"Wir werden alles versuchen": Jetzt beginnt Bayerns Millionen-Poker um Obst

Andreas Obst, Schlüsselspieler des FC Bayern Basketball, steht vor einer entscheidenden Vertragsverlängerung. Die Münchner setzen alles daran, ihn zu halten, doch die Konkurrenz ist groß.
Ruben Stark
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Durchsetzungsstark und das Gesicht des FC Bayern Basketball: Andreas Obst ist beim 93:89 gegen Valencia wieder einmal ein wichtiger Erfolgsfaktor und deshalb hat eine Verlängerung mit dem Welt- und Europameister höchste Priorität bei den Münchnern.
Durchsetzungsstark und das Gesicht des FC Bayern Basketball: Andreas Obst ist beim 93:89 gegen Valencia wieder einmal ein wichtiger Erfolgsfaktor und deshalb hat eine Verlängerung mit dem Welt- und Europameister höchste Priorität bei den Münchnern. © sampics

Mit einem freundlichen "Servus" verabschiedete sich Andreas Obst entspannt in die Münchner Nacht, sein Scherflein zum 93:89-Triumph gegen Valencia Basket hatte der Top-Star des FC Bayern Basketball schließlich zuvor beigetragen. Zwar lieferte der Welt- und Europameister kein Dreierspektakel wie schon an manchem magischen Euroleague-Abend, aber ein belebendes Element war der 29-Jährige mit seinem zwölf Punkten nach überstandenem Mageninfekt allemal.

Ohne Obst hatte der deutsche Meister am Dienstag gegen Partizan Belgrad (63:67) versagt, mit ihm war die Mannschaft von Trainer Svestislav Pesic dann wieder aufgeblüht und hatte einen Auftritt gezeigt, der den Altmeister rundum zufriedenstellte. Obst, das tritt in dieser Saison noch deutlicher zu Tage, ist quasi nicht zu ersetzen für den FC Bayern. Auf dem Spielfeld kaum – und in der Außenwirkung erst recht nicht.

"Das Gesicht des FC Bayern Basketball": Münchner wollen mit Obst verlängern

Das macht die Situation aktuell auch so pikant und elementar wichtig für den Klub aus dem Sendlinger Westpark. Obsts Vertrag läuft nach dieser Saison aus und die Münchner können es sich aus vielerlei Gründen eigentlich gar nicht leisten, dass einer der besten Distanzschützen Europas womöglich einen neuen, einen anderen Weg einschlägt. "Wir werden alles versuchen, was möglich ist. Es ist unsere absolute Priorität", sagte FCBB-Sportchef Dragan Tarlac daher auch.

Präsident Herbert Hainer unterstrich diese Haltung bei Magentasport. "Der FC Bayern", verdeutlichte der 71-Jährige, "hat eine Menge in den Lostopf reinzuschmeißen. Wir werden uns anstrengen, ihn lange in München zu halten. Er ist das Gesicht des FC Bayern Basketball und eines der Gesichter des deutschen Basketballs." Das Ziel sei es, "eine sehr gute Mannschaft um ihn aufzubauen", er sei "überzeugt" von einer Zukunft mit Obst.

Obst auf persönlichem Rekordkurs: 14,1 Zähler pro Spiel

Der gebürtige Hallenser, so ist jedenfalls der optische Eindruck, hat inzwischen auch sein Repertoire erweitert, er ist mehr als nur ein guter Schütze. Gegen das Top-Team aus Valencia, von Pesic als aktuell bestes Team der Euroleague bezeichnet, fiel der Dreier des Nationalspielers zwar nicht wie gewohnt, aber er punktete dann aus dem Nahbereich am Korb oder aus der Halbdistanz. Obst spielt mehrdimensional und ist für den Gegner damit unberechenbarer geworden. Statistisch liegt er zudem auf persönlichem Rekordkurs mit 14,1 Zählern pro Spiel im Durchschnitt nach 22 Einsätzen.

Doch es ist freilich nicht nur in München aufgefallen, dass Obst im Sommer ein neues Arbeitspapier benötigt. Dem Vernehmen nach gibt es zahlungskräftige Mitbewerber aus der Euroleague und es könnte sein, dass der FCBB finanziell seine bisherige Grenze bewegen muss. Spekuliert wird über ein Gehalt von 1,5 Millionen Euro pro Jahr oder gar mehr. Wenn man betrachtet, welche Summen in der Königsklasse für Spitzenspieler gezahlt werden, ist das für einen Profi dieser Klasse nicht übertrieben.

Lucic: Obst "einer der größten Namen im deutschen Basketball"

Die Münchner werden auch mit dem Wohlfühlfaktor, der sportlichen Perspektive und der Infrastruktur um Obst werben. Geht es allein ums Geld, wäre der Optimismus wohl nicht so ausgeprägt. "Du musst dich als Klub bestmöglich präsentieren für Andi", sagte Tarlac noch. Wie reell aber die Gefahr ist, den schnellen, wendigen und kreativen Shooting Guard zu verlieren, umriss Kapitän Vladimir Lucic. Der Serbe, die zweite große Identifikationsfigur neben Obst, hat in seinen zehn Jahren in Bayern, eine Menge Spieler kommen und gehen sehen.

Kapitän des FC Bayern Basketball: Vladimir Lucic.
Kapitän des FC Bayern Basketball: Vladimir Lucic. © IMAGO

"Er ist einer der größten Namen im deutschen Basketball", bekräftigte Lucic einerseits und verwies auch auf den Wiedererkennungswert von Obst in der ganzen Basketball-Bundesliga. Dann setzte der 36-Jährige allerdings einschränkend hinzu: "Bayern hat solche Spieler oft nicht halten können in der Zeit, seit ich hier bin – nicht einen ausländischen Spieler außer mir." Ex-Geschäftsführer Marko Pesic, der nun als Berater fungiert, deutete jüngst im Klub-Podcast "Open Court" an, dass die Münchner ab Sommer mehr finanziellen Spielraum für die Mannschaft bekommen. Wird Obst daher die Ausnahme von der Regel?

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