"War Wiesbaden ein Derby?": Kompany sorgt auf Pressekonferenz des FC Bayern für Lacher

Sie sind so gleich und doch so verschieden. Sandro Wagner und Vincent Kompany. Beides Trainer-Jungspunde und akribische Arbeiter mit der Liebe für die taktischen Details. Doch menschlich, da unterschieden sich beiden gewaltig. Wagner immer für einen Spruch gut ("Ich fand mich auch immer hochgradig unsympathisch"), Kompany der zurückhaltende Coach, der höchstens alle paar Wochen für einen Lacher sorgt.
Kompany sorgt auf Bayern-Pressekonferenz für Lacher
Doch vor dem Aufeinandertreffen am Samstag (18.30 Uhr) herrschte verkehrte Welt. Diesmal brachte der Belgier die Journalisten im Pressestüberl an der Säbener Straße zum Grinsen. Auf die Frage, ob er das Duell gegen den FC Augsburg als Derby sehe, meinte Kompany: "Wenn wir mit dem Bus fahren, ist es ein Derby." Sportdirektor Christoph Freund schaute ihn fragend an: "War Wiesbaden für dich auch ein Derby?"
Immerhin verzichteten die Münchner in der ersten Runde des Pokals (3:2) auch auf das Flugzeug. "Fast", lenkte der Bayern-Trainer ein und grinste. Gerade noch so die Kurve bekommen. Reisemittel hin oder her: Kompany sieht das Duell bei den Fuggerstädtern als Derby. "Ich habe dieses Gefühl auf jeden Fall", so der 39-Jährige und warnte noch im selben Atemzug: "Für den FC Bayern war es in der Vergangenheit in Augsburg nie leicht."

FC Bayern verlor zwei der letzten vier Spiele in Augsburg
Zwei der letzten vier Auswärtsspiele verlor der Rekordmeister bei den Fuggerstädtern. Mit Wagner an der Seitenlinie wird es nicht einfacher. Beim 3:1-Sieg in Freiburg zeigte seine Mannschaft aggressiven Angriffsfußball. Ganz im Gegensatz zum neuen Trainer des FC Augsburg selbst. Wagner präsentierte sich auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber kaum angriffslustig, eher ungewohnt zurückhaltend, fast schon schüchtern.
Zu Sprüchen ließ er sich zunächst nicht hinreisen. "Ob wir etwas Filigranes oder den Dampfhammer aus dem Baukasten nehmen, weiß ich noch nicht", meinte der 37-Jährige. Erst als es darum ging, ob Wagner die Partie als Bonusspiel sehe, kam er langsam auf Betriebstemperatur. "Das traut sich jetzt keiner mehr bei uns zu sagen", holte Wagner aus: "Mit dem Begriff Bonusspiel kann ich überhaupt nichts anfangen. Das ist eine Verliererhaltung, mit der man sich selbst Ausreden gibt." Da war er dann doch wieder, der Wagner, den man kennt.
Kompany: "Wir haben Bock auf dieses Spiel"
Übrigens: Das letzte Quäntchen Selbstvertrauen soll seinen Mannen der neue Spielertunnel im Römerlook geben. In Amphitheater-Atmosphäre werden die Augsburger auf den Platz marschieren. Darauf hat Kompany seine Gladiatoren eingestellt. "Ich glaube nicht, dass eine Mannschaft eine Trainingswoche beginnt und sagt, sie werden gegen Bayern nicht alles machen", so der Belgier, der von einer Leistungssteigerung nach dem zähen Pokalfight in Wiesbaden ausgeht.
Denn man dürfe nicht unterschätzen, "wie hungrig wir sind und wie viel Bock wir auf dieses Spiel haben". Da schau her. Kompany zeigt sich auch noch ungewohnt angriffslustig. Und das, obwohl er wegen der englischen Woche nur wenige Einheiten hatte, seine Akteure auf den FCA einzustellen. "Die Jungs sind es gewohnt, mit Bildern und Videos Dinge anzupassen", gab der Chefcoach des FC Bayern Einblicke in seine Vorbereitung.

"Wenn es um Qualität geht, weiß jeder, dass wir davon viel haben"
Die Basis für den zweiten Saisonsieg sei eh vordergründig die Kampfbereitschaft seiner Mannschaft, denn, so Kompany: "Wenn es um die Qualität geht, weiß jeder, dass wir davon viel haben." Vor allem seine Offensive um Michael Olise, Harry Kane und Neuzugang Luis Díaz zeigte das beim Bundesligaauftakt gegen Leipzig (6:0).
Klar ist allerdings: Am Ende werden nicht nur die Kampfbereitschaft und die Qualität der Spieler dieses Trainer-Derby entscheiden, sondern auch die Taktik, die Wagner und Kompany ihren Teams für dieses Fluchtlichtspiel mitgeben.