Vladimir Lucic ist Bayerns Che Guevara

Lucic führt die Münchner Basketballer zum Coup bei Topklub Tel Aviv (85:82). "Er ist unser wichtigster Spieler, unser Che Guevara", sagt Coach Trinchieri. Am Freitag wartet Fenerbahce mit Ex-Kapitän Barthel.
| Julian Buhl
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"Er ist unser Leader", sagt Trinchieri über ihn: Vladimir Lucic.
imago "Er ist unser Leader", sagt Trinchieri über ihn: Vladimir Lucic.

Tel Aviv - Am Ende bekamen die Basketballer des FC Bayern doch noch Angst vor der eigenen Courage und zeigten Nerven. Als der Sensationssieg bei Maccabi Tel Aviv 67 Sekunden vor Schluss bei einer 84:78-Führung greifbar war, leisteten sie sich zwei leichtfertige Ballverluste. Maccabi kam so noch einmal bis auf zwei Punkte heran (84:82). Weil Leon Radosevic sich den letzten Offensivrebound sicherte und Vladimir Lucic den Ball am Boden liegend weiterpasste, rettete der FCBB den Sieg gerade noch über die Ziellinie.

Das 85:82 bei Titelkandidat Tel Aviv war perfekt - und damit der erste große Münchner Coup in dieser Euroleague-Saison. "Die Würfe sind gefallen", sagte Lucic, der mit 26 Punkten einen Karrierebestwert in der Königsklasse aufstellte: "Das ist ein großartiger Sieg für uns."

Die neue Spielzeit ist gerade mal drei Spieltage alt. Trotzdem haben die Bayern - nachdem sie dem 90:72 in Berlin gleich den zweiten Triumph in fremder Halle folgen ließen - ihre miserable Bilanz aus der nach 28 Runden coronabedingt abgebrochenen vergangenen Saison mit nur zwei Auswärtssiegen bereits eingestellt.

Pesic: "Wir wollen zeigen, dass wir kein Kanonenfutter sind"

Im Vorjahr kassierten die Münchner auswärts reihenweise vernichtende Niederlagen, regelmäßig mit mehr als 20 Punkten Differenz. Auch in Tel Aviv war man damals mit 55:77 chancenlos. "Wir wollen zeigen, dass wir kein Kanonenfutter sind", hat Geschäftsführer Marko Pesic der runderneuerten Mannschaft und ihrem neuen Coach Andrea Trinchieri nun aufgetragen. Die Maßnahmen, die der Trainer dafür getroffen hat, scheinen früher als erwartet zu greifen.

In Tel Aviv hielten die Bayern jedenfalls von Beginn an mit einer bemerkenswert starken Defensivleistung dagegen und Maccabi so zur Halbzeit bei gerade einmal 25 Punkten (34:25). Nach dem Seitenwechsel fanden vor allem Lucic und Paul Zipser (16 Punkte) in der Offensive mehr und mehr in ihren Rhythmus. Und unterm Korb räumte Center Jalen Reynolds (14 Punkte) ab - auch mal per spektakulärem Monsterblock gegen Tyler Dorsey.

FCBB-Coach Trinchieri bemängelt Fehler zum Schluss

Weil es sein Team trotzdem noch mal spannend machte, sprach Trinchieri hinterher von einem "seltsamen Spiel": "Wir hatten es unter Kontrolle und waren sehr gut in der Verteidigung. Aber wir haben nicht an den Sieg geglaubt und in den letzten 50 Sekunden so viele Fehler gemacht, die eigentlich nicht akzeptabel sind."

Die hatten dem strengen Italiener "Kopfweh" bereitet. "Aber ich stehe fest zu meinem Team und kann mit den Fehlern leben, wenn ich sehe, was sie für einen Einsatz bringen und wie die Jungs über das Parkett fliegen und nach dem Ball hechten", sagte er.

Für diesen bedingungslosen Einsatz stand vor allem Lucic - nicht zum ersten Mal. Pesic bezeichnet den Vize-Kapitän, der bereits in seine fünfte Saison mit Bayern geht, nicht umsonst als "Klebstoff", der die Mannschaft zusammenhält. Gegen Maccabi traf der Serbe vier seiner fünf Dreier-Versuche und wurde zum wertvollsten Spieler des dritten Euroleague-Spieltags gewählt. "Lucic ist unser allerwichtigster Spieler, unser Leader, schon lange im Verein und unser Che Guevara", schwärmte Trinchieri von Bayerns Revolutionsführer. Der Münchner Che Guevara! "Er spricht vielleicht nicht so viel, aber ich bin glücklich über einen Spieler, der so seine Leistung sprechen lässt."

Jetzt wartet Fenerbahce auf die Bayern

Lange ausruhen können sich die Bayern auf ihrem Überraschungserfolg nicht. Schon am Donnerstag ging es mit der Chartermaschine weiter nach Istanbul, wo am Freitagabend (19.45 Uhr) mit Fenerbahce das nächste Topteam wartet.

Auch das Wiedersehen mit Ex-Kapitän Danilo Barthel wird sich auf den Court beschränken. Zum Neuaufbau der Bayern sagte Barthel im "Magentasport"-Podcast "Abteilung Basketball": "Das ist relativ sinnvoll, was da in den letzten Monaten passiert ist." Den FCBB würden Aggressivität, Geschwindigkeit, Athletik auszeichnen. Von all dem kann er sich am Freitagabend sein eigenes Bild machen. . .

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