FC Bayern Basketball patzt in Bamberg: Trainerkandidat Anton Gavel im Fokus

Früher hieß die Bamberger Arena zu Recht die "Hölle", weil es dort ganz schwer war, zu gewinnen - und das frenetische Publikum seinen Teil zu einer heißen, ja feurigen Atmosphäre beitrug. Zwischenzeitlich war dieses Höllenfeuer beinahe erloschen, doch nun lodern die Flammen wieder. Zumindest hatte der FC Bayern Basketball so gar keine Freude bei seinem sonntäglichen Ausflug ins Oberfränkische, denn beim 93:97 setzte es die dritte Saison-Niederlage in der Bundesliga für den großen Meisterschaftsfavoriten.
Bamberg als aktueller Bayern-Schreck
Na ja, und es ist offenbar generell die Hölle, wenn die Münchner zurzeit auf die Bamberger treffen. Das peinliche Aus im Pokalhalbfinale im SAP Garden ist noch in frischer Erinnerung. Diesmal reichten selbst starke 31 Punkte von Bayerns Top-Spieler Andreas Obst nicht, um sich beim neuen Pokal-Champion zumindest ein bisschen zu revanchieren. "Natürlich ist es nicht einfach in dieser Atmosphäre", gab Trainer-Altmeister Svetislav Pesic zu und erkannte an: "Wir haben viel Energie investiert, doch am Ende hat Bamberg verdient gewonnen."
Bambergs Playoff-Kurs und Gavels Anteil
Wird also die Titelentscheidung in der BBL doch spannender als vermutet? Bamberg macht den Bayern jedenfalls im direkten Duell ziemlich das Leben schwer und ist als Tabellenvierter voll auf Playoff-Kurs. Einen gewaltigen Anteil daran hat Trainer Anton Gavel, der bei den Baskets für frischen Wind sorgt und vor drei Jahren bereits Ulm zur Meisterschaft führte. Im Playoff-Halbfinale hatte Gavels Team damals das Münchner Titellicht ausgeknipst.
Gavel als Option für die Bayern-Bank
Gavel schürt also gerade nicht nur das Feuer in Bamberg neu, er ist ganz grundsätzlich ein aufstrebender Coach mit guter Perspektive. Womit der FC Bayern wieder im Spiel ist, den der 41-Jährige nicht nur gerne ärgert, sondern dessen Spieler der gebürtige Slowake auch von 2014 bis zum Karriereende 2018 war. Und die Münchner werden in der kommenden Spielzeit einen neuen Trainer haben, der 76-jährige Pesic wird bis zum Saisonende coachen. Für alles andere sei es noch "zu früh", sagte Präsident Herbert Hainer jüngst, was Spekulationen freilich nicht verhindert.

Trainerkarussell und weitere Kandidaten
Aktuell kursieren vier Namen und Kandidaten - und Gavel ist eben einer davon. Seine Verpflichtung hätte etwas von der früheren Uli-Hoeneß-Fußballtransferstrategie: Wer gegen uns auftrumpft, ist bei uns doch viel besser aufgehoben. Wie verlockend wäre also ein Angebot aus dem Sendlinger Westpark? Unklar, ob Gavel zusagen würde, von Ulm nach Bamberg war er schließlich 2024 auch aus familiären Gründen weitergezogen. Zudem sind auch die anderen denkbaren und gehandelten Trainer nicht ohne.
Fokus auf die Gegenwart in Bamberg
Der frühere Bundestrainer Chris Fleming (56) wurde im Klubumfeld genannt, auch der Grieche Vassillis Spanoulis (43), kürzlich bei Euroleague-Klub AS Monaco zurückgetreten. Dusan Alimpijević (40) komplettiert das Quartett, er ist Coach bei Besiktas Istanbul und serbischer Nationaltrainer, er wurde dies übrigens als Nachfolger von Svetislav Pesic. Ob die Sache für Gavel nun heiß wird oder nicht: Er konzentriert sich vorerst darauf, die Bayern zu ärgern und seine Bamberger zu erden. "Wir müssen jetzt auf dem Boden der Tatsachen bleiben", sagte Gavel nach dem BBL-Coup, "trotz dieser super Leistung."