Voigtmann über seinen DBB-Rücktritt: "Deshalb ist jetzt genau der richtige Moment"

Johannes Voigtmann setzt ein Schlusszeichen hinter seine Nationalmannschaftskarriere und konzentriert sich künftig nur noch auf den FC Bayern Basketball. Der Center: "Es hat unfassbar viel Spaß gemacht."
Ruben Stark
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Das Kapitel Nationalmannschaft ist geschlossen, der
volle Fokus gilt
bei Johannes
Voigtmann nun
den Bayern-Basketballern
Das Kapitel Nationalmannschaft ist geschlossen, der volle Fokus gilt bei Johannes Voigtmann nun den Bayern-Basketballern © Sven Hoppe (dpa)

Wehmut kommt bei Johannes Voigtmann nicht auf. Die Entscheidung hat sich der Routinier ja reiflich überlegt, sie ist keinem spontanen Entschluss über Nacht entsprungen. Und so wirkt der Routinier des FC Bayern Basketball aufgeräumt, als er am Dienstag erklärt, weshalb er der Nationalmannschaft künftig nicht mehr zur Verfügung stehen und all seine Energie nur noch in Deutschlands Vorzeigeklub stecken wird.

"Alles Gute kommt irgendwann zu irgendeinem Ende – und ich habe mir gedacht, es kommen so viele Faktoren zusammen", sagte der 33 Jahre alte Center und zählte auf: "Erstmal sind wir super erfolgreich gewesen die letzten Jahre. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Mein Körper ist jetzt auch nicht mehr so frisch, wie er mal war. Und ich habe gemerkt, wie die Zeit zehrt an einem, die ich nicht mit meinen Kindern verbracht habe in den letzten Sommern." Ergo: "Deshalb ist jetzt, glaube ich, genau der richtige Moment."

"Ich fühle mich bereit für die neue Saison"

Das körperlich sichtbare Zeichen sind die beiden Eisbeutel, die der gebürtige Thüringer nach dem Training auf seine lädierten Knie gepackt hat. Diese Maßnahme ist bereits eine Weile bei Voigtmann zu beobachten und gehört dazu, denn in München will er einiges für eine erfolgreiche kommende Saison beisteuern. "Prophylaxe und Nachbearbeitung von Training ist wichtig und professionell", erklärte der 2,11-Meter-Hüne und merkte an: "Mir geht es super."

Das liegt unter anderem daran, dass Körper und Geist genug Zeit zur Erholung hatten, Voigtmann sich ausgiebig der Familie widmen und auf das vorbereiten konnte, was nun mit den Bayern auf ihn wartet. "Ich fühle mich bereit für die neue Saison", machte er deutlich. Optimistisch blicke er zudem voraus, was auch an der neuen sportlichen Leitung mit Trainer Anton Gavel und Sportchef Thorsten Leibenath liegt, dazu an den "sehr guten Jungs", die hinzugekommen sind.

Voigtmann lobt Neu-Coach Gavel 

Voigtmann lobt Gavel schon fast überschwänglich. "Anton macht einen grandiosen Job, er hat vom ersten Tag an sehr viel Energie gebracht", sagte er und schaute im BMW Park um sich: "Du merkst, dass hier was los ist in der Halle. Es ist beeindruckend und es schwappt aufs Team über. Das war schon als Spieler so, dass er nicht kaputt zu kriegen war und das hat er so mit auf den Trainerstuhl mitgenommen."

Gavel und Leibenath versprechen sich aber auch von Voigtmann im Karriereherbst noch eine Menge, gerade seine Routine und seine Führungsstärke sind für die Münchner ihrer Ansicht nach große Trümpfe. Gavel denkt vor allem eigennützig. "Wir sind froh, dass er aufgehört hat", sagte er augenzwinkernd, denn der Bayern-Coach muss ihn nicht mehr mit dem Verband teilen: "Er hat immer für die Nationalmannschaft die Knochen gehalten und dafür gebührt ihm der Respekt."

Leibenath bezeichnete Voigtmann als "herausragenden Persönlichkeit und herausragenden Sportler. Er ist ein Spieler, der einer Mannschaft in vielerlei Bereichen Stabilität gibt, er hat eine vielfältige Rolle für uns."

Voigtmann wird am Donnerstag in Köln verabschiedet

Die kann Voigtmann mit seiner Qualität als Dreierschütze füllen, mit seinem Spielverständnis, seiner Passqualität und seinen Erfahrungen auf höchstem internationalen Niveau. Bei der Nationalmannschaft wird Voigtmann noch einen letzten Auftritt bekommen, am Donnerstag in Köln vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande.

Es wird sicher emotional. "Ich weiß nicht genau, wie ich mich darauf vorbereiten kann. Ich versuche, mich da nicht übermannen zu lassen. Wir werden mal sehen. Ich habe einige in meiner Familie, die sind näher am Wasser gebaut als ich", erzählte er und fasste nach einer Karriere mit 128 Länderspielen seit 2014, EM-Bronze 2022, dem WM-Titel 2023 und dem EM-Titel 2025 zusammen: "Ich habe die Ehre gehabt, mit dem größten deutschen Basketballer aller Zeiten (Dirk Nowitzki, d. Red.) ganz am Anfang meiner Karriere auf dem Feld zu stehen und habe jetzt am Ende viele Sachen gewonnen mit ganz vielen coolen Typen." Kann man so stehen lassen. 

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