FC Bayern Basketball dominiert Trier: Voigtmann führt Titelverteidiger zum Matchball
Dass Johannes Voigtmann kein junger Hüpfer mehr ist, das merkt er auch nach den Spielen. Mit Kühlpäckchen auf beiden Knien schilderte der Routinier des FC Bayern Basketball aus seiner Sicht das souveräne 92:65 des Titelverteidigers gegen die Gladiators Trier, den zweiten Sieg von drei nötigen für den Einzug in das Playoff-Halbfinale. „Das ist jedes Mal Pflicht“, sagte der Welt- und Europameister zur Pflege seiner Gelenke, die über all die zehrenden Profijahre spürbar gelitten haben. Da wird dann die Selbstachtsamkeit zu einem steten Ritual, denn auf dem Spielfeld hat Voigtmann noch einiges zu geben – wie eben an diesem Dienstagabend.
Bayern zieht den Matchplan konsequent durch
Elf Punkte steuerte der Center mit dem erstklassigen Spielverständnis und den treffsicheren Händen bei, in einer Partie, in der die Münchner „genau das gemacht haben, was wir wollten“, wie der 33-Jährige zusammenfasste: „Wir haben unseren Plan durchgezogen, haben gut zusammengespielt, haben gut den Ball bewegt, auch in der Verteidigung einen guten Job gemacht.“
Man sollte dabei durchaus anmerken – auch wenn die Trierer ein Aufsteiger sind und den Bayern bisher klar unterlegen, – dass die Moselstädter mit einem Schnitt von über 90 Punkten pro Spiel das beste Offensivteam der BBL-Hauptrunde stellten. In den ersten beiden Viertelfinalduellen waren es lediglich 80 und 65 Zähler, somit ein Zeichen dafür, dass der Top-Favorit, bei dem wiederum sechs Spieler zweistellig punkteten, seine Aufgabe bisher ernst genommen hat.
Schneller Serienabschluss als erklärtes Ziel
Die Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic hat auch kein Interesse daran, etwa Jordan Roland, der zum besten Offensivspieler der Liga gewählt worden war, nun in Schwung kommen zu lassen. Am Samstag beim dritten Duell (14.30 Uhr), dem ersten Spiel in Trier, wollen die Münchner deshalb gleich den ersten Matchball nutzen. „Wir dürfen auf keinen Fall denken, dass das schon abgehakt ist. Aber wir wollen es natürlich in drei Spielen durchbringen“, sagte Voigtmann, der auf die Belastungen einer langen Saison hinweist, die ja nicht nur er selbst spürt: „Wir haben genug Basketball gespielt diese Saison, wir brauchen jetzt nicht noch mehr als notwendig.“
77 Spiele sind es bislang gewesen, mindestens sieben sollen noch hinzukommen, dann wäre die Meisterschaft im Playoff-Eilverfahren ohne Niederlage erreicht. „Wir wollen auch Zeit haben, um uns auf den nächsten Gegner vorzubereiten, und wir könnten uns dann alle ein bisschen ausruhen“, so Voigtmann. Frühestens am 30. Mai beginnt das Halbfinale, das ebenfalls im Modus Best-of-five und gegen den Sieger des Duells Bonn gegen Würzburg (1:1 nach Siegen) ausgetragen wird. Wenn am Samstag der entscheidende Erfolg gelingt, würde sich also eine Woche zum Luftholen ergeben.
Warnungen vor der Auswärtshürde in Trier
Dagegen hätte auch Pesic nichts, der nach einer „sehr soliden Leistung der Mannschaft“ aber mahnt: „Es wird eine neue Challenge, es ist schwer, sich dort durchzusetzen. Sie werden zu Hause besser als auswärts spielen.“ Ebendas kündigte auch Triers Coach Jacques Schneider an. „Wir haben zu viel Respekt gezeigt“, sagte er zu Spiel zwei im SAP Garden, schob aber nach: „Am Samstag wird es ganz anders aussehen.“

