Marco Völler: "Mein Vater hat meistens recht"

Marco Völler ist mit den Gießen 46ers zu Gast beim FC Bayern Basketball. In der AZ spricht er über seinen berühmten Vater Rudi, dessen impulsiven Auftritte und den Einfluss von Dirk Nowitzki auf die Karriere.
| Alexander Maier
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Marco Völler spielt am Sonntag mit den Gießen 46ers gegen den FCBayern Basketball.
dpa Marco Völler spielt am Sonntag mit den Gießen 46ers gegen den FCBayern Basketball.

München - Marco Völler spielt in der Basketball-Bundesliga bei den Gießen 46ers, die am 1. Mai (15.30 Uhr) Gegner des FC Bayern sind. Er ist der Sohn des früheren Fußball-Nationalspielers und Bundestrainers Rudi Völler.

AZ: Herr Völler, am 1. Mai geht es für Sie mit den Gießen 46ers zu den Basketballern des FC Bayern. Sind Sie als Sohn von Rudi Völler, Fußball-Weltmeister und aktuell Sportlicher Leiter bei Bayer Leverkusen, eine besondere Zielscheibe für Fans in fremden Stadien?
MARCO VÖLLER: Natürlich kommt hin und wieder Mal was, jeder kennt diese „Es gibt nur ein Rudi Völler“-Gesänge. Aber ich bin da sehr unempfindlich.

Als Kind war Ihre Sportart zunächst der Fußball. Wie kam es dazu, dass Sie sich ab dem 14 Lebensjahr für Basketball entschieden haben?
Das war im Grunde ganz einfach: Ich hatte den Spaß am Fußballspielen verloren. Schon davor hab ich mit meinen Freunden öfters Basketball auf der Straße gespielt. Mit 14 habe ich mich dann beim EOSC Offenbach angemeldet.

Wie hat Ihr Vater auf die Entscheidung reagiert?
Das war für ihn kein Problem. Er freut sich darüber, dass ich das machen kann, was mir Spaß macht. Heute freut es ihn natürlich auch, dass ich mittlerweile relativ großen Erfolg damit habe.

Noch viel mehr Erfolg hat Ihr Vater Rudi Völler. Er ist aber auch für sein Temperament und seine klaren Meinungsäußerungen berühmt und teils berüchtigt. Können auch Sie laut werden in der Kabine?
Eher selten. Ich kann schon auch mal Ansagen machen, aber bei diesem Thema unterscheide ich mich grundsätzlich schon von meinem Vater.

Wie ist das eigentlich, wenn man daheim vor dem Fernseher sitzt und der Vater wieder einen Spruch raushaut oder wie einst Waldemar Hartmann angeht? Finden Sie das witzig oder denken Sie sich: 'Ach ne, nicht schon wieder'?
Ich habe das bis jetzt immer erst im Nachhinein mitbekommen. Dann versuche ich, erst einmal herauszufinden, was genau passiert ist, wie das Spiel war. Im Grunde hat mein Vater meistens recht mit dem, was er sagt, die Art und Weise wie er es rüberbringt, ist halt manchmal sehr deutlich, er verstellt sich nicht.

Und setzt sich damit von vielen seiner Kollegen ab.
Wenn jemand etwas zu ihm sagt und er sich darüber aufregt, dann regt er sich halt darüber auf und versucht nicht, einen auf lieber Kerl zu machen und jedem zu gefallen. Ich denke da genauso: Zeig’ immer wer du bist, allen recht machen kann man es sowieso nicht.

Als Jugendspieler haben Sie gesagt, Sie möchten einmal die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Seit dieser Saison spielen Sie bei den Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga. Sind Sie diesem Traum nun einen Schritt näher gekommen?
Egal was für eine Sportart man ausführt, man möchte immer das Höchste erreichen. Im Basketball ist das der Gewinn der Bundesliga. Wäre natürlich schön, wenn das irgendwann klappt, dieses Jahr wird das aber extrem schwierig.

2014 haben Sie ein International-Sports-Management-Studium abgeschlossen. Könnten Sie sich vorstellen, bei Ihrem Vater ein Praktikum zu machen oder später gar mit ihm zusammen zuarbeiten?
Das höchste Ziel eines jeden, der so etwas studiert, ist es natürlich einen Bundesliga-Verein zu managen, egal ob im Fußball oder im Basketball. Ich glaube, dass eine Zusammenarbeit mit meinem Vater schon klappen könnte. Aber da hätte er natürlich auch ein Wörtchen mitzureden, ob er das überhaupt möchte. (lacht)

Sie haben als Jugendlicher Dirk Nowitzki in Köln getroffen. Hatte das Einfluss auf Ihre Basketball-Karriere?
Ich war damals 15 oder 16, da blickt man natürlich ehrfürchtig auf solche Sportler. Er hatte leider nicht viel Zeit, dennoch war es ein tolles Erlebnis. Das Treffen hatte mit Sicherheit einen Einfluss auf meine Zukunft im Basketball, es hat mich in meinen Zielen und meiner Motivation bestärkt.

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