Woltemade zu Newcastle: Ein Trend, der den FC Bayern beunruhigen muss

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Als Vincent Kompany am Freitag an der Säbener Straße gefragt wurde, warum die englische Premier League für viele Spieler so interessant sei, nicht zuletzt für Stars aus der Bundesliga, kündigte der Trainer des FC Bayern an, ins Englische zu wechseln. Eine lange Erklärung war nun zu erwarten, doch Kompany hielt es kurz. "Money!", sagte er – und im Presseraum wurde laut gelacht. Der Belgier, der lange selbst bei Manchester City aktiv war, hatte natürlich recht. Das Geld, das liebe Geld, ist der Hauptgrund, warum regelmäßig die besten Spieler aus Deutschland auf die Insel wechseln.
Wechsel nach Newcastle steht bevor
Nach Florian Wirtz (von Bayer Leverkusen zum FC Liverpool) nun auch Nick Woltemade, der andere Wunschspieler des FC Bayern. Zwischen 80 und 90 Millionen Euro zahlt Champions-League-Teilnehmer Newcastle United dem Vernehmen nach für den 23-jährigen Stürmer (Marktwert: 30 Millionen Euro), die Münchner hatten zuletzt ein Paket in Höhe von rund 60 Millionen geschnürt. Das war dem VfB Stuttgart zu wenig, jetzt aber lenkten die Schwaben ein. Am Freitag war Woltemade bereits zum Medizincheck in Newcastle, der Vollzug des Transfers wurde fürs Wochenende erwartet.
Bayerns gescheiterte Pläne
Dabei hätte der Angreifer liebend gern für Bayern gespielt. Seit Wochen bestand eine Einigung zwischen der Spielerseite und den Münchnern, erst am Dienstag gab es nach AZ-Informationen den ersten Kontakt zwischen Woltemade und Newcastle. Das änderte die Situation. Der englische Klub bot Stuttgart deutlich mehr als die Bayern-Spitze, die Woltemade aufgrund der hohen Forderungen des VfB erst 2026 verpflichten wollte. Der Plan ist krachend gescheitert.

Premier League zieht davon
"Am Ende ist es die Entscheidung des Spielers, was für seine Karriere der beste Schritt ist. Wir sind da nicht involviert", sagte Bayern-Sportdirektor Christoph Freund zu Woltemades Entscheidung: "Wenn man sieht, wie viele Top-Spieler aus der Bundesliga in die Premier League gewechselt sind in den letzten zwölf Monaten, auch in dieser Transferzeit, welche Summen da fließen – dass die brutale Möglichkeiten haben in der Premier League."
Und zwar "nicht nur zwei oder drei Vereine", sondern "viele Vereine", wie Freund ergänzte: "Newcastle ist ein guter Verein, aber nicht die oberste Kategorie. Das ist schon extrem."
Klarer Trend: Die Bundesliga wird abgehängt. Und auch der FC Bayern? "Wir als Bayern München sind sehr, sehr attraktiv, das merken wir immer wieder, wenn wir mit Spielern sprechen", sagte Freund. Fakt ist jedoch: Wirtz und Woltemade hat der Klub nicht bekommen.