"Sollten nicht in Panik verfallen": FC-Bayern-Coach Gavel verlangt mehr Konzentration

Anton Gavel hatte der Partizan-Abend nicht geschmeckt, daraus machte er keinen Hehl. Doch Zeit für Trübsal war auch nur bedingt, schon am Sonntag musste und wurde die Bundesliga-Aufgabe gegen die stark gestarteten Oldenburger mit 113:60 souverän gelöst – und noch wichtiger: Am Donnerstag will der Trainer des FC Bayern Basketball beim nächsten Euroleague-Heimspiel gegen Virtus Bologna einen deutlichen Lerneffekt sehen.
Gavel: "Wir sollten nicht in Panik verfallen"
"Vor Virtus haben wir mindestens zwei Tage Training, die wir gut nutzen müssen", hatte Gavel am Freitagabend schon kurz nach dem völlig vermeidbaren 84:86 gegen Belgrad im ersten Königsklassen-Heimspiel der Saison gesagt. Es war exakt eines dieser Spiele, wie sie in der Euroleague häufig zu sehen sind und die am Ende der Spielzeit den Unterschied zwischen Playoffs und Ausscheiden ausmachen, die also richtig teuer werden können.
Im Vorjahr waren es diese engen Partien, nach denen die Münchner viel zu häufig mit betretener Miene dastanden, während der Gegner freudig übers Parkett hüpfte. "Wir sollten nicht in Panik verfallen, aber klar, das Spiel hätten wir haben können", sagte Gavel.

FC Bayern gelangt zum Start ein Überraschungscoup
Unterm Strich stehen jetzt drei Euroleague-Auftritte, die einen Überraschungscoup bei Hapoel Tel Aviv (86:84) brachten, einen richtigen Nasenstüber beim 76:100 bei Fenerbahce Istanbul und eine erste derbe Enttäuschung. "Wir haben uns zweimal eine solide Führung rausgespielt und hintenraus dann trotzdem den Kopf verloren. Das darf nicht passieren, dazu ist die Euroleague zu stark, da müssen wir smarter spielen", fasste Neu-Bayer Johannes Thiemann, der sich schon jetzt als wesentliche Verstärkung erweist, die Eindrücke zusammen.

Gavel: "Haben gemerkt, wie physisch agiert wird"
Gavel kommentierte die Erfahrungswerte so: "Wir haben gemerkt, wie physisch agiert wird." Die letztlich entscheidenden 17 Ballverluste am Freitag seien auch durch die Defensive von Partizan erzwungen worden. "Da müssen wir besser sein, besser auf den Ball aufpassen", forderte der gebürtige Slowake und betonte den enormen Wert, einer eigenen aggressiven Verteidigung, "damit wir auch einfache Punkte im Fastbreak bekommen. Nur so können wir Spiele gewinnen."
Weil der FCBB aber 29 Punkte für Belgrad im Schlussabschnitt zuließ, ging dieser Plan nicht auf. Die Bundesliga, und auch Teams wie Oldenburg verzeihen mehr Fehler des auf nationaler Ebene qualitativ deutlich am stärksten besetzten Kaders.

FC Bayern gewinnt gegen Oldenburg mit 53 Punkten Vorsprung
International gibt es diesen Spielraum nicht. Mit Thiemanns Worten: "Es ist normal, dass ein, zwei Fehler passieren, aber das Belgrad-Spiel zeigt, dass es in der Euroleague einen Unterschied macht, in der BBL wiegen sie vielleicht nicht so schwer."
Wenn es einen weiteren Beleg dafür brauchte, dann den Sonntag. Die Norddeutschen waren als Tabellenführer angereist und traten den Heimweg mit einer 53-Zähler-Klatsche an. Ab dem zweiten Viertel war es ein ungleiches Duell, das die Bayern mit sechs Spielern im zweistelligen Punktebereich beendeten. Duane Washington war mit 19 Zählern der Beste.