FC Bayern Basketball vs. Alba Berlin: Pesic-Team ringt nach Playoff-Pleite um Antwort

Nach dem Final-Warnschuss schlug Justus Hollatz sofort Alarm. "Alba hat schon wieder 86 Punkte gemacht, das kann nicht unser Anspruch sein", sagte der Aufbauspieler des FC Bayern Basketball zur 79:86-Pleite gegen Berlin im zweiten Playoff-Endspiel und setzte hinzu: "Unser Anspruch ist, über die Defense Spiele zu gewinnen. Aber wir haben defensiv das Spiel verloren."
Erste Niederlage im Playoff-Lauf der Bayern
Ziemlich bedient hatten die Münchner zuvor das Parkett verlassen, als sie feststellen mussten, dass es nichts wird mit einem ungeschlagenen Durchmarsch zur dritten Bundesliga-Meisterschaft in Folge. Gleichwohl ordnete Welt- und Europameister Hollatz auch ein: "Ich bin jetzt selbstbewusst, ich war von vornherein selbstbewusst. Es ist nicht normal, dass man mit 9:0-Siegen durch die Playoffs geht, es ist normal, dass man auch mal ein Spiel verliert."
Aber wie geht der Titelverteidiger nun damit um? Lässt sich die Mannschaft von Trainer-Altmeister Svetislav Pesic von den couragierten Hauptstädtern beeindrucken oder sprechen sie am Mittwoch in Spiel drei in der Max-Schmeling-Halle (20.30 Uhr/Dyn) ein sportliches Machtwort? "Verantwortung für unser eigenes Spiel und die richtigen Entscheidungen, das bringt uns Resultate. Wir wissen sehr gut, wie Alba spielt und wie wir spielen müssen", sagte der 76 Jahre alte Coach, der nach dem BBL-Finale seine Erfolgskarriere beendet.
Mehr Physis und "ekligeres" Spiel gefordert
Hollatz findet, die Bayern müssten den Berlinern die Lust und Freude am schnellen Tempospiel nehmen, unangenehmer sein als bisher. "Wir müssen es einfach ekliger machen, müssen physischer sein, etwas dreckiger spielen, intensiver sein", forderte der 25-Jährige und schob nach, dass die Leistungen des Teams noch zu wechselhaft seien. "Man muss gucken, wie wir das Momentum unter Kontrolle bekommen, wie wir offensiv einen besseren Flow reinbekommen", ergänzte Niels Giffey, einst Alba-Kapitän, inzwischen aber schon gut dreieinhalb Jahre in München unter Vertrag.
Dass die Hauptstädter sich weiterhin nach Kräften wehren, davon ist auszugehen. Ebenso, wie sie versuchen werden, Bayerns Top-Spieler Andreas Obst so einzubremsen, wie es am Sonntag vor 10.819 Zuschauern im SAP Garden gelungen war. "Wir haben bisschen analysiert, wie er gerne wirft und ihn zu schwierigen Würfen gezwungen", sagte der frühere Bayern-Nachwuchsspieler Michael Rataj, der 15 Zähler für Alba beisteuerte. Dazu kam allerdings auch, dass Obst selbst nicht mit der Leichtigkeit agierte wie bei seiner 33-Punkte-Show in Spiel eins.
Matchball-Frage vor Spiel drei
Spiel drei wird nun klären, wer sich für das vierte Duell am Freitag (20.30 Uhr) einen Matchball erkämpft. Entweder droht dem Top-Favoriten dann eine titellose Saison ohne das erhoffte Happy End für Trainer Pesic. Oder die Münchner machen sich auf den Weg, die Kräfteverhältnisse wieder standesgemäß zurechtzurücken. Berlins Malte Delow meinte: "Wir haben im ersten Spiel gesehen, dass wir mithalten können. Jetzt haben wir gesehen, dass wir auch gewinnen können. Aber die Bayern bleiben der Favorit."
Die bisherigen Eindrücke im Duell der beiden bestimmenden deutschen Klubs der vergangenen zehn Jahre könnten aber auch auf einen Titel-Showdown in Spiel fünf hinweisen: am Sonntag im Olympiapark. Vielleicht schon mal vormerken.