureuther – und hat ebenfalls Recht.
 

Der Team-Wettbewerb, das unbekannte Wesen. Reingepflanzt ins WM-Programm zwischen Ruhetag und den Entscheidungen in den Technik-Disziplinen. Der Modus hat sich des öfteren geändert, seit Neureuther und seine Landsleute 2005 den WM-Titel geholt haben. „Das war sehr überraschend”, sagt Neureuther, „damals sind wir alle über uns hinausgewachsen. Jetzt ist der Wettbewerb für mich eine gute Gelegenheit, in die WM einzusteigen.”


Mit Teamkollege Dopfer hat Neureuther während der ersten WM-Woche Slalom und Riesenslalom trainiert, fern von Garmisch in Innerkrems und auf der Reiteralm bei Schladming. Die Heim-WM haben sie dabei nur am Fernseher verfolgt – und dabei Lob von allen Seiten bekommen: „Ständig kam einer daher und hat uns auf die Schulter geklopft: 'Super-WM! Klasse Eröffnungsfeier! Tolle Siegerehrungen! Super-Stimmung!' Eine unheimliche Werbung für unseren Sport – und für Garmisch. Alles extrem gelungen. Da kann das Organisations-Komitee wirklich stolz drauf sein”, meinte Neureuther. Die Vorfreude, nun endlich in die WM einzusteigen sei sehr groß, sagt er und scherzt: „Weil man auch mit Mädels zusammen fahren darf.”


Doch die sind schwer dezimiert. Doppelolympiasiegerin Maria Riesch und Weltmeisterin Viktoria Rebensburg mussten grippebedingt passen, und auch Kathrin Hölzl, die sich einen rätselhaften Rheuma-Virus eingefangen hat und seit Wochen nicht skifahren konnte, muss auf einen Start verzichten. Maier: „Wir können das sicher einigermaßen kompensieren. Wenn die Männer immer gewinnen, könnte es ja auch so langen.” Neureuther ist auf jeden Fall guter Dinge: „Dieser Kampf Mann gegen Mann ist schon was Spezielles. Man kann uns da schon einiges zutrauen.”


Mit Parallelslaloms hat der Garmischer bereits gute Erfahrungen: Er gewann das Stadt-Rennen in Moskau und hatte auch zuletzt beim Event am Münchner Olympiaberg eine Riesen-Gaudi. Doch diesmal wird ja ein Parallel-Riesenslalom gefahren, wesentlich länger und fordernder als die 200-Meter-Piste im Olympiapark. Das ist gut so, meint Neureuther: „Diese neue Form des Team-Events ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Den Wettbewerb wird niemand auf die leichte Schulter nehmen. Was die City-Rennen angeht: Die sind ja schön und gut, eine schöne Abwechslung, aber die besten Skifahrer sollten schon auf den steilsten und anspruchsvollsten Hängen fahren.”


Da sind sie ja in Garmisch genau richtig: Team-Event und Riesenslalom auf der Kandahar, der Slalom am Gudiberg, auf Neureuthers Berg.

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