Wie einst bei Ali: Diese Bayern haben Nehmer-Qualitäten
Nächste Woche folgt der Rückkampf. Man zählt schon die Tage, die Stunden. Am Mittwoch wird die Allianz Arena zur Bühne des zweiten Schlagabtausches zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain. Popcorn raus, Getränke kaltstellen!
Könnte wieder episch werden, eine erneute – im rein sportlichen Sinne – Schlacht um die Vorherrschaft im europäischen Fußball bevorstehen, auch wenn es sich um das Halbfinale handelt. Schon beim 4:5 in Paris verpassten sich die Kontrahenten gegenseitig blaue Augen. Die Gäste hingen bei 2:5 in den Seilen, waren angezählt, kurz vorm Knockout. Sie berappelten sich, standen wieder auf. Diese Bayern haben Nehmer-Qualitäten. Sie kommen immer zurück.
FC Bayern sammelte bereits wertvolle Comeback-Erfahrungen in der Bundesliga
Freiburg, Mainz – und nun Paris. Die Bayern haben zuvor in der Bundesliga Comebacks trainiert. Wertvolle Erfahrungen, auf die Trainer Vincent Kompany bereits hingewiesen hatte. Denn: Übung macht den Meister. Ein 3:2 nach 0:2-Rückstand am Ostersamstag in Freiburg. Ein 4:3 nach 0:3-Rückstand letzten Samstag in Mainz. Woran sich die Münchner in Paris nach dem Kinnhaken zum 2:4 und dem Leberhaken zum 2:5 erinnerten und die Wut in Energie zur Aufholjagd umwandelten.
Und wer einstecken kann, um das Sprichwort umzudrehen, der kann auch austeilen. Sie können ja gar nicht anders! Offenes Visier, totale Offensive. Das torreichste Champions-League-Halbfinale der Geschichte hat gezeigt: Angriff ist die beste Verteidigung. Aber gar keine Verteidigung ist auch nicht so ideal. 4:5 – wilder Stoff, ist aber nur wie ein 0:1. Alles drin, alles offen. Wie die Abwehr-Reihen beider Mannschaften.
Wer schlägt am Mittwoch wen k.o.? Es könnte der Kampf des Jahrhunderts werden, wie einst 1971 zwischen Box-Schwergewichtsweltmeister Joe Frazier und dem damaligen Ex-Weltmeister Muhammad Ali, die sich insgesamt drei Mal gegenüberstanden. Das Duell Bayern gegen PSG hat nun so richtig Fahrt aufgenommen, die Rivalität ist längst geboren.