Kompany sorgt mit Wäschebox-Scherz für Lacher – so geht der FC Bayern mit seiner Sperre in Paris um

Ohne seinen Chefcoach Vincent Kompany muss der FC Bayern bei Paris Saint-Germain bestehen. Ihn vertritt an der Seitenlinie Co-Trainer Aaron Danks, dem Spezialisten für die Standardsituationen.
von  Patrick Strasser
Vertritt den gesperrten Bayern-Coach Vincent Kompany gegen PSG: Co-Trainer Aaron Danks (42).
Vertritt den gesperrten Bayern-Coach Vincent Kompany gegen PSG: Co-Trainer Aaron Danks (42). © Sven Hoppe/dpa

Für das Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Dienstag bei Paris St.Germain ist Bayern-Trainer Kompany nach drei Gelben Karten gesperrt – was ihn im Anschluss an das Viertelfinal-Rückspiel gegen Real Madrid (4:3) in Rage gebracht hatte. "Ich finde das nicht fair", wiederholte er nach der Ankunft in der französischen Hauptstadt am Montagabend seinen Unmut. Laut der Uefa-Regularien darf sich Kompany im "Parc des Princes" nicht in der Nähe des Spielfelds oder der Mannschaftsbank aufhalten.

Also: Ab auf die Tribüne! Mit Handy und Dauer-Verbindung zu seinen Assistenten? No, no, Monsieur! Es ist dem Chefcoach untersagt, während des Spiels mit seinem Trainerteam oder den Spielern zu kommunizieren – auch nicht in der Halbzeitpause. Außerdem sind der Innenraum sowie der Spielerbereich samt Kabine tabu. Nach dem Ausstieg aus dem Mannschaftsbus der Bayern heißt es für Kompany: Adieu!

Muss in Paris mit der Tribüne vorliebnehmen: Bayern-Trainer Vincent Kompany (40).
Muss in Paris mit der Tribüne vorliebnehmen: Bayern-Trainer Vincent Kompany (40). © Tom Weller/dpa

Ob er schon wisse, wo genau auf der Haupttribüne er sitzen werde? "Irgendwo im Stadion, vielleicht nicht so weit weg von euch", sagte er zu den Reportern. Ich weiß, bis wann ich etwas machen darf und wie ich die Mannschaft unterstützen kann. Ich bin bei einem Teil nicht dabei."

Kane: "Werden ihn an der Seitenlinie vermissen"

Als José Mourinho 2005 in der Champions League gesperrt war, versteckte sich der damalige Chelsea-Trainer in einer Wäschebox in der Kabine. "Ich bin schon um die Mittagszeit rein, damit mich niemand kommen sieht", erzählte der Portugiese und wurde dann von der Uefa nicht entdeckt. Einen ähnlichen Trick wird Kompany nicht anwenden, denn: "Ich bin 1,92 m, ich passe leider in keine Wäschebox." Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite.

"Er ist unser Anführer, er ist unser Boss. Natürlich werden wir ihn vermissen an der Seitenlinie", sagte Vize-Kapitän Harry Kane zur erstmaligen Absenz von Kompany. Das Trainerteam um Kompany sei "gut abgestimmt aufeinander", meinte FCB-Sportdirektor Christoph Freund, "wir werden das als Team hinbekommen."

Ersetzt Kompany in Paris: Bayerns Standard-Coach Aaron Danks.
Ersetzt Kompany in Paris: Bayerns Standard-Coach Aaron Danks. © Sven Hoppe/dpa

Standard-Trainer Danks ersetzt Kompany, war schon Interimstrainer in England

Aus dem Schatten ins Scheinwerferlicht rückt in Paris Aaron Danks, bei der Mannschaft für sein Knowhow und seinen Umgang hochgeschätzt. Der 42-jährige Brite, meist in Shorts auf der Bank, ist im Trainerteam vor allem für die offensiven wie defensiven Standardsituationen verantwortlich und dabei stets im Blick- und Rufkontakt mit den Spielern von der Coaching Zone aus. "Danksy hat eine lautere Rolle, auch im Training. Ich habe 100 Prozent Vertrauen in den Staff und in alle anderen auch", sagte Kompany in Paris gelassen.

Bevor er Danks im Sommer 2024 mit nach München brachte, arbeitete er bereits beim RSC Anderlecht mit ihm. Mit Verantwortung kann Danks umgehen. Im Oktober 2022 gab er bei Aston Villa für zwei Spiele den Interimscoach, nachdem Cheftrainer Steven Gerrard entlassen wurde (4:0 gegen den FC Brentford, 0:4 bei Newcastle United). Außerdem kümmert sich Danks liebevoll um Bayerns Team-Maskottchen: den Porzellan-Kakadu.

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