"Mutig, positiv, nicht ängstlich, risikobereit: Bayerns neuer Sport-Boss Leibenath sorgt für frischen Wind
Wenn es so kommt, wie sich das Thorsten Leibenath vorstellt, dann gibt es von den Basketballern des FC Bayern einiges zu sehen in der kommenden Saison. "Mutig, positiv, nicht ängstlich, risikobereit", soll die Mannschaft nach dem Willen des neuen Sportchefs auftreten. So skizzierte er es bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am Mittwoch im BMW Park.
Redegewandt gab er sich da, aufgeschlossen und vor allem hoch motiviert. "Hier wird strategisch, visionär und bodenständig gearbeitet. Das gefällt mir extrem gut", stimmte Leibenath zunächst ein Loblied auf die Münchner an, ehe der 51-Jährige umriss, wie er dies mit seiner persönlichen Note zu würzen gedenkt: "Wir werden versuchen, mit kreativen, ungewöhnlichen Maßnahmen besondere Resultate zu holen."
"Eines der ambitioniertesten und innovativsten Duos": Hainer über Leibenath und Gavel
Es weht mit Leibenath und Trainer Anton Gavel unverkennbar ein frischer, ein neuer Wind durch die sportliche Führung des deutsche Branchenkrösus, der diesen Status künftig auch wieder mit Trophäen unterstreichen möchte. Präsident Herbert Hainer verspricht sich von der Konstellation zweier Ex-Ulmer, die "blindes Verständnis" auszeichne, jedenfalls viel. "Das ist eines der ambitioniertesten und innovativsten Duos in der Bundesliga und in Europa", sagte er.
Und dazu passt, dass der FC Bayern seine Infrastruktur weiter modernisieren wird. Im Herbst, so berichtete Hainer, solle der Spatenstich für ein sogenanntes Basketball-Performance-Center erfolgen. "Das wird am Campus entstehen und da werden wir alle Basketballaktivitäten da draußen zusammenziehen", sagte der Bayern-Boss und nannte eine Bauzeit von etwa zweieinhalb Jahren.
Bayern nimmt auf internationaler Bühne die Playoffs ins Visier
Leibenath kommt dafür wie gerufen. In den 15 Jahren, die er in Ulm amtierte, entstand der OrangeCampus als eines der modernsten Leistungszentren Europas. Es war und ist ein Schlüssel zum Erfolg der Schwaben, die es auch mit Leibenaths Expertise häufig schafften, besondere Talente mit besonderem Potenzial ausfindig zu machen und diese dann weiterzuentwickeln.
Ideenreichtum wird nun auch in München gefragt sein, nicht zuletzt, wenn es darum geht, in der Euroleague konkurrenzfähig zu sein. Neben den nationalen Titeln in BBL und Pokal nehmen die Bayern auf internationaler Bühne wieder die Playoffs ins Visier. "Davon gehen wir nicht weg", meinte Hainer, obwohl in diesem Sommer erneut enorme Summen auf dem Transfermarkt bewegt werden. Als Beispiel nannte der 71-Jährige den Wechsel von Top-Star Mike James zu Efes Istanbul. Dieser verdiene drei Millionen Euro netto, das sei in München in der Dimension nicht darstellbar.
Für den Playoff-Traum: "Wir müssen überperformen"
Also braucht es andere Wege, andere Mittel, andere Methoden – eben das Duo Leibenath und Gavel. "Wir müssen überperformen, wenn wir in die Playoffs wollen", sagte Hainer und Leibnath nahm die Vorlage ein paar Minuten später auf. "Wir wollen in der Euroleague overperformen, wir wollen nicht gemessen an unserem Budget einfahren, sondern wir wollen darüber hinaus landen."
Deswegen müsse man mit "unkonventionellen Maßnahmen" arbeiten. Das geringe Budget im Vergleich zu Panathinaikos Athen oder Real Madrid "tut mir persönlich überhaupt nicht weh. Ich finde es eher spannend."
FC Bayern bastelt weiter am Kader
Nachdem sich Leibenath nun ein paar Wochen ein erstes Bild gemacht hat von Klub und Team, folgt eine Phase mit weiterer Arbeit am Kader. Neu sind bisher Duane Washington junior (Partizan Belgrad), Tobias Jensen (Ulm), Austin Wiley (Jerusalem) und Johannes Thiemann (Gunma/Japan). Beendet sind die Aktivitäten damit nicht.
Doch wichtiger als die Frage, wie viele Spieler noch kommen, ist Leibenath die "100-prozentige Identifikation" mit dem FCBB und "alles mit maximaler Intensität zu machen". Er selbst, davon ist auszugehen, wird das vorleben.

