"Werde ich nie vergessen": Traum-Wochen für FC-Bayern-Flirt Nathaniel Brown
Kann ein WM-Debüt besser verlaufen? Wer Nathaniel "Nene" Brown nach dem 7:1 gegen Curaçao in seine strahlenden Augen schaute, wer ihn beobachtete, wie er glücklich durch die Mixed Zone des NRG Stadiums von Houston lief, der wusste die Antwort sofort: Es war nah dran an der Perfektion.
"Es ist unbeschreiblich, in meinem ersten WM-Spiel zu treffen", sagte der 22-Jährige und sprach vom "schönsten Moment in meiner Karriere. Den werde ich nie vergessen. Wir haben sieben Tore gemacht. Natürlich, das eine Tor war unnötig. Ich bin stolz, dass wir den Kopf nicht haben hängen lassen. Jetzt müssen wir an unseren Schwächen arbeiten."
Brown mit einem Tor und einer Vorlage
Doch da waren nicht viele zu erkennen gegen einen – zugegeben – limitierten Gegner. Die Konterabsicherung in manchen Szenen, einige Fehlpässe – aber sonst war das ein ziemlich überzeugender Auftritt, der Selbstvertrauen gibt für die Partien gegen die Elfenbeinküste und Ecuador.
Brown, der in der 68. Minute nach Hacken-Pass von Deniz Undav per Direktabnahme mit dem rechten Fuß sein erstes Länderspieltor im sechsten Länderspiel erzielte, war einer der besten Akteure in der deutschen Mannschaft. Auf der linken Abwehrseite leitete er viele Angriffe ein, mit Vordermann Florian Wirtz harmonierte er prächtig. Es war die richtige Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Brown den Vorzug vor dem Leipziger David Raum zu geben. Das 2:1 durch Nico Schlotterbeck bereitete der Youngster zudem per präzisem Eckball vor (38.).
"Wie die Jungs mit mir gejubelt haben, das ist einfach unglaublich"
"Das war genau so einstudiert auf den ersten Pfosten. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass es geklappt hat", sagte Brown. Er habe sich die Eckbälle "am Anfang gar nicht so zugetraut", verriet der Verteidiger. Standard-Trainer Mads Buttgereit habe ihn dann aber ermutigt und gesagt, "du kannst das, du musst einfach nur die Bälle mit Überzeugung reinbringen". Das gelang. Wie so vieles, das Brown gerade anpackt. Der Profi von Eintracht Frankfurt erlebt Traum-Wochen, die besten seiner noch jungen Karriere.
"Meine Familie ist da – und wie die Jungs mit mir gejubelt haben, das ist einfach unglaublich", sagte er. Die Mitspieler fanden nach der Partie allesamt lobende Worte für Brown, der in der Mannschaft einen ganz anderen Stellenwert hat als noch vor einigen Wochen. "Er weiß noch gar nicht, wie gut er eigentlich ist", sagte Nagelsmann kürzlich: "Ich wünsche mir manchmal, dass er sich noch mehr zutraut. Er ist einen Tick zu bescheiden für das, was er kann. Ich will bei ihm noch mehr Selbstvertrauen initiieren."
Brown soll für 55 Millionen Euro von Frankfurt zum FC Bayern wechseln
Dieser Nagelsmann-Plan ist aufgegangen, Brown tritt mittlerweile auf wie ein Stammspieler. Fast schon Bayern-like, könnte man meinen. Doch so leicht ließ sich Brown, der dem Vernehmen nach für 55 Millionen Euro Ablöse von Frankfurt zu den Münchnern wechseln soll, nicht locken. Ob er sich schon als Teil des Bayern-Blocks fühle, wurde Brown gefragt. Seine coole Antwort: "Ich fühle mich als Teil der Nationalmannschaft. Es macht einfach Spaß – egal ob mit Spielern von Bayern, Dortmund oder von anderen Mannschaften." Gut pariert.
Aber klar: Die Unterschrift beim FC Bayern würde seinen steilen Aufstieg krönen. Spätestens nach der WM wird es wohl so weit sein, vielleicht schon in den nächsten Tagen. "Es war wichtig, dass wir Tore schießen, die Fans mitnehmen, das ganze Land mitnehmen", sagte Brown. Seine traumhaften Wochen sollen noch lange weitergehen.
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