"Wahnsinn!": Worüber sich FC-Bayern-Trainer Kompany nach dem Pokalsieg besonders freut

Nach der Meisterschaft in seiner Premierensaison holt Vincent Kompany in seiner zweiten Spielzeit das Double. "Diese Mannschaft macht es immer wieder, sie erhöht das Niveau", schwärmt der Belgier, auf den nun erst einmal zwei Monate Urlaub warten.
Patrick Strasser |
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Bayern-Trainer Vincent Kompany feierte den Pokalsieg ausgelassen vor der Bayern-Fankurve.
Bayern-Trainer Vincent Kompany feierte den Pokalsieg ausgelassen vor der Bayern-Fankurve. © IMAGO/Moritz Mueller

Louis van Gaal ist ein Feierbiest, ein selbsternanntes. Wer so was stets betont, der läuft Gefahr, als reiner Schaumschläger durchzugehen. Vincent Kompany redet nicht groß drumherum, er lässt es krachen. An der Seitenlinie vor der Trainerbank, in der Ostkurve des Berliner Olympiastadions, dort wo die Bayern-Fans im DFB-Pokalfinale ihre Plätze hatten, und während der nächtlichen Double-Feier des Vereins im "Kraftwerk" – Kompany ließ alle Emotionen raus.

Der Belgier war Profi bei Manchester City, also auf du und du mit Trophäen und Triumphen. Er weiß, wie die Spieler ticken. Wann es Zeit ist, auf der Tanzfläche alles rauszuhauen. Ein Trainer soll das Vorbild seiner Mannschaft sein. Und wie schon bei der internen Meisterfeier am Samstag vor einer Woche mischte der 40-jährige Chefcoach der Münchner auch in Berlin ohne Hemmungen mit. Flotte Sohle, heisere Stimme – wenn einer ein Feierbiest ist, dann dieser Vinnie. Ein Winnertyp.

Kompany schwärmt: "Ein fast perfektes Pokal-Finale"

Die Bayern tanzten auf drei Hochzeiten, sagten zweimal Ja – zur Meisterschaft und zum Pokal. Zwei Titel (plus der Supercup im August letzten Jahres) geholt, die Champions League war eine Nummer zu groß. Die schönste Braut schien zum Greifen nahe, doch die Hochzeitstorte mit dem Henkelpott geht am Samstag in Budapest wieder an Paris St. Germain oder an Nebenbuhler FC Arsenal. Kompany & Co. werden das Finale mit Magengrummeln verfolgen.

Doch vor der Wehmut, vor dem Urlaub, vor den Gedanken an die nächste Saison hieß es: Party machen! Eines der Credos von Kompany lautet: Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Und: Jeder Titel ist immer wieder der Erste. Was auf sein Berlin-Erlebnis zutraf. "Es ist wunderschön", sagte Kompany, der sich über "ein fast perfektes Pokal-Finale" freute. Typischer Trainersprech – so gibt es zum Glück wieder etwas zu verbessern. Weiter, immer weiter. Ins Abschlusszeugnis dieser Saison mit 46 Siegen in den 55 Pflichtspielen – eingestellter Vereinsrekord wie zuletzt in der Triple-Saison 2012/23 – schrieb Kompany seinen Jungs: "Diese Mannschaft macht es immer wieder, sie erhöht das Niveau. Wir haben die Chancen herausgespielt und trotzdem stabil verteidigt."

Kann Kompany die Bayern noch besser machen?

Nach einer schwächeren, zurückhaltenden ersten Halbzeit – auch bedingt durch das aggressive, laufintensive Pressing des VfB – drehten die Münchner nach einer guten Stunde auf. Die Schwaben hatten sich müde gewuselt. Alles einkalkuliert, so geht Matchplan. In seiner Kabinenansprache verlangte Kompany von seinen Stars, die Leistungen dieser Saison auch in einem Finale bringen. Noch einmal, um es sich und allen zu beweisen. Wiederholungstäter sind Überzeugungstäter.

Wie geht’s weiter mit Kompany? In seiner zweiten Saison gewann er zwei Titel, in der Premieren-Saison war es "nur" die Meisterschaft. Und nächstes Jahr, in seinem dritten Jahr? Wird die (Torrekord-)Mannschaft noch besser? Geht das überhaupt? Sind Neuer, Kane, Kimmich & Co. nach dem Erreichen des Viertelfinals der Königsklasse (2025 flog man gegen Inter Mailand raus) und dem Halbfinale (2026 hieß die Endstation PSG) nun Final- bzw. Titel-reif? Wird's im dritten Jahr das Triple? Nach dem Motto: Aller guten Dinge sind drei.

"Wahnsinn!": Worüber sich Kompany nach dem Pokal-Finale besonders freut

Erstmal hat Familienvater Kompany Urlaub bis zum Trainingsstart im Juli – ungewöhnlich lange wegen der nun bevorstehenden WM in Nordamerika. "Es sind fast zwei Monate. Wahnsinn, das habe ich noch nie erlebt", freute sich Kompany auch für seinen Trainerstab: "Das ist für uns super. Denn man darf nicht vergessen: Wir haben im letzten Sommer die Klub-WM gespielt, hatten gefühlt zwei Spielzeiten ohne Unterbrechung."

Das Problem: Mehr als ein Dutzend Bayern-Profis spielen die WM für ihre Nationalteams. "Eine Ehre, das ist das Allerwichtigste für die Spieler", so Kompany. Die lange (Frei-)Zeit will er nutzen: Für Urlaub mit der Familie und um sich "Gedanken zu machen, was in den nächsten zwölf bis 24 Monaten passieren muss, damit die Mannschaft den nächsten Schritt macht." Er kann eben nicht anders. Denn er ist: Workaholic und Feierbiest in einer Person.

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