"Bisschen auf der Suche": Gavel spricht die Probleme des FC Bayern Basketball an

Der FC Bayern Basketball ringt in der Euroleague mit ungewohnter Heimschwäche und sucht noch nach den Säulen der Mannschaft.
von  Ruben Stark
Cheftrainer des FC Bayern Basketball: Anton Gavel, hier mit Vladimir Lucic.
Cheftrainer des FC Bayern Basketball: Anton Gavel, hier mit Vladimir Lucic. © IMAGO

Sich zurück in die Vergangenheit zu wünschen, ist ja durchaus ein verbreitetes Zeitgeist-Phänomen und ob das zu etwas Sinnvollem führt, dann eher fragwürdig. Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu holen, kann wiederum ganz hilfreich sein, wenn man’s richtig macht.

FC Bayern hatte in Saison 2024/25 eine starke Heimbilanz

Im Falle des FC Bayern Basketball wäre es nicht schlecht, eine Heimstärke in der Euroleague zu entwickeln wie in der Saison 2024/25. Da hatten die Münchner eine Königsklassen-Bilanz dahoam, die nur das griechische Top-Team Panathinaikos Athen übertraf.

In der laufenden Spielzeit klemmt es dagegen noch, die ersten beiden Partien im SAP Garden gingen gegen Partizan Belgrad (84:86) und Virtus Bologna (87:94) verloren. "Wir müssen dahin zurück", sagte Welt- und Europameister Johannes Voigtmann deshalb vor dem nächsten Heim-Auftritt am Donnerstag gegen Dubai Basketball (20 Uhr/Magentasport): "Es muss wieder eine Einheit zwischen Fans und Mannschaft entstehen."

Sieht bei seinem Team noch Verbesserungspotenzial: Johannes Voigtmann.
Sieht bei seinem Team noch Verbesserungspotenzial: Johannes Voigtmann. © IMAGO

Gavel: "Wir haben noch nicht das komplette Spiel abgeliefert"

Und das Signal dazu vom Parkett ausgehen. "Die Fans müssen merken, dass da zwölf Leute im Kader sind, die richtig kämpfen wollen für jeden Sieg." So einfach – und offensichtlich doch so schwer. Denn an Einsatz mangelte es den Bayern bisher nicht, sie ließen sich schlicht in entscheidenden Phasen zu gravierend von ihrer Linie abbringen.

"Wir haben noch nicht das komplette Spiel abgeliefert, ein Viertel war so krass nicht gut, dass es nicht zum Sieg gereicht hat", blickte Trainer Anton Gavel auf Belgrad und Bologna zurück. Die Erkenntnis lautet aus seiner Sicht: "Wir brauchen Leistungen auf höchstem Niveau. Die Läufe, die die gegnerischen Mannschaften haben, sind zu groß. Die müssen wir kürzer halten."

Voigtmann: "Wir müssen die Ballverluste minimieren"

Die Läufe, also die Minuten, wenn der Gegner mehrfach in Folge punktet, sind bisher der Schlüsselfaktor und führten zur bisherigen Bilanz mit 2:4-Siegen. Etwa auch zuletzt bei Besiktas Istanbul, als die Bayern am vergangenen Freitag schon fast 30 Zähler in Rückstand gerieten, nur um eine atemberaubende Aufholjagd zu starten, die das Spiel beinahe noch gekippt hätte – aber eben nur beinahe.

"Wir müssen die Ballverluste minimieren, das wird in der Euroleague extrem bestraft – gerade gegen Teams, die besonders schnell spielen wollen, haben wir da Probleme. Das wird der Hauptpunkt sein", beschrieb Voigtmann einen Teil des möglichen Erfolgsrezeptes.

Könnte eine Säule beim FC Bayern Basketball werden: Andreas Obst.
Könnte eine Säule beim FC Bayern Basketball werden: Andreas Obst. © IMAGO

Gavel sucht noch die Säulen der Mannschaft

Und ein weiterer wird sein, dass Coach Gavel, der nach einer Woche mit drei Spielen in fünf Tagen nun zumindest zwei volle Trainingstage zur Verfügung hatte, bei seinen Plänen zur Feinabstimmung vorankommt. Etwa dabei, wer die tragenden Säulen des Teams in den entscheidenden Spielphasen sind.

"Wir sind nach wie vor ein bisschen auf der Suche, wer der Alpha Dog sein wird", sagte Gavel, gab sich aber optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass wir mehrere Leute haben, die das sein können." Andreas Obst, Duane Washington oder Rokas Jokubaitis – es gibt verschiedene Varianten. Ist auch der wiedererstarkte Johannes Voigtmann eine?

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