Mumbrú zurück in München: Bayern gegen Virtus Bologna im Härtetest

Vorteil Álex Mumbrú? Oder doch Vorteil FC Bayern Basketball? Wenn der Bundestrainer am Donnerstag (20 Uhr/Magentasport) mit seinem Klub Virtus Bologna nach München kommt und in der Euroleague einen Erfolg entführen möchte, stellt sich die Frage, wer mehr davon profitiert, dass man sich kennt.
"Ich glaube nicht, dass es großartig viel hilft. Klar, er kennt die Jungs, die Jungs kennen aber auch ihn und es ist ein ähnlicher Stil, wie auch die Nationalmannschaft spielen möchte. Ich hoffe, dass die Spieler wissen, worauf sie sich vorbereiten müssen. Es geht für beide Seiten darum, das Spiel zu gewinnen", sagte Bayern-Coach Anton Gavel vor Mumbrús Wiedersehen mit seinen Europameistern Andreas Obst, Oscar da Silva, Johannes Thiemann und Johannes Voigtmann sowie Justus Hollatz.
Mumbrú und Bologna mit gutem Euroleague-Start, Bayern unter Zugzwang
Seit dieser Saison hat der 47 Jahre alte Spanier neben seiner Tätigkeit für den deutschen Verband auch die sportliche Verantwortung für die Norditaliener übernommen – und bereits mit einem Sieg gegen Titelverteidiger Olympiakos Piräus (96:94) in der Königsklasse für Furore gesorgt. Die Bayern ihrerseits haben sich mit der Pleite gegen Partizan Belgrad (84:86) in Zugzwang gebracht, weshalb Gavel mit Blick auf das zweite Heimspiel deutlich wird: "Das Spiel ist extrem wichtig, für unser Selbstbewusstsein und auch für die Weiterentwicklung."
Und nicht allein die deutschen Nationalspieler rücken dann in den Fokus, sondern auch Rokas Jokubaitis, der bayerische Basketball-Dirigent in spe. Noch hat der Litauer nach einjähriger Zwangspause mit gewissen Comeback-Wehwehchen zu kämpfen, nicht körperlicher Natur, sondern, was die Spielpraxis, die Gewöhnung an die Wettkampfhärte angeht.
Bayern-Coach Gavel mahnt bei Jokubaitis zu Geduld
"Aber ich fühle mich von Spiel zu Spiel besser, ich habe keine Angst. Der Körper fühlt sich großartig an, ich habe keinen Grund, mich zu beschweren", erzählte Jokubaitis, der bei der EM 2025 kurz nach dem feststehenden Wechsel zum FCBB eine komplexe Knieverletzung erlitten hatte, nach dem Training am Mittwoch.
Mit einem Jahr Verzögerung soll er zum Kopf des Teams aufgebaut werden – und das, so schnell es die Umstände erlauben. "Er wird noch ein bisschen brauchen, bis er der alte Rokas ist und wir wollen ihm natürlich dabei helfen", sagte Gavel und machte aber zudem deutlich: "Es geht nicht nur darum, was er gerne haben möchte oder wie sein Zustand ist, sondern darum, dass wir mit ihm die Spiele gewinnen. Das ist das Ausschlaggebende und deswegen müssen wir das alles so ein bisschen verbinden."
Jokubaitis: ""Ich bin der gleiche Rokas wie zuvor, die Mentalität bleibt die gleiche"
Ein anspruchsvoller Balanceakt, denn nach und nach möchte Gavel der Mannschaft auch eine Hierarchie geben, "und wissen, mit wem wollen wir am Ende spielen, mit wem wollen wir die Spiele beenden?"
Wer also bekommt die Verantwortung, wenn in Spielen die entscheidende Phase anbricht, wenn sich wie gegen Belgrad am vergangenen Freitag das Geschehen zuspitzt und jeder Ballbesitz die Dynamik verändern kann? Jokubaitis ist sicher einer, der diese Führungsansprüche hat, daran hat seine Verletzung nichts geändert.

"Ich bin der gleiche Rokas wie zuvor, die Mentalität bleibt die gleiche", sagte der 25-Jährige. Bislang erhielt er pro Partie in der Euroleague gut 15 Minuten Spielzeit, machte 7,7 Punkte und drei Assists im Schnitt. Gegen Belgrad fand er zuletzt nicht in seinen Rhythmus, aber solche Abende gibt es auf dem Weg zu alter Stärke für den Point Guard eben auch.
Die siegbringende Aktion wird derzeit wohl noch eher über Duane Washington oder Obst laufen, aber die mit der Bundesliga bis zu drei Spiele pro Woche sollten Jokubaitis helfen, den Rückstand zügig wettzumachen. "Wir haben noch viele, viele Spiele und viele Monate, um unseren besten Basketball zu zeigen", sagte er. Doch je schneller es geht, desto besser.