Bayerns Saisonauftakt: Nur ein Wurf fehlt

Die Basketballer des FC Bayern verpassen beim Saisonauftakt den Sensationssieg gegen Mailand nur knapp. "Wir sollten uns nicht als Verlierer fühlen", sagt Trinchieri. Baldwin und Reynolds überzeugen
| Julian Buhl
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Bayerns Neuzugänge (v.l.): Die US-Amerikaner Malcolm Thomas, JaJuan Johnson, Nick Weiler-Babb, Wade Baldwin und Jalen Reynolds.
sampics/Augenklick Bayerns Neuzugänge (v.l.): Die US-Amerikaner Malcolm Thomas, JaJuan Johnson, Nick Weiler-Babb, Wade Baldwin und Jalen Reynolds.

München - Den Samstag gab Andrea Trinchieri den Basketballern des FC Bayern erst mal frei. Und damit die Gelegenheit, die unglückliche und dramatische 79:81-Niederlage gegen Olimpia Mailand ein wenig aus den Köpfen zu bekommen. Beim Saisonauftakt hatten die Bayern den Euroleague-Topfavoriten am Freitagabend schließlich am Rande einer Niederlage und bis in die Verlängerung gezwungen.

Am Ende der regulären Spielzeit (70:70) und vor der finalen Schlusssirene hatten sie jeweils den letzten Angriff. Es fehlte nur ein Wurf zum Sensationssieg - doch der fiel dann doch nicht in den Korb.

Trinchieri will "positive Energie"

So begann Trinchieri die Vorbereitung auf das zweite Saisonspiel, das am Freitag mit dem deutschen Euroleague-Duell bei Alba Berlin ansteht, gestern mit dem Vorhaben, "all unsere Frustration jetzt in positive Energie zu verwandeln". Dabei sollten den Bayern die Eindrücke, die sie bei ihrem ersten Pflichtspiel hinterlassen haben, durchaus helfen. Gegen Mailand lief es bei der neu zusammengestellten Münchner Mannschaft jedenfalls schon recht rund. Vor dem Tip-off hatte Trinchieri von seinen Spielern gefordert, Milans vermeintlich übermächtige Qualität mit Einsatzwille zu überwinden. "Das Scoreboard sagt, dass wir verloren haben", sagte der Italiener hinterher, "aber wir sollten uns nicht als Verlierer fühlen. Überhaupt nicht."

Der 52-Jährige war stolz darauf, "wie mein Team bis zum Ende um jeden Ball gekämpft hat". Auf der anderen Seite war er aber auch "sehr verärgert, weil wir den Job nicht zu Ende gebracht haben".

Pesic: "Sind kein Kanonenfutter"

Mit ihrer couragierten Leistung dürften die Bayern auch Geschäftsführer Marko Pesic zufriedengestellt haben. Der hatte mit Blick auf die Euroleague-Saison schließlich angekündigt, zeigen zu wollen, "dass wir kein Kanonenfutter sind". Die deutlichen Niederlagen mit 20 oder mehr Punkten aus der letzten Saison, die der FCBB auf dem vorletzten Tabellenplatz abschloss, sollen ab sofort der Vergangenheit angehören.
"Ich weiß nicht, wie viele Spiele wir gewinnen werden, wenn wir so eine Defense spielen wie heute" - ich weiß aber, dass wir so zumindest kein Spiel verlieren werden", sagte Trinchieri und schickte als leicht philosophisch angehauchte Erklärung hinterher: Es gebe Teams, die Spiele aufgrund ihrer Offensivqualität gewinnen und eben defensivstarke Mannschaften, die sie zumindest nicht verlieren. "Ich bin sehr stolz auf das Team, im ersten Spiel sind wir gegen so einen starken Gegner so gut aufgetreten in jeder Minute. Wir haben alles gegeben und echt ein gutes Spiel gemacht", sagte Paul Zipser: "Der Erfolg hing am Ende von einem Wurf ab - und da ist die Niederlage natürlich schon bitter."

Entscheidenden Anteil am starken ersten Auftritt der Münchner hatten auch die Neuzugänge Wade Baldwin und Jalen Reynolds. Baldwin überzeugte als Spielmacher und übernahm Verantwortung. Mit 18 Punkten war der US-Guard am Ende auch Topscorer. Sein Landsmann Reynolds räumte unterm Korb ab und sorgte mit elf Rebounds gleich mal für einen Bestwert am ersten Euroleague-Spieltag.

Auch Kapitän Nihad Djedovic (14 Punkte/7 Assists) spielte stark. Trotzdem wird sich das Team nach dem vielversprechenden Start noch weiter finden müssen. Trinchieri bemühte dafür ein Sprichwort, das er bei seiner letzten Trainerstation in Belgrad gelernt habe: "Wir müssen herausfinden, wer trinkt und wer zahlt."

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