Wie nah ist Urbig schon an Neuer dran? Zeugnisse für die Bayern-Torhüter
Es war eine Saison, die den FC Bayern auf der Torhüterposition schon mal auf die Zukunft vorbereitete. Jonas Urbig kam als designierter Nachfolger von Manuel Neuer regelmäßig zum Einsatz und zeigte in mehreren Partien sein großes Talent. Gleichzeitig verlängerte Kapitän Neuer seinen Vertrag bis 2027, er bleibt die Nummer eins.
Somit wird es auch in der kommenden Spielzeit zu einer Arbeitsteilung der beiden Keeper kommen – was für Urbig Gold wert ist. Der 22-Jährige kann sich weiterentwickeln, von Neuer lernen. Um dann, womöglich 2027, der neue Stammtorhüter zu werden. Im zweiten Teil der AZ-Saisonzeugnisse sind die Torhüter des FC Bayern dran.
MANUEL NEUER – NOTE 3: Der ewige Manu hängt noch eine Runde dran - weil er sich topfit fühlt und weiter die Gier auf große Titel verspürt. "Der FC Bayern hat eine Reihe absolut außergewöhnlicher Torhüter in seiner Geschichte - und Manuel Neuer nimmt hier einen ganz besonderen Platz ein: Er ist das Gesicht nicht nur einer, sondern von zwei Generationen und ein Kapitän, der auf wie neben dem Platz ein herausragendes Vorbild ist", schwärmte Präsident Herbert Hainer von Neuer nach dessen Vertragsverlängerung. CEO Jan-Christian Dreesen ergänzte, dass der Keeper "einer der besten Transfers unserer Vereinsgeschichte" gewesen sei. Zweifellos.

Sportlich überzeugte Neuer vor allem in den großen Spielen der Champions League, etwa im Viertelfinal-Hinspiel bei Real Madrid oder im Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain. Neuer ist mit seinen Paraden noch immer einer der besten Torhüter der Welt, der 40-Jährige leistet sich aber häufiger krasse Fehler. Wie im Rückspiel gegen Real. Und: Neuer ist anfälliger geworden für Verletzungen. Es wird spannend zu sehen sein, welche Leistung der Routinier bei der WM bringt nach seinem Comeback.
JONAS URBIG – NOTE 2: Neuers Kronprinz, der in der kommenden Saison noch häufiger spielen soll als in dieser, stand in 20 Pflichtspielen für Bayern zwischen den Pfosten. Und Urbig überzeugte mit großer Ruhe, gutem Passspiel und Reflexen auf der Linie. Der Youngster hat sich viel von Lehrmeister Neuer abgeschaut, beide haben ein vertrauensvolles Verhältnis. Ein bisschen Geduld braucht Urbig noch, ehe er die Nummer eins werden soll.

Diese Perspektive bietet sich für ihn auch in der deutschen Nationalmannschaft. "Ob ich derjenige bin - das ist nicht meine Entscheidung", sagte Urbig zur Neuer-Nachfolge: "Was ich beeinflussen kann, ist, Mindset und Qualität mitzubringen und das dann umzumünzen." Eine gute Einstellung. Urbig hat in jedem Fall bessere Aussichten als Alexander Nübel, den Bayern nach seiner Leihe zum VfB Stuttgart verkaufen möchte.
SVEN ULREICH und LEON KLANAC ohne Note: Ulreich absolvierte genau ein Saisonspiel, beim 1:1 in Leverkusen im März hielt der 37-Jährige herausragend. Sein Vertrag wurde genau wie der von Neuer bis 2027 verlängert. Mit den 19-jährigen Klanac und Jannis Bärtl sowie dem erst 16-jährigen Leonard Prescott haben die Münchner zwei weitere Talente in der Hinterhand. Es wächst was heran für die Zeit nach Neuer.

