FC Bayern Basketball rüstet Guard-Position auf: Washington Jr. und Jensen kommen

Der FC Bayern Basketball hatte bei seiner Saison-Abschlussfeier eine kraftvolle Reaktion auf die abgelaufene titellose Spielzeit angekündigt – und arbeitet nun auf Hochtouren an den Voraussetzungen dafür. Besonders die Positionen der Aufbauspieler (Guard) stehen derzeit im Fokus. Und da hoffen die Münchner nicht nur auf ein gelungenes Comeback des potenziellen Spiritus Rectors Rokas Jokubaitis, sondern wollen sich auch in der Breite verbessern. Der Euroleague- und NBA-erfahrene Duane Washington Jr. und der aufstrebende Tobias Jensen erfüllen dieses Kriterium.
Schon in der jüngeren Vergangenheit hatten die Bayern echte Star-Guards der Euroleague unter Vertrag. Sylvain Francisco, Carson Edwards, Nick Weiler-Babb zählten dazu. In der Vorsaison, mit Jokubaitis fiel das Kernstück schwer verletzt aus, ging vor allem auf Position eins wenig zusammen. NBA-Star Spencer Dinwiddie als Nachverpflichtung funktionierte ebenso wenig wie der routinierte Serbe Stefan Jovic oder der wankelmütige Kanadier Xavier Rathan-Mayes. Justus Hollatz hatte seine Stärken eher in der Defensive, am ehesten wusste noch der im Januar geholte Nordmazedonier Neno Dimitrijevic zu gefallen.
Eine neue Guard-Generation für den Neuanfang
Das soll sich, wird sich aller Voraussicht nach zur neuen Saison wieder ändern, was auch mit Verpflichtung von Washington Jr. zu begründen, der bis 2028 unterzeichnet hat. Der US-Amerikaner bringt NBA-Erfahrung (79 Spiele für die Indiana Pacers und die Phoenix Suns) mit. In der vergangenen Saison war er mit 14,9 Punkten im Schnitt zweitbester Punktesammler bei Euroleague-Rivale Partizan Belgrad. Washington passe "sehr gut in unser Anforderungsprofil", meint Bayerns neuer Sportchef Thorsten Leibenath. Er sei flexibel einsetzbar und passe gut zu einem schnellen System. Und, das lässt aufhorchen: Der 26-Jährige habe "seinen Zenit in der Euroleague noch nicht erreicht".
P.S.: Bei wem es beim Namen Duane Washington gleich klingelt: Ja, der gleichnamige Vater spielte in Frankfurt. Dort kam der Junior zur Welt. Und noch berühmter ist der Onkel: der fünfmalige NBA-Champion Derek Fisher, eine echte Größe auf der Aufbauposition an der Seite der Superstars Shaquille O'Neal und Kobe Bryant bei den Los Angeles Lakers.
Jensen folgt Jessup von Ulm nach München
Zu den wenigen Verpflichtungen, die unterm Strich ein positives Saisonzeugnis beim FC Bayern erhalten hat, gehörte Justinian Jessup. Der US-Amerikaner mit dem guten Wurfgefühl kam im Sommer des Vorjahres aus Ulm nach München. Und vielleicht lag es deshalb nahe, zu schauen, wer sich da in Schwaben sonst noch ins Blickfeld spielen könnte: Jensen zum Beispiel.

Der 22-Jährige passte, dribbelte und warf in der Spielzeit 2024/25 Seite an Seite mit Jessup – und wird das bald im Sendlinger Westpark wieder tun. Der dänische Nationalspieler, der flexibel auf den Aufbaupositionen agieren kann, hat beim FC Bayern einen Vertrag bis 2030 unterzeichnet. Neben Jessup trifft Jensen in München den neuen Sportchef Leibenath und Trainer Anton Gavel wieder. In der Ulmer Meistersaison 2022/23 hatte Jensen unter diesem Führungsduo Leibenath/Gavel erste Bundesliga-Luft geschnuppert.
Vom Eurocup-"Rising Star" in die Euroleague
Dem FC Bayern war es daher wichtig, in der Pressemitteilung zum Wechsel zu betonen, dass Jessup, Leibenath und Gavel laut Jensen keine Kenntnis von der frühzeitig getroffenen Entscheidung hatten. "Aber dass ich sie bereits kenne", sagte der Däne, "wird es erleichtern, obwohl ich mir sehr klar bewusst bin, dass die Euroleague für mich ein neues Level sein wird."
Jensen war 2020 aus Aarhus in die Ulmer Nachwuchsakademie gekommen, nun folgt sechs Jahre darauf der nächste Karriereschritt für den Aufsteiger der Saison im Eurocup ("Rising Star"), der unterhalb der Euroleague ausgespielt wird. Nach oben soll auch der Weg des von Alba Berlin entthronten deutschen Meisters bald wieder gehen.