Erfolg gegen Bamberg: Ein Glaubenssieg

Die Bayern-Basketballer melden sich mit dem Erfolg gegen Champion Bamberg im Kampf um die Meisterschaft zurück. Djordjevic: "Das war ein wichtiger Abend für uns und den ganzen Klub".
| Julian Buhl
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Bejubelt den Sieg gegen Bamberg: Uli Hoeneß.
sampics/Augenklick Bejubelt den Sieg gegen Bamberg: Uli Hoeneß.

München - Sasa Djordjevic und Andrea Trinchieri richteten ihre Designerbrillen noch einmal aus, als sie auf den Statistikbogen blickten, der ihnen soeben bei der Pressekonferenz gereicht wurde. Die beiden Coaches konnten es wohl selbst nicht so richtig glauben, was sie da durch ihre gelbe (Djordjevic) beziehungsweise blaue (Trinchieri) Sehhilfe sahen.

Unter anderem 34 Ballverluste, 16 der Basketballer des FC Bayern und 18 der Bamberger waren auf dem Zettel genauso vermerkt wie eine miserable Dreierquote der Brose Baskets, die gerade einmal sechs ihrer 24 Versuche trafen. Das Wichtigste aus Sicht des Bayern-Trainers Djordjevic stand aber ganz oben: 67:59, das Endergebnis. Auch wenn das Topspiel qualitativ den Erwartungen nicht ganz gerecht wurde, markierte das nämlich den ersten Sieg der Münchner gegen Bamberg seit dem Pokalhalbfinale vor über einem Jahr.

Sechs teilweise vernichtende Niederlagen in Folge hatte der FCBB seitdem gegen den großen Rivalen hinnehmen müssen. Zuletzt im Ligahinspiel (59:90) und vor vier Wochen im Pokalfinale (71:74). Verständlich, dass die Art und Weise des Zustandekommens des Sieges da nur eine Nebenrolle spielte. "Das war heute ein wichtiger Abend für uns und den ganzen Klub", sagte Djordjevic also: "Wir haben gegen den Champion gespielt und wollten dabei den Glauben an uns zurückgewinnen." Sein Team habe "die Herausforderung auf dem Platz angenommen" und "mit Stärke und viel Energie gespielt".

Aus Sicht der Münchner war, wie Geschäftsführer Marko Pesic feststellte, vor allem eins wichtig: "Wir haben gezeigt, dass wir gegen Bamberg gewinnen können." Bayern habe "heute ein solides Spiel abgeliefert und diesen Sieg verdient", befand Trinchieri und merkte neben den zahlreichen offenen, vergebenen Würfe an: "Wir hatten müde Beine. Unser Euroleague-Spiel steckte uns noch in den Knochen." Bamberg hatte noch am Donnerstag eine intensive Partie gegen Fenerbahce Istanbul (78:83) absolviert. Die Bayern konnten sich nach dem Viertelfinalaus im Eurocup-Entscheidungsspiel gegen Málaga dagegen eine Woche auf die Partie vorbereiten.

Zusätzliche Zeit, auf die Pesic gerne verzichtet hätte: "Wenn man sieht, wie Málaga jetzt durch das Halbfinale spaziert ist, ist das schon extrem bitter." Der Fokus des FCBB liegt nun gezwungenermaßen ganz auf der Meisterschaft. Umso wichtiger war es, sich mit einem ersten Ausrufezeichen im Kampf um den Titel zurückzumelden. "Unsere Defensive hat uns unsere Stärke gegeben", sagte Djordjevic zufrieden, nachdem sein Team Bamberg unter 60 Punkten gehalten hatte. "Wir sind mental aber noch gehemmt", sagte er und erinnerte an die elf Ballverluste ("eigentlich ein Killer") der Seinen in der ersten Spielhälfte: "Wir denken manchmal zu viel nach und müssen diese die Handbremse jetzt lösen."

Mit der physischen Präsenz waren dagegen sowohl Djordjevic als auch Pesic zufrieden. Stellvertretend dafür standen vor allem Vladimir Lucic und Winterneuzugang Maik Zirbes. "Er weiß, wie man seinen Körper einsetzen muss. Genau das musst du auf diesem Level auf den Court bringen", lobte Djordjevic.

"Es ist wichtig, zu wissen, dass wir hier jede Mannschaft schlagen können", sagte der gelobte Center hinterher, auch wenn man zukünftig "noch ein bisschen abgezockter" auftreten müsse. Pesic hat als Problem ausgemacht, "dass wir uns selbst vielleicht zu viel Druck machen. Da müssen wir etwas entspannter werden." Der Sieg gegen Bamberg dürfte dabei durchaus helfen.

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