Nach dem Debakel von Belgrad: Bayern beendet dank Lucic die Euroleague-Flaute

Die Bayern-Basketballer betreiben Wiedergutmachung für die Schmach von Belgrad und beenden mit dem Sieg Asvel Villeurbanne ihre Euroleague-Flaute.
Martin Wimösterer |
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Vladimir Lucic war der überragende Mann beim Bayern-Sieg bei Asvel Villeurbanne.
Vladimir Lucic war der überragende Mann beim Bayern-Sieg bei Asvel Villeurbanne. © IMAGO/Mourad Allili

Es gibt Spiele, die sind wie ein Vorher und ein Nachher. Darum muss man den Finger noch einmal in die Wunde legen und an die 73:103-Klatsche der Basketballer des FC Bayern in Belgrad erinnern. Ein Debakel, das anderswo in der Schleudersitz-Liga Euroleague einen Coach schon mal in die Umlaufbahn katapultiert hätte. Doch erstens ist Markus Söders "Bavaria One" noch nicht fertig. Und zweitens wollen die Bayern mit ihrem unter viel diskutierten Umständen verpflichteten Trainer Anton Gavel etwas aufbauen.

Erste Antwort auf das Debakel von Belgrad

Und dass das gelingen könnte trotz des schlechten Starts auf internationalem Parkett, das zeigte der 99:95-Sieg der Bayern bei Asvel Villeurbanne.

"Wir haben heute eine Reaktion und Charakter gezeigt – das war das Allerwichtigste nach drei Niederlagen in Serie und nach dem Auftreten letzte Woche in Belgrad", sagte Vladimir Lucic. Neben Austin Wiley (22 Punkte) packte der 37-jährige Altmeister selbst an, angestachelt von der Pleite in der serbischen Heimat, beim Erzrivalen seines Ex-Klubs Partizan.

Lucic als Anführer in der Crunchtime

Weit hinaus über seine 18 Punkte und acht Assists – beides persönliche Bestwerte für ihn in dieser Saison – bewies "El Comandante" seinen Wert fürs Team. In den verbleibenden 103 Sekunden des Spiels, die Partie stand Spitz auf Knopf, lieferte der Veteran. Er zog Fouls von TyTy Washington und Jae Crowder, weshalb die Asvel-Spieler vom Feld mussten. Er trug in diesen Sekunden sechs Punkte bei, darunter seelenruhig an der Freiwurflinie, als hätte es die vier Niederlagen zuletzt und Druck nicht gegeben.

"Und er küsste Fortuna, sodass sie in den Schlusssekunden die Schiedsrichter zu einer strittigen Entscheidung pro Lucic und Bayern anhielt. Die Gäste führten zehn Sekunden vor Schluss 97:95, als Lucic Patty Mills beim Versuch des Steals umrammte. Die Unparteiischen Damir Javor (Slowenien), Michele Rossi (Italien) und Stefan Calic (Serbien) sahen aber von einer Strafe ab, sogar als Asvel-Trainer Tony Parker zur Videokorrektur aufrief.

Glücksmoment und strittige Szene

Glück für die Schiedsrichter, dass das französische Weltraumprogramm seine Raketen in Französisch-Guayana, weit entfernt von den Fans in Villeurbanne, ins All schießt. Und Glück für die Bayern, Glück für den Comandante: Der Ball blieb bei den Bayern – entscheidend in dieser Crunchtime.

Auch wenn speziell defensiv vieles weitere alles andere als rund lief in Frankreich: Bayern-Trainer Gavel atmete durch, als die Niederlagenserie zu Ende ging. "Der Sieg war auch wichtig für unser Selbstvertrauen", ordnete er ein. "Wir haben auch mal einen Rückschlag weggesteckt, als Asvel im letzten Viertel die Führung übernahm. Das ist gut für unsere Moral."

Gavel atmet auf – Blick auf Moral und Selbstvertrauen

Am Sonntag (18 Uhr/Dyn) steht aber erst einmal das BBL-Spiel bei den Würzburg Baskets an. In der Euroleague geht es für die Bayern mit den Auswärtsspielen in Valencia und Kaunas weiter. Am 19. November kommt dann Baskonia aus Gasteiz vorbei.

"Ich hoffe wir können auch bald daheim einen Sieg im SAP Garden einfahren", sagte Lucic, der zuletzt am TV-Mikro noch eingefordert hatte, dass die Anhänger seinem Team mehr Energie geben müssten und nicht nur umgekehrt. Nun sagte er mit Blick auf einen Heimsieg: "Unsere Fans hätten das verdient."

Ein Satz wie ein Herzchen am Himmel.

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