Wettbewerbsverzerrung des FC Bayern? Kompany sorgte dafür erst in der zweiten Halbzeit
Wettbewerbsverzerrung! Der Aufschrei im Netz war groß zur Halbzeit. Die Bayern, drei Tage vor dem Halbfinal-Hinspiel bei Paris Saint-Germain angetreten mit einer durch die drei Stammkräfte Luis Díaz, Aleksandar Pavlovic und Konrad Laimer verstärkten B-Elf, lagen nach den ersten, katastrophalen 45 Minuten mit 0:3 zurück. Auf der Mainzer Haupttribüne rechnete man hoch, ob man dank der drei Punkte den Klassenerhalt vorzeitig feiern könne.
FC Bayern dreht zum achten Mal ein Spiel
Bayern-Trainer Vincent Kompany brachte nach der Pause die beiden besten Spieler der Bundesliga in die Partie: Harry Kane und Michael Olise, den aktuell aufregendsten Flügelspieler der Welt. Die eigentliche Wettbewerbsverzerrung! Als dann im Laufe der zweiten Halbzeit noch Josip Stanisic, Jamal Musiala und Jonathan Tah, allesamt Akteure des A-Teams, mitmachen durften, war es um die fortan bemitleidenswerten Mainzer geschehen.
Aus dem 0:3 machte Bayern ein 4:3. Über ihren Coup der nächsten Aufholjagd (zum achten Mal drehten sie ein Spiel) freuten sich Musiala & Co. wie die kleinen Kinder. Macht eben Spaß - so ein bisschen Nervenkitzel in der Bundesliga, wenn man schon als souveräner Meister feststeht. Wenn es überhaupt noch eines Beweises für zwei Thesen bedurft hätte, dann lieferten die Münchner diese in der rheinland-pfälzischen Karnevalshochburg auf närrische Art und Weise.
Die Kompany-Elf spielt in ihrer eigenen Welt
Erstens: Diese Bayern sind viel zu gut für die Liga, spielen in ihrer eigenen Welt. Und zweitens: Das A-Team, die Startelf vom 2:0-Erfolg im DFB-Pokal-Halbfinale bei Bayer Leverkusen, ist absolut reif für die Herausforderung PSG und damit auch für den ganz großen Wurf, fürs Triple. Die B-Elf kommt da qualitativ nicht ran, strauchelte erneut. Die lieben Kollegen halfen ihnen aus der Patsche. Wie wertvoll fürs Binnenklima! Unmut kommt nicht auf im Kader, jeder kennt seine Stärken und Schwächen – und seine Rolle. Aufmucken für mehr Spielzeit? Is' nicht. Aus Gründen. Vincent Kompany gefällt das.