Verliebt in Berlin: Wechsel von Maodo Lo ist offiziell

Der Spielmacher der Bayern-Basketballer, Maodo Lo, wechselt zu Alba Berlin. Er sagt: "Berlin ist mein Zuhause, mein Alles."
| Julian Buhl, AZ
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Maodo Lo verlässt den FC Bayern Basketball nach zwei Jahren.
Rauchensteiner/Augenklick Maodo Lo verlässt den FC Bayern Basketball nach zwei Jahren.

München - Danilo Barthel ist schon weg. Und knapp eine Woche nachdem der Kapitän die Basketballer des FC Bayern verlassen und sich Fenerbahce Istanbul angeschlossen hat, steht der nächste schmerzliche Verlust für die Münchner fest.

Denn auch Maodo Lo hat seinen zum 30. Juni ausgelaufenen Vertrag bei Bayern nicht verlängert – stattdessen wechselt er zu einem anderen Klub. Und zwar nicht zu irgendeinem, sondern ausgerechnet zu Alba Berlin, das die Bayern beim Geister-Meisterturnier im Audi Dome gerade als Champion abgelöst hat.

Lo war Bayerns Point Guard Nummer eins

Die Einigung des Hauptstadtklubs mit dem 27-Jährigen wurde am Mittwochvormittag offiziell vermeldet. Aus Sicht der Berliner ist der Wechsel durchaus ein Coup – sie konnten den Münchnern einen ihrer Schlüsselspieler abwerben. Lo war in der abgelaufenen Saison schließlich Bayerns Point Guard Nummer eins. Speziell in der Hinrunde füllte er diese Rolle auch sehr zur Zufriedenheit der Münchner aus. "Wir wollten dieses Jahr sehen: Kann Maodo Aufbauspieler bei Bayern München auf diesem Niveau sein?", sagte FCBB-Geschäftsführer Marko Pesic im November der AZ und gab die Antwort gleich selbst: "Er kann's!"

Zu spüren bekam das insbesondere Alba, als Lo die Bayern im Euroleague-Duell kurz vor Weihnachten in Berlin mit zwei Dreiern in Folge in den Schlusssekunden in die Verlängerung rettete und somit letztlich noch zum Sieg (77:76) führte. Gegen Olympiakos Piräus (85:83) legte Lo mit 19 Punkten ein weiteres Highlight-Spiel hin. Während die anderen Guards im Kader des FCBB größtenteils enttäuschten, kam er in der europäischen Basketball-Königsklasse im Schnitt auf neun Punkte und 3,3 Assists.

Wade Baldwin wird als Nachfolger gehandelt

"Maodo weiß noch gar nicht, wie gut er ist", sagte Pesic und hoffte auf eine weitere Entwicklung: "Er muss noch mehr aus sich rauskommen. Als Aufbauspieler muss man den Mund aufmachen, dirigieren, vielleicht auch mal seine Mitspieler anschnauzen." Das liegt Lo weniger, er verkörpert nach wie vor einen leisen Leader. Für Pesic stand im November eins trotzdem außer Frage: "Wenn er will, kann er seinen Vertrag sofort verlängern. Für fünf Jahre!"

Lo wollte nicht. Und nun steht fest, dass er sich nach zwei Jahren und mit dem bitteren Viertelfinal-Aus beim Meisterturnier - bei dem er längst nicht mehr in der Form der Hinrunde spielte - aus München verabschiet. Zu einem Wiedersehen mit dem neuen Bayern-Coach Andrea Trinchieri, unter dem er schon in Bamberg spielte, wird es also nicht kommen. Der US-Amerikaner Wade Baldwin, der zuletzt für Olympiakos spielte, wird auch von "Sportando" bereits als möglicher Lo-Nachfolger genannt.

Rückkehr in die Geburtsstadt

Bei Los Entscheidung haben neben sportlichen viele Dinge eine Rolle gespielt. Es ist wohl mehr eine für Berlin als gegen München. Dort wurde er geboren. "Berlin ist mein Zuhause – meine Freunde, meine Familie, meine Kindheit, meine Erinnerung, mein Alles", sagte er mal im "Tagesspiegel": "Ich liebe Berlin. Ich bin Hardcore-Berliner." Sobald er frei habe, "bin ich jede Minute in Berlin. Berlin ist in mir, ich bin Berlin."

Eine solche Verbundenheit konnte ihm München schlicht nicht bieten. Seine Mutter, die Künstlerin Elvira Bach, lebt nach wie vor in der Hauptstadt. Nach dem Tod seines Bruders Lamine (†34) im vergangenen Sommer sprach Lo von einer "wahnsinnig schwierigen Zeit für meine Familie und mich", und sagte: "Zum Glück war ich da zu Hause." Dorthin zieht es ihn nun noch mehr zurück. Zumal seine Mutter, zu der er ein sehr enges Verhältnis hat, und sein senegalesischer Vater sich nach dem Corona-Lockdown mittlerweile getrennt haben.

In Berlin begann Lo einst bei den Central Hoops und in Charlottenburg auch mit dem Basketball, für Alba spielte er aber nie. Auch wenn das den Bayern aus sportlicher Sicht ganz und gar nicht gefallen dürfte: Nun findet zusammen, was irgendwie schon lange zusammengehört.

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