Wüsten-Wechsel geplatzt: Die Chancen auf einen Boey-Abgang werden immer geringer

Ein Boey-Wechsel nach Saudi-Arabien ist offenbar kurzfristig geplatzt. Der FC Bayern hat kaum noch Chancen auf einen Verkauf.
Bernhard Lackner |
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Kein Verkauf - aber auch keine Zukunft in München: Der erhoffte Wechsel von Saha Boey nach Saudi Arabien hat sich zerschlagen. Das Transferfenster der Saudi Pro League ist seit Sonntag geschlossen.
Kein Verkauf - aber auch keine Zukunft in München: Der erhoffte Wechsel von Saha Boey nach Saudi Arabien hat sich zerschlagen. Das Transferfenster der Saudi Pro League ist seit Sonntag geschlossen. © IMAGO/HMB-Media

Seit einer Woche ist das Transferfenster in Deutschland mittlerweile geschlossen und dennoch ist die stressigste Phase des Jahres für die Kaderplaner des FC Bayern noch nicht beendet. Neuverpflichtungen sind beim Rekordmeister in diesem Spätsommer zwar nicht mehr möglich, Abgänge aber sehr wohl - zumindest in Ligen, in denen das Transferfenster noch geöffnet ist.

Bis zum Sonntag galt das auch für die (nicht mehr ganz so) neureiche Saudi Pro League. Eine Option, die die Bayern-Bosse Max Eberl und Christoph Freund offenbar gerne genutzt hätten, um ihren letzten verbliebenen Abgangskandidaten von der Gehaltsliste zu bekommen: Sacha Boey.

Bayern wollte Boey wohl nach Saudi-Arabien abgeben

Der Franzose ist neben João Palhinha und Bryan Zaragoza einer von drei Spielern, die die Münchner in diesem Sommer unbedingt loswerden wollten. Palhinha wurde erfolgreich in die Heimat zu Benfica verkauft, Zaragoza immerhin zu Espanyol Barcelona verliehen. Nur Boey, der ist immer noch da.

Wie die "Bild" berichtet, haben die Verantwortlichen am vergangenen Wochenende noch versucht, den 25-Jährigen nach Saudi-Arabien zu transferieren. Eberl und Freund haben demnach bereits konkrete Gespräche mit mehreren Klubs geführt, auch der Spieler soll einem Wechsel gegenüber offen gewesen sein. "Es sind noch Märkte offen. Schauen wir mal, was passiert", sagte Sportvorstand Eberl nach dem torlosen Remis auf Schalke am Samstagabend vielsagend.

Boey-Abgang vom FC Bayern wird immer unwahrscheinlicher

Mit dem Ende des Transferfensters in Saudi-Arabien ist ein Wechsel in die Wüste zumindest für diesen Sommer vom Tisch. Die Optionen werden immer weniger: Wechsel in die Schweiz sind noch bis Dienstag (8. September) möglich, in Griechenland ist eine Woche später Deadline-Day (15. September). Dass Boey, der bei den Bayern ein gutes Gehalt verdient, offen für einen Transfer in eine im europäischen Vergleich allenfalls zweit- bis drittklassige Liga ist, ist aber äußerst unwahrscheinlich.

Nach Lage der Dinge wird der Rechtsverteidiger mit den blonden Rasta-Zöpfchen, dessen Wechsel am "großen Deadline-Day" (1. September) zum FC Everton gescheitert war, ein Ladenhüter bleiben.

Bei den Bayern schien man sich zuletzt ohnehin immer mehr damit abzufinden, dass sich ein Boey-Abgang in diesem Sommer nicht mehr realisieren lässt. Zwischenzeitlich nahm der Franzose nicht einmal mehr am Mannschaftstraining teil und arbeitete stattdessen individuell, auch beim traditionellen Lederhosen-Shooting von Sponsor Paulaner war er nicht dabei.

Sacha Boey fehlte beim offiziellen Lederhosen-Shooting von Paulaner.
Sacha Boey fehlte beim offiziellen Lederhosen-Shooting von Paulaner. © Sampics/FC Bayern

Beim Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel auf Schalke am vergangenen Freitag trainierte Boey hingegen wieder mit der Mannschaft und durfte auch mit aufs offizielle Mannschaftsfoto, das am selben Tag aufgenommen wurde.

Boey wird bei Bayern nicht viel Spielzeit bekommen

"Er hat sich immer einwandfrei verhalten, er hat sehr gut trainiert, hat eine super Vorbereitung gespielt", sagte Sportdirektor Freund: "Es war ein anderer Plan, auch von ihm, aber es ist so im Fußball. Wenn es so kommt, dass alle Märkte geschlossen sind und er hier bleibt, dann wird er ganz normales Mitglied bei unserem Team sein."

Allzu viel Spielzeit wird der Franzose, der im Januar 2024 für 30 Millionen Euro von Galatasaray verpflichtet wurde und noch einen Vertrag bis 2028 besitzt, aller Voraussicht nach aber nicht sammeln. Auf der Rechtsverteidigerposition haben Konrad Laimer und Josip Stanisic klar die Nase vorn. Aufgrund der Verpflichtung von Nathaniel Brown werden beide in dieser Saison auch deutlich seltener auf links aushelfen müssen als in der vergangenen Spielzeit.

Für Eberl und Freund würde ein Boey-Verbleib lediglich einen kleinen Makel in einem ansonsten erfolgreichen Transferfenster bedeuten. Die Neuzugänge Brown und Ismael Saibari wurden - wie von Uli Hoeneß stets gefordert - bereits frühzeitig fix gemacht. Zudem wurden im Sommer durch Abgänge rund 50 Millionen Euro eingenommen, was hoch über dem Tegernsee ebenfalls für Freude sorgen dürfte. Nur auf Boey, auf dem werden die Bayern aller Voraussicht nach sitzen bleiben.

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