Verletzung im Training: Bayern-Star Kane muss aussetzen
Am Dienstagabend dürfte es bei den Verantwortlichen des FC Bayern und vor allem bei Trainer Vincent Kompany einige Schweißperlen auf der Stirn gegeben haben. Der Grund: Torjäger Harry Kane fehlte im Aufgebot der englischen Nationalmannschaft fürs Testspiel gegen Japan (0:1), zuvor hatte der 32-Jährige einige Tage Sonderurlaub erhalten, um sich für die heiße Saisonphase zu erholen. Hatte sich Kane etwa verletzt?
"Harry Kane wird heute Abend vorsichtshalber geschont, da er sich im Training eine leichte Verletzung zugezogen hat", teilte der englische Verband offiziell mit. "Er bleibt jedoch beim Team und wird weiter untersucht." Sorgen um Kane – und das ausgerechnet vor den beiden Duellen im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid am 7. und 15. April. Was sich der Stürmer genau zugezogen hatte, blieb zunächst unklar.
Tuchel über Kane-Blessur: "Ernst genug, dass er nicht spielen kann"
"Es handelt sich um eine leichte Verletzung, die quasi aus dem Nichts kam. Er musste gestern nach 15 Minuten das Training abbrechen. Er kommt heute nicht zum Einsatz. Er wird derzeit weiter untersucht", sagte England-Trainer Thomas Tuchel beim Sender ITV. Kanes Blessur sei "ernst genug", ergänzte Tuchel, "dass er nicht spielen kann, und wir warten auf weitere Untersuchungen."
Darauf wartete auch der FC Bayern am Mittwoch zunächst noch. Kane wurde zurück im Trainingszentrum an der Säbener Straße erwartet, die Ärzte wollten sich den Angreifer genauer anschauen. Aus England hieß es, dass es Kane am Fuß erwischt hatte. Intern ging man bei Bayern nach AZ-Informationen nicht von einer schlimmeren Verletzung und einer Zwangspause aus – eine offizielle Stellungnahme gab es bis zum späten Nachmittag aber nicht.
Kane-Ersatz? Gnabry gegen Freiburg, Jackson gegen Real
Bayerns Bangen um Kane. Der Stürmer gehört in der Mannschaft zu den wichtigsten Spielern, zu den Unverzichtbaren. Ohne ihn wären die Chancen aufs Weiterkommen gegen Real deutlich geringer. Als Ersatz stünde gegen die Königlichen Nicolas Jackson bereit, jedoch nicht am Samstag in der Liga gegen den SC Freiburg. Der Senegalese ist wegen seiner Roten Karte beim 1:1 in Leverkusen noch gesperrt. Daher würde im Breisgau wohl Serge Gnabry im Sturm auflaufen.
Doch die Münchner werden alles tun, um Kane rechtzeitig fit zu bekommen.
Insgesamt hat sich die Personallage bei Bayern in der Länderspielpause etwas entspannt. Jamal Musiala (Schmerzreaktion im Sprunggelenk), Aleksandar Pavlović (Hüftbeschwerden), Alphonso Davies (Zerrung) und Manuel Neuer (kleiner Muskelfaserriss) konnten wieder mit der Mannschaft trainieren, Jonas Urbig (Kapselverletzung im Knie) zumindest individuell. Und auch bei Konrad Laimer sieht es gut aus. Nach überstandenen Knieproblemen gehörte der Österreicher im Länderspiel gegen Südkorea (1:0) zur Startelf, er dürfte also am Samstag in Freiburg (15.30 Uhr) zum Kader gehören.
Daran wird auch Kane alles setzen, schließlich hat der Engländer Robert Lewandowskis 41-Tore-Rekord im Blick. Aktuell steht Kane bei 31 Treffern in dieser Bundesliga-Saison, sieben Spieltage bleiben ihm noch. Möglich! Doch ein Risiko werden Kane und Bayern nicht eingehen vor dem Spiel des Jahres am Dienstag (21 Uhr) im Estadio Santiago Bernabéu von Madrid. Da will, ja da muss Kane in Topform sein.

