Ex-Münchner Schaffartzik: "Bayern hat die besseren Karten"

Er wurde sowohl mit Alba als auch mit Bayern deutscher Meister: Heiko Schaffartzik glaubt, dass die Finalserie der BBL erst in Spiel fünf entschieden wird. Dabei könnte am Sonntag der Meister feststehen.
| Thomas Becker
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Der Ex-Münchner Heiko Schaffartzik im Trikot der Hamburg Towers. (Archivbild)
Der Ex-Münchner Heiko Schaffartzik im Trikot der Hamburg Towers. (Archivbild) © imago images/spfimages

München - Heiko Schaffartzik hatte es kommen sehen. Natürlich würde dieses Sportschau-Interview zum Meisterschafts-Duell der Basketballer von Alba Berlin gegen die des FC Bayern unweigerlich auf diese finale Frage zulaufen: "Wer gewinnt?"

Logisch, dass sich der Mann, der mit beiden Teams schon deutscher Meister geworden war und derzeit zwischen beiden Städten pendelt (Schauspielschule in Berlin, Familie in München), bei der Antwort gehörig winden musste, und das klang dann so: "Es wird über fünf Spiele gehen, und im fünften Spiel kann alles passieren."

Heiko Schaffartzik und die Sache mit dem Berliner Publikum

Wohl wahr. Die Matches zwischen den beiden dominierenden Mannschaften der vergangenen Jahre sind in der Tat schwer berechenbar - und in zehn von zehn Fällen von eher giftiger Natur.

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Heiko Schaffartzik kann ein Liedchen davon singen: Als der gebürtige Berliner, der 2003 mit Alba Meister und Pokalsieger sowie 2013 erneut Pokalsieger geworden war, zu den Bayern wechselte und in der Finalserie 2014 gegen seinen Ex-Verein mit durchschnittlich 11,5 Punkten entscheidend zum Gewinn der Bayern-Meisterschaft beitrug, wurde er von einem Teil des Berliner Publikums sozusagen gekreuzigt: Sein altes Berliner Trikot mit der Nummer acht wurde mit der Aufschrift "Verkauft!" und "Kein Berliner" versehen. Wiedersehensfreude klingt anders.

Durch ein 76:66 (35:26) beim Titelverteidiger haben die Münchner nun in der Playoff-Serie zum 1:1 ausgeglichen. Am Wochenende winkt dem Pokalsieger das Double: Mit zwei weiteren Siegen am Samstag und Sonntag (jeweils 15 Uhr/Magenta Sport) vor 1.300 Zuschauern im Audi Dome wäre die erfolgreichste Saison der Klubgeschichte perfekt.

Bayerns Aufholjagd hat Kraft gekostet

Bayern-Coach Andrea Trinchieri war über die Reaktion auf den Fehlstart zufrieden: "Das ist unsere Saison. Wir mussten einen Schlag ins Gesicht kassieren, bevor wir angefangen haben, das zu tun, was wir mussten. Und von Alba gab es einen Schlag ins Gesicht", sagte der 52-Jährige.

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Seine Mannschaft, die nach gutem Beginn einen 19-Punkte-Vorsprung verspielte und erst nach einer Achterbahnfahrt den Deckel drauf machte, sei zwischenzeitlich "mental nicht cool genug" gewesen. Grundsätzlich war Heißsporn Trinchieri aber willens, die Seinen zu loben: "Gestern haben wir wegen Details verloren. Heute waren wir besser." Die Aufholjagd habe aber viele Körner gekostet, gestand Albas Luke Sikma: "Wir haben nicht viel Benzin im Tank gelassen, haben einen guten Job gemacht und sind zurückgekommen. Aber das hat Kraft gekostet."

Heiko Schaffartzik: "Es wird schwer, Bayern zu schlagen"

Darauf könnte es am Ende ankommen, meinte Schaffartzik: "Es hängt es auch davon ab, wie gut die Positionen zehn, elf und zwölf besetzt sind, um den anderen Spielern mal eine Ruhephase zu geben." Profitieren werden beide Teams von der Unterstützung der Fans, die zum Teil wieder in die Halle dürfen: "Die werden wie von der Leine gelassen sein, für viel Energie sorgen und alles geben, was sie haben, um ihre Mannschaft nach vorn zu peitschen."

Und so rafft er sich dann doch zu einer Einschätzung auf: "Bayern hat die besseren Karten, aber jede Serie reißt irgendwann mal. Vielleicht ist jetzt ja mal Alba dran. Aber es wird schwer, Bayern zu schlagen."

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