"Mag diese Überheblichkeit nicht": Bayern-Coach Pesic stört die Einstellung seiner Spieler

Svetislav Pešić reagiert bekanntlich auf gewisse Dinge allergisch. Zum Beispiel, wenn die Einstellung seiner Spieler nicht stimmt oder wenn zu lasch verteidigt wird oder es an grundlegenden Elementen fehlt. Das BBL-Spiel gegen das Tabellenschlusslicht Löwen Braunschweig hatte für den Trainer des FC Bayern Basketball trotz des letztlich standesgemäßen 98:80-Erfolges solche Momente.
"Ich kann verstehen, dass uns ein schweres Spiel gegen Efes erwartet. Aber unsere Priorität ist die Bundesliga, dafür müssen wir uns besser vorbereiten. Ich mag diese Überheblichkeit nicht", schimpfte der 76-Jährige danach: "Für mich ist es nicht genug, nur zu gewinnen, sondern wichtiger, wie man gewonnen hat." Pesic will nicht nur bei den Highlights oder in der Euroleague sehen, dass die Herangehensweise seriös genug ist, es ist für den Altmeister eine alltägliche Voraussetzung. Und wenn die eben nicht zur Zufriedenheit erfüllt ist, dann darf die Mannschaft keine Altersmilde von Pesic erwarten, sondern dann erlebt sie den Grantler Pesic: "Noch einmal haben wir gesehen, dass wir speziell zu Hause in der BBL denken, dass wir nur in die Halle kommen müssen – und das Spiel ist erledigt."
Pesic: "Die Bundesliga ist sehr gefährlich"
Denn die übermäßige Lässigkeit, sie war schon zuvor das eine oder andere Mal zu beklagen, bei der Heimniederlage gegen Ulm Anfang Februar oder auch bei der Halbfinal-Pleite im Pokal gegen Bamberg. So ganz hat auch der routinierte Serbe dem Team diese Marotten nicht ausgetrieben.
"Die Bundesliga ist sehr gefährlich", sagte Pesic, was für den unangefochtenen Tabellenführer auch als Warnung für die Playoffs um die Meisterschaft gelten dürfte.
Gegen Braunschweig war aber letztlich die individuelle Klasse ausreichend. Angeführt von Andreas Obst (21 Zähler) punkteten auch Niels Giffey, Xavier Rathan-Mayes (beide 16), Isiaha Mike (12) und Johannes Voigtmann (10) zweistellig.
Ein Sieg für Bayerns Basketballer gegen Anadolu Efes Istanbul ist Pflicht
Anadolu Efes Istanbul dürfte am Donnerstag (20.30 Uhr/Magentasport) ähnliche Verhaltensmuster härter und teurer bestrafen, obwohl das türkische Top-Team in dieser Saison seinen Ambitionen in der Königsklasse als Tabellenvorletzter mit nur neun Siegen weit hinterherhinkt. Nach einem Trainerwechsel versucht gerade der Ex-Bayern-Coach Pablo Laso den zweimaligen Euroleague-Champion in die Spur zu bringen – bisher vergeblich.
Für die Bayern hingegen ist ein Erfolg ein Muss, um bei acht verbleibenden Spielen in der Hauptrunde die Minimalchance auf die Endrunde zu wahren. "Es sind im Moment drei Spiele auf die Play-In-Plätze – ein Sieg gegen Efes wäre da riesig, um noch im Rennen zu bleiben und alle theoretischen Chancen offenzuhalten", sagte Routinier Giffey.
Ein Sieg würde auch Pesics Gemüt besänftigen – aber nur, wenn er auf die richtige Art und Weise gelingt.