Bundesliga-Dominanz und Heimvorteil: Werden die Bayern-Basketballer ihrer Favoritenrolle im BBL-Pokal gerecht?

Der FC Bayern Basketball geht am Wochenende als großer Favorit in das Finalturnier um den BBL-Pokal. Mit dem Heimvorteil im Rücken wirken die Münchner auch wegen ihrer Bundesliga-Dominanz unschlagbar.
von  Ruben Stark
Bayerns Johannes Voigtmann gibt sich vor dem Start ins Finalturnier des BBL-Pokals gegenüber der AZ optimistisch: "Gerade in den letzten Wochen haben wir schon richtig gute Spiele gemacht."
Bayerns Johannes Voigtmann gibt sich vor dem Start ins Finalturnier des BBL-Pokals gegenüber der AZ optimistisch: "Gerade in den letzten Wochen haben wir schon richtig gute Spiele gemacht." © IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera

Altmeister Svetislav Pesic (76) schritt bedächtig in der Mitte des Spielfelds auf und ab, seine Spieler brachten sich mit Aufwärmübungen langsam auf Trainingstemperatur. Auch wenn die Dekoration im SAP Garden schon Finalturnierflair verströmte, es sah am Nachmittag vor dem Pokal-Halbfinale am Samstag (16 Uhr/Dyn und BR-Livestream) beim FC Bayern Basketball noch nach Business as usual aus. Gleichwohl dürfte das Ambiente die Münchner spätestens am Sonntag vor dem Endspiel in besondere, in Titelstimmung bringen – wenn alles nach Plan läuft.

Bayerns Dominanz soll sich auch im Pokal zeigen

"Wir haben es auch gegen vermeintlich schwächere Gegner super ernst genommen und waren immer konzentriert, haben unser Spiel durchgebracht", verweist Welt- und Europameister Johannes Voigtmann im Gespräch mit der AZ auf die bisherige Bundesliga-Saison, in der sich der deutsche Meister kaum einen Patzer geleistet hat und mit 19 Siegen aus 21 Spielen einsam an der BBL-Spitze thront. Ergo: Die nationale Dominanz der Münchner soll sich auch auf den Kampf um den Pokaltitel übertragen.

Schritt eins ist das Duell mit dem letztjährigen Finalisten Baskets Bamberg. Das von Ex-Bayern-Profi Anton Gavel trainierte Team ist ein ernstzunehmender Gegner, wenngleich schon geraume Zeit nicht mehr der große Rivale von einst. "Für mich spielen sie den besten Teambasketball in der BBL. Da kennt jeder seine Rolle und gibt genau in dieser Rolle das Maximum", urteilt Coach Pesic respektvoll. Das bisher einzige Ligaduell entscheiden der FCBB im Oktober deutlich (96:81) für sich.

Lehren aus der Pokal-Blamage der Vorsaison

Und Warnung sollte für den Klub aus dem Sendlinger Westpark auch die Vorsaison sein, als der Mitteldeutsche BC aus Weißenfels im Halbfinale die Sensation schaffte, den hohen Favoriten aus dem Pokal-Rennen kegelte und selbst die Silbertrophäe emporhob. Der MBC fehlt diesmal, der potenziell Endspiel-Kontrahent der Bayern wird zwischen Oldenburg und Alba Berlin am Samstagabend (19 Uhr) ermittelt. "Ich weiß nicht, ob wir eine Warnung brauchen", sagt Voigtmann, "aber es ist sicher eine gute Erinnerung daran, dass man voll konzentriert in so ein Spiel gehen muss."

Und zudem verfügt der Branchenprimus diesmal über den gewichtigen Heimvorteil, der hatte schon vor zwei Jahren gewirkt, als der FCBB letztmals den BBL-Pokal holte. "Gerade in den letzten Wochen haben wir schon richtig gute Spiele gemacht und sehr, sehr gute Gegner geschlagen. Das wird einen Extrapush geben", ist sich Voigtmann sicher. Der 33-Jährige meint die jüngsten Gala-Abende im Garden in der Euroleague – etwa gegen Panathinaikos Athen. Ein Team von ganz anderem Kaliber als das BBL-Trio beim Top-Four.

Pokalmodus als Risiko und Reiz

Aber liegt nicht genau darin die Gefahr? Auch Pesic, der wieder auf den bei der Generalprobe geschonten Andreas Obst bauen wird, merkt an: "Das ist nur ein Spiel – du musst 100 Prozent konzentriert sein." Eben daraus ziehe der Pokalwettbewerb seinen Reiz, findet Voigtmann. "Das Coole ist für den Zuschauer – nicht für uns", betont der Center, "dass in einem Spiel nicht unbedingt der Favorit gewinnen muss."

Weil aber die Bayern seit Wochen, wie am Freitag im Training nach Pesics Pfeife tanzen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass alles nach Plan verläuft und zum vierten Münchner Pokaltriumph in den vergangenen sechs Jahren führt. "Wir haben es geschafft, dass unsere Verteidigung besser aussieht. Wenn du besser verteidigst, spielst du auch besser im Angriff", benennt Voigtmann die aktuelle Erfolgsformel.

Von der wird Pesic keinen Deut abweichen. Egal, wie prominent oder nicht der Gegner ist.

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